Unser täglich Brot
Jeden Morgen ab halb sechs bildete sich eine Schlange vor der Bäckerei gleich um die Ecke. Bei Bäckermeister Horst hatte das Gewerbe Tradition. Täglich buk er, in dritter Generation, Brot und Semmeln.Hochbetrieb in der Backstube: Mehrere Bleche Brötchen müssen noch gebacken werden. Erst dann öffnet die Bäckerei.
Geschäftiges Treiben
Hinter den grünen Fensterläden wird schon seit Stunden geschäftig gearbeitet. Am Vorabend hat Bäckermeister Horst den Brotteig im Bottich vorbereitet, den er nun seit vier Uhr weiter bearbeitet. Zeitgleich beschäftigt er sich mit der Zubereitung des Semmelteigs. Bereits um halb drei begann das Anheizen des Altdeutschen Backofens. Im Laufe der Nacht muss immer wieder Kohle nachgelegt werden, um dem Ofen die nötige Backtemperatur von 400 Grad Celsius zu geben.
Hungrige Frühaufsteher
Seit fünf Uhr sind auch seine Frau Hilde und der neunundsiebzig Jahre alte Vater Paul auf den Beinen, um beim Walken des Teigs zu helfen. Fünfzehn Minuten brauchen die ersten dreitausend Brötchen des Tages, bis sie für die Käufer bereit sind. Gegen sechs Uhr holt Bäcker Horst die ersten aus dem Ofen.
Der Nächste bitte
Dann reiht sich zwischen Ofen und Laden ein Brotkorb an den nächsten. Wenn die Bäckersfrau um halb sieben den etwa elf Quadratmeter großen Verkaufsraum öffnet, ergießt sich ein Schwall hungriger Nachtschichtler und Frühaufsteher in den Raum. Dann muss alles schnell gehen. Die Kundenwünsche werden angehört, Brötchen und andere Artikel eingetütet, im Kopf schnell alles zusammengerechnet, bevor es heißt: der Nächste bitte.
Bäcker seit 1881
So geht es die kommenden zweieinhalb Stunden. Bald werden alle Brötchen verkauft sein. Jedes Stück zu fünf Pfennig, so waren die Preise Ende der 1970er Jahre in der DDR. Die nächsten rund 1.800 goldgelben Semmeln kommen gegen zwölf Uhr aus dem Ofen...
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Infobox
Vom Brei zum Brot
Bevor die Menschen auf die Idee kamen, zerquetschte Getreidekörner und Wasser zu verrühren, aßen sie die Körner roh. Doch das schmeckte nicht so recht, nicht mal geröstet, und war außerdem noch schwer verdaulich. Die Erfindung des Breis bedeutete da schon einen Quantensprung in der Haute Cuisine, denn der konnte mit Zutaten wie Honig, Beeren und Pilzen abwechslungsreich gestaltet werden.
Eine Unachtsamkeit war wahrscheinlich die Ursache für die Erfindung des Brotes, denn, bäckt der Brei auf einem heißen Stein fest, so entsteht ein Fladenbrot. Und wird der Teig nicht sofort verbacken, dann entsteht durch Teiggärung der lockere Sauerteig. Historiker datieren die Entdeckung des Brotbackens auf die späte Jungsteinzeit vor fast sechstausend Jahren.
Im Laufe der Jahrtausende wurden die Rezepturen immer mehr verfeinert. In unseren Gefilden ist der Bäckerberuf bereits seit der Zeit Karls des Großen (768 bis 814) belegt. Zu Zünften, die "Brotfrevler" streng bestraften und für die Ausbildung der Lehrlinge sorgten, schlossen sich Bäcker im 12. Jahrhundert zusammen. Es entstanden Spezialisierungen wie die der Schwarz- und Weißbäcker oder der Lebküchner und Pfefferküchler. Aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfen Bäcker noch heute Ideen für die über dreihundert Brotsorten und mehr als tausend Kleingebäcke, die sie in Deutschland produzieren.
Bevor die Menschen auf die Idee kamen, zerquetschte Getreidekörner und Wasser zu verrühren, aßen sie die Körner roh. Doch das schmeckte nicht so recht, nicht mal geröstet, und war außerdem noch schwer verdaulich. Die Erfindung des Breis bedeutete da schon einen Quantensprung in der Haute Cuisine, denn der konnte mit Zutaten wie Honig, Beeren und Pilzen abwechslungsreich gestaltet werden.
Eine Unachtsamkeit war wahrscheinlich die Ursache für die Erfindung des Brotes, denn, bäckt der Brei auf einem heißen Stein fest, so entsteht ein Fladenbrot. Und wird der Teig nicht sofort verbacken, dann entsteht durch Teiggärung der lockere Sauerteig. Historiker datieren die Entdeckung des Brotbackens auf die späte Jungsteinzeit vor fast sechstausend Jahren.
Im Laufe der Jahrtausende wurden die Rezepturen immer mehr verfeinert. In unseren Gefilden ist der Bäckerberuf bereits seit der Zeit Karls des Großen (768 bis 814) belegt. Zu Zünften, die "Brotfrevler" streng bestraften und für die Ausbildung der Lehrlinge sorgten, schlossen sich Bäcker im 12. Jahrhundert zusammen. Es entstanden Spezialisierungen wie die der Schwarz- und Weißbäcker oder der Lebküchner und Pfefferküchler. Aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfen Bäcker noch heute Ideen für die über dreihundert Brotsorten und mehr als tausend Kleingebäcke, die sie in Deutschland produzieren.





