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Trachten

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Selbstgeschneidert?
Ursprünglich verstand man unter Tracht ganz allgemein das "Tragen" und das "Getragene". Der Münchner Volksmund sagt eher Gwand. Doch es ist auch früh von der Tracht die Rede: Die Berufstracht, Zunftstracht oder Amtstracht, welche die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe zeigte, stammt aus dem städtischen Umfeld, während die Volkstracht ihren Ursprung in ländlichen Gebieten hat.

Lange Zeit ging man davon aus, dass Volkstracht von Bauern selbst geschneiderte und von der allgemeinen Mode unabhängige Kleidung ist. Erst später erkannte man, dass auch die bäuerlichen Trachten, ebenso wie die städtischen, dem allgemeinen Modewandel unterworfen waren - auch wenn die modischen Innovationen auf dem Land in der Regel erst mit Verzögerungen von bis zu drei Jahrzehnten aufkamen.

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Bayerischer Trachtenverband
1909 gründeten zwanzig Vereine den Landesverband Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine als ersten Dachverband. Parallel dazu schlossen sich 1925 in München zehn Gauverbände des bayerischen Alpenvorlandes zu einem zweiten Dachverband zusammen. Sein Name: Vereinigte Trachtenverbände des bayerischen Oberlandes.

19.135 Mitglieder aus 303 Vereinen zählte dieser zweite Dachverband damals. Sein stetes Anwachsen wurde in der NS-Zeit von Zwangsvereinigungen und massiver politischer Einflussnahme begleitet.

Kurz nach der Wiederzulassung gab es fünfhundert Trachtenvereine mit rund 45.000 Mitgliedern. 1947 nahm auch der 1925 gegründete Verband unter dem Namen Vereinigte Bayerische Trachtenverbände seine Tätigkeit wieder auf.

Im Jahr 2002 gelang die Fusion der beiden Landes-Trachtenverbände zum Großverband Bayerischer Trachtenverband mit etwa 180.000 Mitgliedern aus 22 Gauverbänden. Der Sitz ist in Traunstein.

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Die Gebirgstracht
Bis zur Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts wandten sich viele Vereine fast ausschließlich der Pflege der Gebirgstracht zu. Diese Tracht, mit der Lederhose für den Buam und dem Dirndl für das Madl, gilt noch heute als die bayerische Tracht. Die Gebirgstracht ist jedoch nur eine von unzähligen Spielarten.

Dennoch ist hauptsächlich die Gebirgstracht auf dem Oktoberfest verbreitet, wenn auch mit vielen Variationen in Länge, Farbe, Material und Muster. Nur die Grundform ist seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert immer die gleiche: Männer tragen ein weißes Leinenhemd und grüne Hosenträger mit aufgesticktem Edelweiß, dazu eine Kniebundhose aus Hirschleder mit Schnürung an den Seiten. Frauen tragen Dirndl: ein enges Mieder-Oberteil mit angereihtem Rock und Schürze.