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Die Sache mit dem Siegel
Seit 2001 gibt es in Deutschland das Bio-Siegel - ein freiwilliges, einheitliches und markenunabhängiges Kennzeichen für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, das Verbrauchern als Orientierungshilfe dienen soll.

Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Bio-Siegel ist, dass das jeweilige Produkt ohne Bestrahlung, mineralische Dünger, chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und Gentechnik hergestellt ist. Tiere müssen artgerecht gehalten werden und dürfen nur ökologisch angebautes Futter ohne Wachstumsmittel und Antibiotika erhalten. Das Bio-Siegel trugen im November des Jahres 2010 über 61.000 Produkte.

Im Zuge der neuen EU-Öko-Verordnung, die im Januar 2009 in Kraft getreten ist, wird es künftig ein einheitliches Bio-Siegel für ganz Europa geben. Verbraucherschützer sind empört, die Organisation foodwatch spricht von einem "Schritt in die falsche Richtung": Die Standards für Öko-Lebensmittel werden mit dem neuen Siegel gesenkt.

So sind in Ausnahmefällen chemisch-synthetische Spritzmittel im ökologischen Anbau erlaubt; "Verunreinigungen" durch gentechnisch veränderte Pflanzen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent müssen nicht gekennzeichnet werden. Zum Glück für bewusste Konsumenten dürfen Bioprodukte auch nach Einführung des europaweiten Siegels (Start war der 1. Juli 2010) noch Etiketten von Anbauverbänden tragen, die schärfere Regeln für Bio ansetzen.