Dunkle Kanäle
Bei großen Projekten geht es immer um viel Geld - und da sind Leute nicht fern, die ihr Stück vom Kuchen wollen. Das war auch beim Bau der zwei größten Kanäle der Welt nicht anders.Ansicht des Suez-Kanals aus dem Jahr 1882.
Beginn des globalen Handels
Um Steinkohle schneller aus dem Ruhrgebiet an die Nordsee bringen zu können, legte man den Dortmund-Ems-Kanal an. In Schleswig-Holstein entstand der Kaiser-Wilhelm-Kanal, der Nord- und Ostsee verbindet. Die Briten errichteten neben größeren Wasserstraßen zahlreiche engmaschige Kanalnetze für den Transport von Erz und Kohle.
Aber die zwei berühmtesten Kanäle der Welt sind noch eine Nummer größer: der Suez-Kanal in Ägypten und der Panama-Kanal in Mittelamerika. Beide waren gigantische Projekte zur Zeit ihrer Entstehung und sie stehen am Anfang des globalisierten Handels. Der Suez-Kanal verkürzt den Seeweg von Europa nach Indien um zehntausend Kilometer, der Panama-Kanal macht die mühselige und gefährliche Umrundung von Kap Hoorn hinfällig.
Finanzierung durch Aktien
Mit dem Hinweis auf Völkerverständigung lässt sich kein Investor hinter dem Ofen hervorlocken - mit der Aussicht auf hohe Gewinne hingegen schon. Der Ingenieur und französische Graf Ferdinand de Lesseps gründete für die Konstruktion des Suez-Kanals 1858 eigens eine internationale Gesellschaft unter französischer Hoheit und sammelte das benötigte Geld über die Ausgabe von Aktien. Ein Jahr später begann man mit den Arbeiten, neun Jahre nach Baubeginn und kurz vor der Fertigstellung war die Kanalbaugesellschaft pleite. Nur dank einer weiteren Anleihe und der Unterstützung durch die französische Regierung konnte der Kanal trotz der vielen Schwierigkeiten fertiggestellt und 1869 feierlich eröffnet werden.
Ferdinand de Lesseps (1805 bis 1894): Gründer der Suezkanal-Gesellschaft.
Als Baukosten waren vor Beginn der Arbeiten etwa 160 Millionen Francs angesetzt worden, einschließlich der Verwaltungskosten stiegen die gesamten Ausgaben bis zur Eröffnung auf 423 Millionen Franc. Zunächst war der Kanal damit ein wirtschaftliches Fiasko, erst ab 1876 erwirtschaftete man einen Gewinn. Bei all den Problemen ist es kein Wunder, dass sich der Visionär Lesseps schon bald einer neuen Idee zuwandte: ein Kanal durch Mittelamerika.
Hinter den Kulissen
Waren schon beim Suez-Kanal hohe Summen in dunklen Kanälen versickert und viele der Kleinanleger leer ausgegangen, so nimmt sich das harmlos aus gegen die Machenschaften und Intrigen, die sich bei Planung und Bau des Panama-Kanals hinter den Kulissen abspielten. Während Amerikaner und Briten in Nicaragua planten, schloss Kolumbien mit Frankreich einen Vertrag über den Kanalbau in Panama. Doch diesmal scheiterte Lesseps.
Grandioses Fiasko
Die Baupläne waren nicht ausgereift und wenig durchdacht. Zusätzlich hatte er sich beim Geldbedarf stark verkalkuliert. Trotz der Versuche, durch Bestechung hochrangiger französischer Beamter und mit gezielter Manipulation der Presse einer Pleite zu entgehen, trat genau das ein. Als die Hintergründe publik wurden, mussten mehrere Minister ihren Hut nehmen und Lesseps landete im Gefängnis...
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Mit dem Suezkanal...
verbindet sich für viele Ägypter das Streben nach nationaler Autonomie. Durch den 163 Kilometer langen Kanal können seit 1869 Schiffe vom Mittelmeer direkt ins Rote Meer und so nach Asien gelangen. Zur Deckung der Baukosten hatte Ägypten die Nutzung des Kanals für 99 Jahre (1869 bis 1968) einer mehrheitlich französisch-britischen Kanalgesellschaft übertragen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg forderten viele Ägypter - im Land hatte sich eine zunehmend nationalistische Stimmung ausgebreitet - die Rückgabe des Kanals. 1956 machte Präsident Nasser die für Europa so wichtige Handelsroute zu Staatseigentum. Unter dem Vorwand, den Welthandel sichern zu wollen, griffen israelische, britische und französische Truppen Ägypten noch im selben Jahr an. Obwohl die Ägypter militärisch schnell unterlegen waren, blieb der Kanal durch ein Votum der Vereinten Nationen in ihrer Hand.
verbindet sich für viele Ägypter das Streben nach nationaler Autonomie. Durch den 163 Kilometer langen Kanal können seit 1869 Schiffe vom Mittelmeer direkt ins Rote Meer und so nach Asien gelangen. Zur Deckung der Baukosten hatte Ägypten die Nutzung des Kanals für 99 Jahre (1869 bis 1968) einer mehrheitlich französisch-britischen Kanalgesellschaft übertragen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg forderten viele Ägypter - im Land hatte sich eine zunehmend nationalistische Stimmung ausgebreitet - die Rückgabe des Kanals. 1956 machte Präsident Nasser die für Europa so wichtige Handelsroute zu Staatseigentum. Unter dem Vorwand, den Welthandel sichern zu wollen, griffen israelische, britische und französische Truppen Ägypten noch im selben Jahr an. Obwohl die Ägypter militärisch schnell unterlegen waren, blieb der Kanal durch ein Votum der Vereinten Nationen in ihrer Hand.



