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Geschenke

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Dass Schenken mehr ist als nur selbstloses Geben, dies hat schon der Ethnologe Marcel Mauss in seiner Abhandlung Die Gabe 1925 nachgewiesen. Als ein Urphänomen menschlicher Kontakte schließt der Akt des Schenkens neben dem Geben auch das Nehmen und Erwidern ein. Noch heute erinnern das sinnliche Darreichen, die feierliche Übergabe und die Dankesbezeugungen an das ritualisierte Zeremoniell in archaischen Gesellschaften, für die der wechselseitige Gabenaustausch eine Art Gesellschaftsvertrag war. Oft versicherten sich die Naturvölker damit dauerhaften Friedens. Auch wenn Geschenke mittlerweile nicht mehr über Krieg und Frieden entscheiden, sind sie nach wie vor mehr als bloße Gefälligkeiten. Geschenke dienen dazu, zwischenmenschliche Bindungen zu bewahren und soziale Beziehungen zu festigen. Welche Motivation auch immer hinter dem Geben stehen mag - es setzt ein Höchstmaß an Engagement und Aufmerksamkeit voraus; sowohl auf Seiten des Beschenkten als auch des Schenkenden. Denn eine Gabe wird meist erst dann als Geschenk geachtet, wenn sie vor allem eins widerspiegelt: Individualität.