Kampf gegen Keime
Was ist Hygiene und warum brauchen wir sie? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Prof. Dr. Olf Herbarth, Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Hygiene in Leipzig:Was ist Hygiene?
Prof. Dr. Olf Herbarth definiert den Begriff Hygiene, der viel umfassender ist, als er im Alltag gebraucht wird, und erklärt die Hygienehypothese: Der Anstieg von Allergien in den Industrieländern liegt daran, dass durch übertriebene Hygienemaßnahmen das Immunsystem unterfordert ist. Deshalb haben Allergene leichtes Spiel. Professor Herbarth berichtet über das Forschungsprojekt Innenraumhygiene des Leipziger Instituts. Dort werden Wohnräume untersucht, um zu klären, ob Erkrankungen eines Patienten mit dessen Wohnumfeld im Zusammenhang stehen.
Schadstoffe in Wohnräumen
Olf Herbarth spricht über Hygienefallen in Küche, Bad, Schlafzimmer und geht auf die Gefahr speziell von Schimmel und Milben ein. Milben ernähren sich von Hautschuppen und sind ein großes hygienisches Problem, besonders für Allergiker. Die winzigen Spinnentiere mögen es feucht und warm, deshalb bevorzugen sie das Bett. Und was mögen Milben gar nicht? Frische kalte Luft! Übrigens: Der Raum mit den wenigsten Milben ist das studentische Schlafzimmer! Warum wohl?
Gefahr durch Haustiere?
Haustiere sind die Lieblinge des Menschen, dennoch können sie eine Gefahr darstellen, erklärt Prof. Dr. Olf Herbarth: Über Haustiere werden Viren und andere Krankheitserreger weiter gegeben. Für Allergiker sind vor allem Katzen gefährlich, da die Tiere Allergene übertragen. Außerdem spricht Olf Herbarth über ein Haustier, das in jeder Wohnung zu Hause ist: die Wollmaus.
Interview: Eva Jobst; Text für die Website: Eva Jobst/Kathleen Postel (04.04.2011)
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Prof. Dr. Olf Herbarth...
leitet das Institut für Umweltmedizin und Hygiene in Leipzig, eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Bereits 1878 wurde in Leipzig ein Lehrstuhl für Hygiene eingerichtet.
Professor Herbarth forscht über Risikofaktoren in Luft, Lebensmitteln und Trinkwasser und untersucht Risikogruppen, die in bestimmten Lebensabschnitten besonders anfällig gegenüber Schadstoffen sind. Er beschäftigt sich mit dem Nachweis von Belastungen bei Patienten und untersucht den Zusammenhang zwischen Erkrankungen und ihren unmittelbaren Umweltbedingungen. Im Leipziger Institut werden darüber hinaus schonende Verfahren zur Diagnose umweltbedingter Erkrankungen entwickelt.
leitet das Institut für Umweltmedizin und Hygiene in Leipzig, eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Bereits 1878 wurde in Leipzig ein Lehrstuhl für Hygiene eingerichtet.
Professor Herbarth forscht über Risikofaktoren in Luft, Lebensmitteln und Trinkwasser und untersucht Risikogruppen, die in bestimmten Lebensabschnitten besonders anfällig gegenüber Schadstoffen sind. Er beschäftigt sich mit dem Nachweis von Belastungen bei Patienten und untersucht den Zusammenhang zwischen Erkrankungen und ihren unmittelbaren Umweltbedingungen. Im Leipziger Institut werden darüber hinaus schonende Verfahren zur Diagnose umweltbedingter Erkrankungen entwickelt.
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Gesundheit für alle
Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie definiert Hygiene als die "Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit". Grundlagen dafür legte unter anderem ein Arzt, der am Ende des 18. Jahrhunderts die Gesundheitsversorgung der Menschen verbessern wollte: Johann Peter Frank. Der 1745 im rheinland-pfälzischen Rodalben geborene und 1821 in Wien verstorbene Frank gilt heute als Pionier auf dem Gebiet der Sozialmedizin sowie des Öffentlichen Gesundheitswesens.
Johann Peter Frank - Arzt, Professor, Krankenhausdirektor und Autor - erkannte, dass schlechte Lebensbedingungen Krankheiten begünstigen. Er machte die damals bestehenden, nämlich elenden, Wohn- und Arbeitsbedingungen und die damit verbundene mangelnde Hygiene für viele Krankheiten verantwortlich.
1779 veröffentlichte Frank den ersten von sechs Bänden seines Hauptwerkes System einer vollständigen medicinischen Polizey. Darin beschrieb er den allgemeinen Gesundheitszustand der Menschen, stellte hygienische und medizinische Vorgehensweisen dar und gab Tipps für verschiedene Lebensbereiche des Menschen. Frank entwickelte Konzepte, wie die öffentliche Gesundheit verbessert werden könnte - und setzte sie um.
Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie definiert Hygiene als die "Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit". Grundlagen dafür legte unter anderem ein Arzt, der am Ende des 18. Jahrhunderts die Gesundheitsversorgung der Menschen verbessern wollte: Johann Peter Frank. Der 1745 im rheinland-pfälzischen Rodalben geborene und 1821 in Wien verstorbene Frank gilt heute als Pionier auf dem Gebiet der Sozialmedizin sowie des Öffentlichen Gesundheitswesens.
Johann Peter Frank - Arzt, Professor, Krankenhausdirektor und Autor - erkannte, dass schlechte Lebensbedingungen Krankheiten begünstigen. Er machte die damals bestehenden, nämlich elenden, Wohn- und Arbeitsbedingungen und die damit verbundene mangelnde Hygiene für viele Krankheiten verantwortlich.
1779 veröffentlichte Frank den ersten von sechs Bänden seines Hauptwerkes System einer vollständigen medicinischen Polizey. Darin beschrieb er den allgemeinen Gesundheitszustand der Menschen, stellte hygienische und medizinische Vorgehensweisen dar und gab Tipps für verschiedene Lebensbereiche des Menschen. Frank entwickelte Konzepte, wie die öffentliche Gesundheit verbessert werden könnte - und setzte sie um.



