Nudelfabrik im italienischen Palermo des 19. Jahrhunderts - damals trocknete man die Pasta im Freien.
Genuss vom Fliesband
Kaum eine Pastawerbung kommt ohne sie aus: die italienische Mamma. Schwatzend rühren beleibte Damen in stickigen Küchen Teig an, während bambini Tomatensoße aus Kochtöpfen naschen. Doch machen wirklich Mammas die Tonnen von Nudeln, die jährlich über den Ladentisch gehen? Natürlich nicht.Siegeszug der Pasta
Was die Mammas nur für wenige Personen zubereiten können, erzeugen große Fabriken seit langer Zeit maschinell. Die erste Pastafabrik erbaute 1825 Paolo Agnese in Genua. Maschinen übernahmen das Anrühren riesiger Teigmengen, die bis dahin von Arbeitern mit den Füßen gestampft wurden. Bald darauf entstand eine Pastafabrik nach der nächsten - der weltweite Siegeszug der industriellen Pastaherstellung war nicht mehr aufzuhalten.
Damals wie heute
An den Zutaten hat sich bis heute nichts geändert: noch immer benötigt man Hart- oder Weichweizen, Wasser und Salz. Während die Italiener auf Hartweizen schwören, weil er den al-dente-Biss möglich macht, ist in hiesigen Gefilden der Weichweizen verbreitet, mit dem die Nudeln die Soße besser aufsaugen. Automaten kneten die Zutaten dann zum Teig. Damit die Nudeln später kochfest werden und nicht schimmeln, saugt eine Vakuumpumpe überschüssige Luft ab.
Pasta fresca und Pasta secca
Am Ende pressen Matrizen, mit Löchern versehene Hohlformen, den Nudelteig zu Spaghetti, Spirelli oder Buchstaben. Die so gewonnenen Nudeln kommen entweder als pasta fresca, frische Nudeln, in den Verkauf oder landen im Trockner, wo pasta secca aus ihnen wird.
Yvonne Schmidt (12.11.2007)
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Spitzenreiter im Nudelverbrauch ist Italien. Durchschnittlich 28 Kilogramm Pasta verzehrt man in Italien pro Kopf und Jahr. Doch auch Deutschland hat in den letzten Jahren aufgeholt. Laut Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands e.V. (VHT) liegt der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen 2006 immerhin im Schnitt bei etwa sieben Kilogramm. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland damit auf Platz 11. Pro Jahr stellt die deutsche Teigwarenindustrie ungefähr 288.000 Tonnen Nudeln her. Vor vierzig Jahren war Deutschland nudeltechnisch ein Entwicklungsland. Das wäre es wahrscheinlich immer noch, wenn italienische Gastarbeiter in den 1960er Jahren nicht ihre Esskultur in die neue Heimat mitgebracht hätten.



