Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zu den Themen

Brot
Backen

Infobox

Erwin Strittmatters "Der Laden"
"Teig kneten, Brot backen, es den Leuten verkaufen - war's das, was ich mir wirklich wünschte? War's das für ein Leben lang?" Für den Bäckergesellen Erwin Strittmatter (1912 bis 1994) aus Bohnsdorf in der Lausitz lautete die Antwort: Nein. Lieber verdingte sich der begabte junge Mann als Lokal-Redakteur der Märkischen Volksstimme. 1952 machte sich Strittmatter als Schriftsteller selbstständig.

Die Ideen für seine Arbeiten bezog er aus seiner ländlichen Herkunft. Und mit der Roman-Trilogie Der Laden setzte er seiner Familie ein Denkmal. Mittelpunkt der Erzählung ist das Bäckereianwesen mit Ladengeschäft in Bossdom. Hier wächst Esau Matt Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts als Sohn des Bäckermeisters Heinrich und seiner Frau Lehnchen auf.

Mit Hilfe eines Gucklochs zwischen Backstube und Verkaufsraum beobachtet der kleine Esau das Treiben in dem mit Regalen vollgestellten Laden. Die sind bestückt mit Dreipfundbroten, vierteiligen Semmeln, Schokoladentafeln und Bonbongläsern, Maggi und Zigarettenschachteln - eben allem, was die Landgemeinde zum Leben so braucht. Nebenbei sieht und hört Esau die langweiligen und aufregenden Geschichten, die jeder Dorfbewohner zu erzählen hat. Der Laden ist ein Kaleidoskop deutscher Geschichte, von der Weimarer Republik bis in die Zeit der DDR.