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Staudamm

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Das Narmada-Staudamm-Projekt
Es zählt zu den größten Wasserbauvorhaben der Welt: Dreißig große, 135 mittelgroße und mehr als 3.000 kleine Staudämme sollen am Narmada-Fluss gebaut werden. Sechs große Staudämme sind trotz Protesten  bereits fertiggestellt. Kernstück - und besonders umstritten - ist der Sardar Sarovar-Staudamm: 245 Dörfer und fast vierzigtausend Hektar Land müssten geflutet, rund 200.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Bereits 1987 wurde mit dem Bau des Staudamms begonnen, nach langen Protesten stoppte 1999 der Oberste Gerichtshof Indiens vorläufig das Projekt. Doch seit Oktober 2000 darf wieder gebaut werden.

Eine der engagiertesten Aktivistinnen im Kampf gegen das Projekt ist Arundhati Roy. Mit ihrem Romandebüt Der Gott der kleinen Dinge landete sie 1996 einen Welterfolg. Das Buch wurde in über dreißig Ländern veröffentlicht, in ihrem Heimatland aber wegen angeblicher Obszönitäten und Untergrabung der öffentlichen Moral zensiert. Indiens berühmteste Schriftstellerin, mittlerweile eine Ikone gewaltlosen Widerstandes, nutzt nun ihre internationale Popularität, um weltweit auf die verheerenden sozialen und ökologischen Folgen des Narmada-Staudamm-Projekts aufmerksam zu machen.

Auch zu anderen aktuellen Geschehnissen, zum Beispiel zum 11. September oder zu den Kriegen in Afghanistan und in Irak, und zu den Auswirkungen der Globalisierung nimmt die Inderin engagiert Stellung.