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Hochzeit

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Den glücklichsten Tag des Lebens verbringt das Brautpaar angeblich am Tag der Hochzeit. Das würde allerdings bedeuten, dass es nach dem rauschenden Fest in puncto Glück nur noch bergab geht! Um das zu verhindern, haben sich Menschen aller Kulturen schon vor geraumer Zeit einige Tricks einfallen lassen, um dem Glück im Eheleben auf die Sprünge zu helfen.

Und so gibt es heute für jede Eventualität den passenden Brauch: Schon vor der Hochzeit soll das laute Getöse am Polterabend böse Geister verscheuchen. Ganz nebenbei stärkt das gemeinsame Aufkehren der Glück bringenden Scherben den Zusammenhalt der künftigen Eheleute. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten die Kleider der Brautjungfern dem der Braut ähnlich sehen - das verwirrt die Dämonen.

Damit es um die Finanzen des Paars immer gut bestellt ist, versteckt die Braut eine Münze in ihrem Schuh. Die italienische fidanzata hat es da bequemer - ihr werden nach der Trauung Wein und Brot gereicht, das sorgt angeblich für Wohlstand und Gesundheit. Noch während der Trauung sind Braut und Bräutigam angehalten, gut auf die Ringe Acht zu geben: Fällt eines der kostbaren Liebessymbole zu Boden, ist das ein ganz schlechtes Omen für die Ehe, Streit somit schon programmiert.

Reichen Kindersegen bescheren soll das Streuen diverser Naturprodukte: Neben Reiskörnern locken auch zart duftende Blüten Fruchtbarkeitsgöttinnen an. Für manchen Gast könnte sich der Brauch des Brautstrauß- (für die Damen) und des Strumpfbandwerfens (für die Herren) lohnen, den glücklichen Empfängern steht eine baldige Hochzeit ins Haus - allerdings nicht zwangsweise miteinander.

Aus der Strumpfbandgeschichte haben die Franzosen übrigens eine lukrative Einnahmequelle gemacht: Hier wird das Objekt der Begierde versteigert. Nach jedem Gebot wandert der Saum des Hochzeitskleides ein kleines Stückchen höher - zur Freude der männlichen Gäste und der Haushaltskasse des Brautpaares. Auch in Spanien freut sich die Braut über Geld - überreicht vom eigenen Bräutigam. Mit der Übergabe von 13 Münzen in einem kleinen Säckchen verspricht er, gut für seine Ehefrau zu sorgen und sie stets zu unterstützen.

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Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues soll die Braut tragen. Alt ist häufig ein Schmuckstück, vielleicht ein Familienerbe. Es stellt einen Bezug zu ihrem alten Leben her - oft zu ihrer Familie. Ist das Brautkleid neu, steht es als Versprechen für ein glückliches, erfolgreiches Leben. Trägt die Braut etwas Geborgtes - vorzugsweise von einer anderen glücklichen Braut -, verheißt das ebenso Glück in der eigenen Ehe. Und Blau steht in der Bibel für Reinheit und Treue, heute oft auf dem Strumpfband vertreten.

Das englische Original dieser Weisheit stammt übrigens aus der viktorianischen Zeit und lautet: "Something old, something new, something borrowed, something blue and a silver sixpence in your shoe." Den silbernen Sixpence im Schuh unterschlägt die deutsche Fassung - und damit immerhin das Symbol des Wohlstands. Wer gerade keine Silbermünze zur Hand hat, begnügt sich hier mit einem kupfernen Cent. Mehr wäre, im Schuh, wohl auch unbequem.