Müller, Mahler, Matzenstahler
Die wichtigste Zutat für das Backen von Brot ist Mehl - und das stellte einst der Müller in seiner Mühle her. Mit seiner Arbeit sicherte er das tägliche Brot vieler. Im Volksmund aber war der Müller nur ein verachtenswerter "Matzenstahler".Die Person, die solche Getreidekörner in Mehl verwandelte, hatte lange Zeit ein eher schlechtes Image: Der Müller war dem abergläubischen Volk suspekt.
Tücke und Verschlagenheit
Tatsächlich hatte der Müller jahrhundertelang mit einem durch und durch negativen Image zu kämpfen. Bis weit über das Mittelalter hinaus galt sein Handwerk als unehrlich, war sein Stand mehr zweifelhaft als ehrsam. Nicht selten dichtete man ihm Tücke und Verschlagenheit an. Und wenn er nicht verlogen war, dann war er zumindest einfältig und tölpelhaft - das behaupten Spott- und Schandlieder, Märchen und Sprichwörter, die den Beruf des Müllers ins Visier nehmen.
Der Müller - ein "Mörder"?
Den abergläubischen Bewohnern der Städte und Dörfer war die Mühle ebenso suspekt wie der Müller. Einsam und abseits gelegen, vollzog sich an diesem geheimnisumwitterten Ort jene lebenswichtige, aber schwer durchschaubare Verwandlung des Korns zu Mehl. Dort draußen "tötete" der Müller mit jedem Schlag und Stoß seiner Mühle Lebendiges, wurde das Korn doch als ein göttliches Wesen begriffen. Kein Wunder, dass der Müller das Stigma des Außenseiters trug, den man mied und dem man die vollen Bürgerrechte ebenso verwehrte wie Ehrenämter. Die "Ehre" des Müllers bestand allenfalls darin, bei Stranghinrichtungen die Leiter zu liefern - sein Status war damit dem eines Henkers gleich.
Die Mühle - ein Schauplatz unheimlicher Vorgänge? Ihr ständiges Klappern nährte den Verdacht, dort würde es spuken.
Zudem waren die Müllersleute, so der Verdacht, von höchst fragwürdiger Moral und frönten in ihrer Mühle verbotener Lust und freier Erotik. War die Mühle der Swingerclub des Mittelalters? Zuhauf taucht die Müllerin in Volksgut, Dichtung und Musik als "buhlerische" Gattin auf. Gar von Prostitution ist die Rede. Die Mühle eine Stätte der Ausschweifung, der Müller ein Zuhälter und die Müllerin eine Dirne?
In der Mühlenstraße
In der Tat gab es Mühlenbordelle bereits in der Antike, wobei neben dem Geschäft mit der Liebe immer auch rituelle Vorstellungen eine Rolle spielten. Auch im Mittelalter fand man Bordelle oft in der Mühlenstraße. Und noch heute steht eine Mühle, die berühmte Moulin Rouge, als Sinnbild für das Erosviertel in Paris, war Mahlen doch schon immer eine Metapher für den Geschlechtsakt...
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Infobox
Vor allem Wasser und Wärme erwecken den im Boden ruhenden Getreidesamen zum Leben. Das Korn nimmt Wasser auf und quillt soweit auf, bis seine Schale springt. Die im Innern des Samens entstandene Keimwurzel wächst jetzt in den Boden. Dort bildet sie weitere Wurzelhaare aus, die sich im Erdreich verzweigen.
Mobilisierte die Keimpflanze vorerst eigene Reserven, um zu wachsen, kann sie sich nun - fest verankert - mit Wasser und Nährstoffen aus dem Boden versorgen. Das Sprosssystem entwickelt sich, dessen Keimachse (Hypokotyl) Wurzeln und Keimblätter miteinander verbindet. Bogenförmig durchbricht die Keimachse die Erdoberfläche. Erste, bereits im Samen entwickelte Keimblätter (Kotyledonen) stoßen nach oben und gelangen ans Tageslicht.
Durch die Lichtaufnahme teilen sich die Zellen immer schneller. Blätter und weitere Organe, wie Halme, Ähren und Blüten, wachsen. Jetzt ist die Entwicklung der Pflanze abgeschlossen. Sie ragt bis zu einem Meter in die Höhe. Erst danach entstehen per Selbstbefruchtung die Körner, das so genannte Erntegut des Getreides.
Mobilisierte die Keimpflanze vorerst eigene Reserven, um zu wachsen, kann sie sich nun - fest verankert - mit Wasser und Nährstoffen aus dem Boden versorgen. Das Sprosssystem entwickelt sich, dessen Keimachse (Hypokotyl) Wurzeln und Keimblätter miteinander verbindet. Bogenförmig durchbricht die Keimachse die Erdoberfläche. Erste, bereits im Samen entwickelte Keimblätter (Kotyledonen) stoßen nach oben und gelangen ans Tageslicht.
Durch die Lichtaufnahme teilen sich die Zellen immer schneller. Blätter und weitere Organe, wie Halme, Ähren und Blüten, wachsen. Jetzt ist die Entwicklung der Pflanze abgeschlossen. Sie ragt bis zu einem Meter in die Höhe. Erst danach entstehen per Selbstbefruchtung die Körner, das so genannte Erntegut des Getreides.



