Technik kontra Natur
Flüsse werden begradigt, Ufer zubetoniert und Kanäle gebaut. Doch immer vernehmlicher fordern Umweltschützer, das ökologische Gleichgewicht zu beachten.Kanäle sind hilfreich beim Gütertransport: Schleuse im Küstenkanal bei Oldenburg.
Kunst des Kanalbaus
Was sich so einfach anhört - Rinne graben, Wasser hineinlaufen lassen -, ist in der Tat ein komplexes Unterfangen. Um eine schiffbare Tiefe zu erreichen, müssen zuerst Tausende Kubikmeter Erde ausgehoben werden; es muss dafür gesorgt werden, dass das Wasser nicht im Boden versickert. Und natürlich sind Schleusen nötig, um Höhenunterschiede bewältigen zu können.
Unerwünschte Folgen
Seit dem 19. Jahrhundert wurde das deutsche Kanalnetz massiv ausgebaut: man verband die großen Flüsse miteinander und bahnte Wege aus dem Landesinneren ans Meer. Zusätzlich wurden Flüsse ausgebaut, um sie besser schiffbar zu machen und effizienter nutzen zu können. Die starke Einflussnahme auf die Wasserläufe zeigt unerwünschte Folgen. Durch die häufig vorgenommenen Begradigungen der Flüsse und das Betonieren der Ufer müssen viele an Flüssen gelegene Städte regelmäßig mit Hochwasser kämpfen. Alle Jahre wieder etwa steigt der Rhein über die Ufer und hinterlässt bei seinem Rückzug schmutzige und nasse Keller. Das Hochwasser ist dabei mehr als ärgerlich, schließlich
Auch eine Folge des Kanalbaus: Ruhr- Überschwemmung im Jahr 2005.
Immense Schäden
Wenn mehrere unglückliche Umstände sich verketten, kommt es so zu beängstigenden Naturkatastrophen wie im Sommer 2002: Das Elbe-Oder-Hochwasser, auch als Jahrhundert-Hochwasser bezeichnet, suchte Tschechien, Polen und den Osten Deutschlands heim. Die Schäden gingen in die Milliarden, viele Menschen verloren ihr Hab und Gut oder sogar ihr Leben. In den letzten zehn Jahren mühevoll restaurierte Gebäude waren mit einem Mal wieder sanierungsbedürftig - viele Häuser konnten nach dem Hochwasser sogar nur noch komplett abgerissen werden. Um die Aufräumarbeiten zu finanzieren und Aufbauhilfen verteilen zu können, verschob man sogar eine Stufe der Steuerreform...
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Infobox
Von der Nordsee zum Schwarzen Meer
Bereits um 793 versuchte Karl der Große, Donau und Rhein zu verbinden. Im 19. Jahrhundert ließ der bayerische König Ludwig I. einen 173 Kilometer langen Kanal von Kehlheim bis Bamberg bauen. Der Ludwig-Main-Donau-Kanal war allerdings wegen seiner vielen Schleusen und seiner geringen Breite nur schlecht befahrbar und musste 1950 nach Kriegsschäden aufgegeben werden.
Die 1921 gegründete Rhein-Main-Donau AG wurde mit dem Neubau beauftragt. 1960 begannen die Bauarbeiten; mehr als drei Jahrzehnte später war der Kanal erstmals durchgängig befahrbar: Mit der Eröffnung der Teilstrecke zwischen Bamberg und Kehlheim am 25. September 1992 ergab sich eine 3.500 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.
Der Rhein-Main-Donau-Kanal ist insgesamt 677 Kilometer lang, vier Meter tief und 55 Meter breit; zur Überwindung der Höhenunterschiede sind sechzehn Schleusen notwendig. Zwar haben sich durch den Kanal die Schiffverkehrsmöglichkeiten auf der Donau wesentlich verbessert, doch er ist umstritten: Naturschützer lehnen ihn wegen massiver Eingriffe in die Landschaft ab.
Die Behinderung des Hochwassers in den Donauauen verringert die Selbstreinigungskraft des Flusses und führt zum Verlust von rund 18 Millionen Quadratmetern schutzwürdiger Feuchtgebiete. Damit wird die Lebensbasis für zahlreiche Pflanzen und Tiere bedroht. Und auch die in den Kanal gesetzten großen wirtschaftlichen Erwartungen haben sich bisher nicht erfüllt.
Bereits um 793 versuchte Karl der Große, Donau und Rhein zu verbinden. Im 19. Jahrhundert ließ der bayerische König Ludwig I. einen 173 Kilometer langen Kanal von Kehlheim bis Bamberg bauen. Der Ludwig-Main-Donau-Kanal war allerdings wegen seiner vielen Schleusen und seiner geringen Breite nur schlecht befahrbar und musste 1950 nach Kriegsschäden aufgegeben werden.
Die 1921 gegründete Rhein-Main-Donau AG wurde mit dem Neubau beauftragt. 1960 begannen die Bauarbeiten; mehr als drei Jahrzehnte später war der Kanal erstmals durchgängig befahrbar: Mit der Eröffnung der Teilstrecke zwischen Bamberg und Kehlheim am 25. September 1992 ergab sich eine 3.500 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.
Der Rhein-Main-Donau-Kanal ist insgesamt 677 Kilometer lang, vier Meter tief und 55 Meter breit; zur Überwindung der Höhenunterschiede sind sechzehn Schleusen notwendig. Zwar haben sich durch den Kanal die Schiffverkehrsmöglichkeiten auf der Donau wesentlich verbessert, doch er ist umstritten: Naturschützer lehnen ihn wegen massiver Eingriffe in die Landschaft ab.
Die Behinderung des Hochwassers in den Donauauen verringert die Selbstreinigungskraft des Flusses und führt zum Verlust von rund 18 Millionen Quadratmetern schutzwürdiger Feuchtgebiete. Damit wird die Lebensbasis für zahlreiche Pflanzen und Tiere bedroht. Und auch die in den Kanal gesetzten großen wirtschaftlichen Erwartungen haben sich bisher nicht erfüllt.




