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Hygiene

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Museum vom Menschen
Über fünf Millionen Besucher kamen 1911 zur ersten Internationalen Hygiene-Ausstellung nach Dresden, entstanden aus der Initiative des Mundwasserfabrikanten Karl August Lingner (1861 bis 1916).

Gezeigt wurden rund vierhundert Objekte, darunter anatomische und mikroskopische Präparate, Abbildungen und Wachsabgüsse. Die Vermittlung von Wissen sollte die Besucher zu "gesundheitlichem Verhalten befähigen".

1912 ging aus der Ausstellung das Deutsche Hygiene-Museum hervor. Mit seinen allgemeinverständlichen Präsentationsformen förderte es entscheidend die Demokratisierung des Gesundheitswesens. 1930 bezog das Museum einen neuen Bau, in dem es noch heute seinen Sitz hat. Größte Attraktion ist seit 1934 der Gläserne Mensch, Leitobjekt und markantestes Exponat des Museums.

Nach 1933 gewannen ideologische Ziele die Vorherrschaft: Volksaufklärerischer Gedanke und moderne Vermittlungsmethoden wurden nun ganz und gar in den Dienst nationalsozialistischer Rassenideologie gestellt. Die Bombenangriffe auf Dresden im Februar 1945 zerstörten das Museum zu achtzig Prozent.

Aber die Gesundheitsaufklärung ging weiter - in der DDR als "Gesundheitserziehung" verstanden, war sie allerdings auch nicht frei von ideologischen Einflüssen. 1991 erhielt das Hygiene-Museum eine neue Konzeption: Als "Museum vom Menschen" knüpft es nun mit zeitgemäßen Mitteln an innovative Ansätze der Gründerjahre an.

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Tödliche Infektionen
Jedes Jahr ziehen sich etwa eine halbe Million Patienten in deutschen Kliniken eine so genannte nosokomiale Infektion zu. Die geschätzte Zahl jener Patienten, die wegen solcher Infektionen mit Krankenhauskeimen sterben, variiert dabei zwischen zehn- und sechzigtausend, da die Todesursache häufig nicht eindeutig auf eine nosokomiale Infektion zurückzuführen ist.

Gerade bei geschwächtem Immunsystem können Viren Wundinfektionen, Blutvergiftungen (Sepsis) oder andere Entzündungen auslösen. Das Einhalten von Hygienerichtlinien ist ein wesentlicher Schritt bei der Bekämpfung der Krankenhausinfektionen.

Und doch sind sie nicht wirklich zu verhindern, da sich kein regulärer Klinikbetrieb völlig keimfrei führen lässt. Millionenfach verteilen sich Keime, hinein gelangt mit Besuchern, Personal oder Patienten. Durch regelmäßige Desinfektion von Gegenständen und Räumen versuchen die Kliniken, das Problem in den Griff zu bekommen.