Der Brauch, mit einem Adventskranz das Warten auf Weihnachten zu verkürzen, entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Hamburger Waisenhaus.
Jeden Abend eine neue Kerze
Im Jahre 1839 ließ der Leiter eines Waisenhauses nahe Hamburg erstmals einen mit Wachskerzen bestückten Holzkranz aufhängen, um seinen Schützlingen die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen. Jeden Abend wurde eine neue Kerze entflammt, so dass am Ende vierundzwanzig Kerzen leuchteten. Allmählich wandelte und verbreitete sich der Brauch: 1925 hing zum ersten Mal ein Kranz mit vier Kerzen - für jeden Sonntag eine - im Kölner Dom (ein katholisches Kirchenhaus), 1930 dann auch in München.
Spendabler Nikolaus
Auch der Nikolaus ist fester Bestandteil der Adventszeit: Seit Jahrhunderten schon freuen sich Kinder über seine Gaben. Anfangs gab es Nüsse, Obst und andere nützliche Dinge des täglichen Lebens; in Begleitung von Knecht Ruprecht beschenkte Nikolaus die Kleinen - oder tadelte sie, wenn sie nicht brav waren. Heute kommt er meist allein und füllt die Nikolausstiefel, die am Vorabend ans Fenster oder vor die Tür gestellt werden, vor allem mit Leckereien aus dem Süßwarenregal.
Wie das Christkind entstand
Martin Luther allerdings hatte Probleme mit dem freigiebigen Mann, der Ende des dritten Jahrhunderts als Bischof in Myra (in der heutigen Türkei) lebte und als Schutzheiliger der Kinder gilt: Die evangelische Kirche kennt keine Heiligen und feiert daher auch nicht deren Namenstage. So wurde - zunächst in evangelischen Regionen - die Bescherung vom 6. Dezember auf Heiligabend verlegt und der Nikolaus vom Christkind abgelöst. Im Laufe der Zeit begeisterten sich immer mehr katholische Familien für die Tradition, deren weitere Verbreitung wohl auch in enger Verbindung zur Entwicklung eines anderen wichtigen Weihnachtsbrauchs steht - dem Christbaum.
Der Brauch, an Weihnachten einen Baum festlich zu schmücken, existiert noch gar nicht so lange, wie viele glauben.
Der mit Kerzen geschmückte Lichterbaum ist heute Mittelpunkt jedes Weihnachtsfestes - und, so wie wir ihn kennen, noch keine zweihundert Jahre alt. Auch er löste einen anderen Brauch ab: Bevor der Christbaum, zuerst in Österreich, aufkam, dekorierten Familien die Zimmer mit immergrünen Zweigen. Die Gattin Erzherzog Karls, Prinzessin Henriette, brachte den ersten Christbaum nach Wien. Am Abend des 24. Dezember 1816 schmückte sie ihn für ihr ältestes Kind mit zwölf Kerzen - eine für jeden Monat des Jahres.
Nach der Messe...
Apropos 24. Dezember: Unsere Vorväter nannten sie "die wyhe naht" - die geweihte Nacht. Aber was wird in der Heiligen Nacht am 24. Dezember gefeiert? Das Datum der Geburt Jesu setzte Papst Liberius doch, wie wir wissen, auf den 25. Dezember fest. Traditionell begeht die Kirche tief in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Messe zu Ehren von Jesu Geburt. Im Laufe der Jahrhunderte aber rutschte der Gottesdienst immer weiter nach vorn, bis in den frühen, den Heiligen Abend. Das erwies sich als praktisch: Gestärkt von Messe und festlichem Mahl bleibt Zeit für die Gaben unterm Weihnachtsbaum.
Maja Bilic/Ulrike Wolf (aktualisiert am 11.12.2009)
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Geschenke durch den Kamin
Happy Xmas - so lautet der Weihnachtsgruß in den USA. Das X hat christlichen Ursprung: Mit diesem Buchstaben beginnt die griechische Schreibweise des Wortes Christus = XPIΣTOΣ;. In der Nacht zum 25. Dezember kommt Santa Claus, der amerikanische Weihnachtsmann, samt Schlitten und Rentieren durch den Kamin ins Haus. Sein Ziel sind die Christmas Stockings, lange Strümpfe, von Kindern aufgehängt, damit Santa sie mit Gaben füllt.
Im Süden des Landes lassen es die Amerikaner krachen: Ein lautes Feuerwerk soll entfernten Nachbarn Weihnachtsgrüße übermitteln und böse Geister vertreiben. Für stillere Stunden hat Irving Berlin (1888 bis 1989) die romantisch-winterliche Weihnachtsstimmung musikalisch festgehalten: Sein Song White Christmas ist neben dem österreichischen Stille Nacht, heilige Nacht das weltweit bekannteste Weihnachtslied.
Im Süden des Landes lassen es die Amerikaner krachen: Ein lautes Feuerwerk soll entfernten Nachbarn Weihnachtsgrüße übermitteln und böse Geister vertreiben. Für stillere Stunden hat Irving Berlin (1888 bis 1989) die romantisch-winterliche Weihnachtsstimmung musikalisch festgehalten: Sein Song White Christmas ist neben dem österreichischen Stille Nacht, heilige Nacht das weltweit bekannteste Weihnachtslied.
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Väterchen Frost
In Russland ist der 31. Dezember der wichtigste weltliche Festtag; viele Familien feiern zugleich Weihnachten und Silvester. An diesem Tag macht sich Väterchen Frost auf den Weg, um den Kindern ihre Geschenke zu bringen. Direkt vom Nordpol kommend, wird er von dem Mädchen Schneeflocke und dem Jungen Neujahr begleitet. Überall empfängt man das Trio mit Musik und reicht einen mit Herzen verzierten Kuchen, wobei jedes Herz für einen erfüllten Traum steht.
Wie meist in Ländern mit orthodoxem Glauben, gilt in Russland der Julianische Kalender. Orthodoxe Christen feiern am 7. Januar das Fest der Erscheinung des Herrn. Am Abend zuvor endet die vierzigtägige Fastenzeit, was mit einen langen Gottesdienst und Lichter-Prozessionen gefeiert wird. Nach der Messe wartet das Essen: Die Kutya, ein Porridge aus Getreide, wird als Symbol der Gemeinschaft in einer großen Schale serviert. Am 11. Januar endet die russische Weihnachtszeit und das neue Jahr beginnt.
In Russland ist der 31. Dezember der wichtigste weltliche Festtag; viele Familien feiern zugleich Weihnachten und Silvester. An diesem Tag macht sich Väterchen Frost auf den Weg, um den Kindern ihre Geschenke zu bringen. Direkt vom Nordpol kommend, wird er von dem Mädchen Schneeflocke und dem Jungen Neujahr begleitet. Überall empfängt man das Trio mit Musik und reicht einen mit Herzen verzierten Kuchen, wobei jedes Herz für einen erfüllten Traum steht.
Wie meist in Ländern mit orthodoxem Glauben, gilt in Russland der Julianische Kalender. Orthodoxe Christen feiern am 7. Januar das Fest der Erscheinung des Herrn. Am Abend zuvor endet die vierzigtägige Fastenzeit, was mit einen langen Gottesdienst und Lichter-Prozessionen gefeiert wird. Nach der Messe wartet das Essen: Die Kutya, ein Porridge aus Getreide, wird als Symbol der Gemeinschaft in einer großen Schale serviert. Am 11. Januar endet die russische Weihnachtszeit und das neue Jahr beginnt.



