Gemüse aus regionalem Anbau hat die beste Ökobilanz. (Bild: Bioland e. V.)
Umweltnote Eins
Aus Umweltsicht ist der Ökolandbau vorbildlich: Bioäcker sind nährstoffreicher als herkömmliche Äcker, laugen nicht aus und sind weniger anfällig für Erosion. Sie enthalten weniger Schadstoffe und weisen darum eine größere Vielfalt an Pflanzen und Tieren auf. Die Belastung der Gewässer nimmt ab durch den Verzicht auf künstliche Dünger und Pflanzenschutzmittel, was wiederum positiv auf Pflanzen, Tiere und Böden wirkt.
Was deutsche Biobauern auf über 947.000 Hektar Gesamtbioanbaufläche (Stand: 2009) - 11.800 davon für Gemüse - Gutes tun, stellt das Wachstum des Geschäfts jedoch in Frage: Denn die Nachfrage steigt, kann vom Angebot immer weniger gedeckt werden. Also importieren deutsche Händler pro Jahr rund die Hälfte des in Deutschland nachgefragten Ökogemüses. Und weil die Konsumenten selbst im Winter frisches Gemüse genießen wollen, finden sie im Supermarktregal auch Bio-Zucchini aus Argentinien und Bio-Spargel aus Griechenland. Mancher Verbraucher mag fragen: Kann Gemüse, das Tausende von Kilometern gereist ist, überhaupt noch ökologisch sein?
Erdbeeren auch an Weihnachten
Aber der Kunde ist König, und wenn er an Weihnachten Erdbeeren möchte, kommt die Biobranche seinem Wunsch nach - betriebswirtschaftliches Denken hat längst Einzug gehalten. Inzwischen werden Regeln der konventionellen Agrarindustrie akzeptiert, ist professionelle Logistik mit weiten Transportwegen Teil der Branche. Auch Großhändler gibt es, einer von ihnen ist die Dennree GmbH, die zwei Drittel der Naturkostläden beliefert und mit durchgestylten Werbekonzepten und Kundenkarten auf dem neuesten Stand des Marketings operiert.
Gesunde und lebendige Böden sind die Qualitätsmerkmale des Ökolandbaus. (Bild: Bioland e. V.)
Augen auf beim Bio-Kauf
Beim Verbraucher ist also Mitdenken gefragt: Wer die Vorteile des ökologischen Landbaus ausschöpfen möchte, sollte beim Einkauf zu Biogemüse aus der Region greifen und auf weit gereiste Produkte verzichten. Dann nimmt er nicht nur weniger Schadstoffe zu sich und unterstützt die regionale Landwirtschaft - vor allem trägt er dazu bei, Ressourcen zu schonen und nachhaltig mit unserer Umwelt umzugehen. Mit dem Kauf von Bioprodukten strapazieren wir kurzfristig unseren Geldbeutel - langfristig aber tragen wir dazu bei, unsere Lebensgrundlage zu erhalten.
Urte Paul (aktualisiert 17.12.2010)
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Infobox
Die Sache mit dem Siegel
Seit 2001 gibt es in Deutschland das Bio-Siegel - ein freiwilliges, einheitliches und markenunabhängiges Kennzeichen für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, das Verbrauchern als Orientierungshilfe dienen soll.
Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Bio-Siegel ist, dass das jeweilige Produkt ohne Bestrahlung, mineralische Dünger, chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und Gentechnik hergestellt ist. Tiere müssen artgerecht gehalten werden und dürfen nur ökologisch angebautes Futter ohne Wachstumsmittel und Antibiotika erhalten. Das Bio-Siegel trugen im November des Jahres 2010 über 61.000 Produkte.
Im Zuge der neuen EU-Öko-Verordnung, die im Januar 2009 in Kraft getreten ist, wird es künftig ein einheitliches Bio-Siegel für ganz Europa geben. Verbraucherschützer sind empört, die Organisation foodwatch spricht von einem "Schritt in die falsche Richtung": Die Standards für Öko-Lebensmittel werden mit dem neuen Siegel gesenkt.
So sind in Ausnahmefällen chemisch-synthetische Spritzmittel im ökologischen Anbau erlaubt; "Verunreinigungen" durch gentechnisch veränderte Pflanzen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent müssen nicht gekennzeichnet werden. Zum Glück für bewusste Konsumenten dürfen Bioprodukte auch nach Einführung des europaweiten Siegels (Start war der 1. Juli 2010) noch Etiketten von Anbauverbänden tragen, die schärfere Regeln für Bio ansetzen.
Seit 2001 gibt es in Deutschland das Bio-Siegel - ein freiwilliges, einheitliches und markenunabhängiges Kennzeichen für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, das Verbrauchern als Orientierungshilfe dienen soll.
Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Bio-Siegel ist, dass das jeweilige Produkt ohne Bestrahlung, mineralische Dünger, chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und Gentechnik hergestellt ist. Tiere müssen artgerecht gehalten werden und dürfen nur ökologisch angebautes Futter ohne Wachstumsmittel und Antibiotika erhalten. Das Bio-Siegel trugen im November des Jahres 2010 über 61.000 Produkte.
Im Zuge der neuen EU-Öko-Verordnung, die im Januar 2009 in Kraft getreten ist, wird es künftig ein einheitliches Bio-Siegel für ganz Europa geben. Verbraucherschützer sind empört, die Organisation foodwatch spricht von einem "Schritt in die falsche Richtung": Die Standards für Öko-Lebensmittel werden mit dem neuen Siegel gesenkt.
So sind in Ausnahmefällen chemisch-synthetische Spritzmittel im ökologischen Anbau erlaubt; "Verunreinigungen" durch gentechnisch veränderte Pflanzen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent müssen nicht gekennzeichnet werden. Zum Glück für bewusste Konsumenten dürfen Bioprodukte auch nach Einführung des europaweiten Siegels (Start war der 1. Juli 2010) noch Etiketten von Anbauverbänden tragen, die schärfere Regeln für Bio ansetzen.




