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Schlösser

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Wasser, wie eklig!
Die Schlösser des 17. und 18. Jahrhunderts dürfte ein merkwürdiger Geruch durchströmt haben. Die Vorstellung von Hygiene wich weit von dem ab, was heute selbstverständlich ist. Wasser schrieb der Volksmund unheimliche Eigenschaften zu: Es öffne die Poren der Haut, weiche den Körper bis ins Innerste auf und ließe damit alle Arten von Krankheitserregern eindringen. Baden schien gesundheitsschädlich. Stattdessen rieb sich die höhere Gesellschaft lieber trocken oder mit einem parfümierten Tuch ab und puderte stark nach, um jeden Rest von Feuchtigkeit zu eliminieren.

Die Angst vor dem Wasser stammte aus den Badehäusern des Mittelalters, die sich bis ins 16. Jahrhundert immer mehr zu Bordellen gewandelt hatten. Das die Übertragung von Krankheiten eher vom wechselhaften Liebesspiel als vom Wasser kam, war für die damalige Zeit nicht vorstellbar. Auch Düfte hielt man für fähig, Krankheiten zu übertragen. Immerhin wechselte der auf Sauberkeit bedachte Adelige nunmehr täglich seine Unterwäsche - im Mittelalter war noch einmal im Monat üblich.

Schlechte Gerüche galten ebenso als schädlich, konnten aber durch andere Düfte neutralisiert werden. So war das Parfüm in der besseren Gesellschaft praktisch überall. Puder, Haare, Kleider, Tücher, Unterwäsche - alles musste stark parfümiert und mehrmals täglich mit Duftwasser aufgefrischt sein. Die Toilettensitten waren allerdings weniger schlimm als oft erzählt. Zwar gab es keine Toiletten, doch hatte jeder Adelige einen Diener, der einen Keramiktopf trug, in dem jederzeit die Notdurft verrichtet werden konnte - ohne jede Scham auch in der Öffentlichkeit. Wer viel auf sich hielt, besaß einen so genannten Kackstuhl, in dem, unter einem Loch in der Sitzfläche, der Abort-Topf fest angebracht war.

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Schwieriges Erbe
Riesige Säle, dutzende Räume mit hohen Decken - was so schön und prunkvoll wirkt, ist unter heutigen Gesichtspunkten eine Horrorvorstellung für jeden Energiesparer. Die Kosten für Unterhaltung und Renovierung eines Jahrhunderte alten Schlosses sind dermaßen hoch, dass nur noch wenige als Residenzen dienen. Häufig sind aus den berühmten Herrenhäusern Museen geworden. Doch auch die kämpfen ums Überleben.

Besser steht es um Schloss Versailles: 1792 musste Ludwig XVI. seine Residenz verlassen. In der Folgezeit ließ man das Zeichen der absolutistischen Macht verfallen. Erst zwischen 1833 und 1837 konnte das Schloss mit Hilfe privater Sponsoren renoviert werden. Aus ihm wurde das Museum zum Ruhme Frankreichs. Seit den 1950er Jahren zieht es Touristen in Massen an. Kleineren Schlössern bleibt ein solch großer Erfolg meist versagt. Die Einnahmen durch Eintrittsgelder und durch den Verkauf von Andenken decken nur einen geringen Teil der Ausgaben.

Viele alte Bauwerke bedürfen dringend der Sanierung. Derzeit gibt es in Deutschland zehn Stiftungen, die sich um Burgen, Schlösser und Gärten kümmern. Ihre Aufgabe ist es, die vielfältigen Denkmäler zu pflegen, zu restaurieren und zu verwalten. Doch auch sie sind von der schlechten finanziellen Lage der Länder und des Bundes betroffen. Geradezu rapide sind die durchschnittlichen Investitionen für die dreißig Objekte der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in den vergangenen Jahren gesunken.

Die Folge ist, dass sich die Stiftung auf die "schweren Fälle" konzentrieren muss, während der Zahn der Zeit an den anderen Denkmälern ungehindert weiter nagt. Was den barocken Herrschern als Prestigeobjekt galt, ist mittlerweile eine hohe finanzielle Belastung für Bund, Länder und Kommunen. Allein die Instandhaltung der Objekte verschlingt Millionen, ganz abgesehen von dem hehren, aber utopischen Gedanken, Kunstsammlungen in den Schlössern zu erweitern.