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Apfel

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Apfelnetzwerk...
heißt ein im Oktober 2009 gestartetes Projekt deutscher Forschungsinstitute, Bundes- und Landesämter (Bundessortenamt und Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung), Landkreise sowie privater Organisationen zum Schutz einheimischer Apfelsorten.

Im Auftrag der Bundesregierung liefern die Partner des Netzwerks - allesamt Besitzer großer Sammlungen verschiedener Apfelbäume - Daten über fast tausend Sorten für die seit 2008 bestehende Deutsche Genbank Obst (DGO). Koordiniert wird die Genbank vom Julius-Kühn-Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst in Dresden-Pillnitz.

Ziel der Aktion ist, dass jede der eingetragenen Apfelsorten an mindestens zwei Standorten in Deutschland angepflanzt bleibt, um sie bewahren und weiterhin nutzen zu können. Heutige Vielfalt erhalten heißt aber auch, für künftige Herausforderungen gewappnet zu sein.

Und so entsteht in Dresden gleichzeitig ein "Apfel-Genreservoir" für die Zukunft: In neue Sorten eingekreuzt, könnten die genetischen Merkmale der alten Sorten für Pflanzen sorgen, die unter geänderten Umweltbedingungen besser mit Hitze, Krankheiten und Schädlingen zurechtkommen, so die Hoffnungen des Teams um Projektleiter Henryk Flachowsky.

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Manche Wissenschaftler sagen, ...
den essbaren Kulturapfel (malus domestica) hätten erstmals die Römer gezüchtet. Neuere gentechnische Untersuchungen weisen aber auf eine Abstammung vom asiatischen Wildapfel (malus sieversii) hin. Möglicherweise kreuzten Kelten den im damaligen nördlichen Europa reichlich vorkommenden (ungenießbaren) Holzapfel (malus sylvestris) mit asiatischen Importen.

Ob der Apfel, der in der griechischen und nordischen Mythologie eine Rolle spielt, tatsächlich so aussah wie die uns vertrauten Apfelsorten, ist kaum noch zu klären.

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Auch der Apfel...
unterliegt den vereinheitlichenden Zwängen der Globalisierung. Im Klartext heißt das: die Sortenvielfalt nimmt ab. Von ungefähr anderthalbtausend heute in Deutschland bekannten Sorten gelten noch lediglich sechzig als wirtschaftlich irgendwie relevant.

Gartenhandel und Direktvermarkter einbezogen, sind dreißig bis vierzig Sorten käuflich zu erwerben. In den Auslagen der Supermärkte schrumpft das Angebot auf fünf bis sechs weltweit verbreitete Apfelsorten zusammen.

Von vornherein haben Großhersteller die Bedürfnisse des Einzelhandels im Blick: Äpfel müssen erst einmal appetitlich aussehen, knackig und saftig sein. Hinzu kommen gute Lager- und Transportfähigkeit. Die wenigen Sorten, die den Kriterien genügen, erscheinen dann massenhaft im Handel: In Europa besetzen Golden Delicious, Jonagold und Red Delicious nahezu siebzig Prozent des Apfelmarktes.

Der überwiegende Anteil der Apfelernte wird übrigens zur Herstellung von Apfelsaft verwendet. Alljährlich produzieren allein in Deutschland mehr als 450 Firmen über eine Milliarde Liter. Der jährliche Apfelsaftverbrauch liegt hierzulande bei 11,7 Litern pro Kopf.

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Alkohole, Aldehyde und Ester...
machen das berühmte Apfelaroma aus. Kräftig duftende Aromen mit alkoholischer Komponente entstehen vor allem bei langem Nachreifen beziehungsweise unter ungünstigen Lagerbedingungen. Das Argument, man habe schlicht Äpfel gegessen, taugt bei Alkoholtests im Straßenverkehr dennoch wenig: Heute ist es möglich und üblich, dank Zucht und sorgfältiger Lagerung Äpfel über ein ganzes Jahr hinweg frisch zu halten.