Der Wasser-Trabant
Das Jedermanns-Boot, "für Herrn X und Frau Y", kurz: Ixylon. So heißt eine in den 1960er Jahren in der DDR entwickelte Segeljolle. Ihre exzellenten Segeleigenschaften brachten ihr viele Fans ein.Segeljollen der Klasse Ixylon sind seit Ende der 1960er Jahre auf dem Wasser unterwegs. (Bild: Reinhard Bauer)
"Nur" vier Jahre
Tatsächlich passt da ein sportliches "Konsumgut" ideal in die politische Landschaft, das im Frühsommer 1969, auf der 6. DDR-Bootsausstellung, alle Blicke auf sich zieht: Ixylon heißt die Segeljolle, ein Jedermanns-Boot, so wollen es die Namensgeber, "geeignet für Herrn X und Frau Y". Der Segler - Nachfahre des legendären Pirat - ist preiswert und leicht zu bedienen. Und vor allem ist er, für DDR-Verhältnisse optimal, schon nach vier Jahren ab Bestellung lieferbar.
"Für ausgezeichnet befunden"
An Bestellungen mangelte es nie: Rund viertausend Ixylons passierten zwischen 1970 und dem Ende der DDR die Tore des VEB Yachtwerft Berlin. Bootskonstrukteur Ulrich Czerwonka war von Anfang an von der Qualität seines Produkts überzeugt. Die Zeitschrift Der Segelsport zitiert im November 1969 den erfolgreichen Ingenieur: "Was die Segeleigenschaften anbelangt, haben hervorragende Piraten- und FD-Segler die Ixylon gesegelt und für ausgezeichnet befunden. Sie ist schnell, erreicht eine gute Höhe im Am-Wind-Kurs, segelt äußerst steif und wendet wider Erwarten sehr schnell."
Wie der Trabi auf den Straßen
Überzeugt sind auch Tausende DDR-Wassersportler: Die Ixylon wird alltäglicher Anblick auf Müggelsee und Spree, auf der Müritz und auf manch anderem Binnengewässer - fast wie der Trabi auf den Straßen. Kein Wunder, denn Ixylon, das bedeutet Multifunktionalität, ein Begriff, den zu DDR-Zeiten freilich noch niemand benutzt: bei Regatten macht das Boot eine gute Figur, dazu ist es sicher und familienfreundlich gebaut. Stauraum gibt es genug, auch für mehrtägige Segeltörns.
Unverwüstlich
Czerwonka ahnte damals ganz sicher nicht, dass sein Ixylon-Konzept die DDR um Jahrzehnte überleben sollte - und zwar keineswegs bloß in Form sorgsam gepflegter Oldtimer-Stücke. Nein, Ixylon, die gut fünf Meter lange Jolle, überstand als technisch immer weiter entwickeltes Freizeitboot Wende und Einheitswirren. Bootsbauer aus Bitterfeld bringen inzwischen Jahr für Jahr ungefähr vierzig Exemplare an den Mann oder an die Frau. Bei mittlerweise rund 25 Ranglistenregatten sind Ixylon-Boote am Start. 2003 gab es sogar den ersten Europacup der Ixylon-Klasse in Österreich. Die Schar der Liebhaber des unverwüstlichen Bootstyps, betonen Insider, wächst.
Michael Schmittbetz (29.05.2009)
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Infobox
Der Bootsführerschein ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben für jeden, der ein Boot mit mehr als 5 PS Motorleistung fahren will. Es gibt zwei Arten von Scheinen: den Sportbootführerschein (SBF) Binnen und den Sportbootführerschein See. Ersterer ist nötig für die Fahrt auf deutschen Flüssen oder Stauseen, letzterer berechtigt zur Fahrt auf dem Meer und ist auch international als Bootsführerschein anerkannt. Segeln ist in Deutschland meist noch ohne Führerschein erlaubt, jedoch gelten auf vielen Flüssen und Seen Sondervorschriften, die, je nach Segelfläche, einen speziellen SBF Binnen (Segel) zur Pflicht machen.
Über die beiden vorgeschriebenen Führerscheine hinaus existieren eine ganze Reihe freiwilliger Zusatzzertifikate wie zum Beispiel der Sportküstenschifferschein, der Sportseeschifferschein oder auch der Sporthochseeschifferschein. Die Ausbildung für solche Zusatzzertifikate vermittelt zum Beispiel tiefer gehendes Wissen über Gezeiten, Astronavigation oder Seerecht. Der angehende Freizeitkapitän sollte von all den freiwilligen Zusatzausbildungen zumindest einen Funkschein machen, um sich im allgemeinen Schiffsverkehr oder bei Notfällen schnell bemerkbar machen zu können.
Über die beiden vorgeschriebenen Führerscheine hinaus existieren eine ganze Reihe freiwilliger Zusatzzertifikate wie zum Beispiel der Sportküstenschifferschein, der Sportseeschifferschein oder auch der Sporthochseeschifferschein. Die Ausbildung für solche Zusatzzertifikate vermittelt zum Beispiel tiefer gehendes Wissen über Gezeiten, Astronavigation oder Seerecht. Der angehende Freizeitkapitän sollte von all den freiwilligen Zusatzausbildungen zumindest einen Funkschein machen, um sich im allgemeinen Schiffsverkehr oder bei Notfällen schnell bemerkbar machen zu können.
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Rechtliche Grundlagen zum Bootsführerschein sind die Verordnung über die Eignung und Befähigung zum Führen von Sportbooten auf den Seeschiffahrtstraßen und die Verordnung über das Führen von Sportbooten auf den Binnenschiffahrtsstraßen. Darin geht es um Prüfungsvoraussetzungen und -modalitäten, aber auch um Ordnungswidrigkeiten und den Entzug der Fahrerlaubnis. Ähnliche Bestimmungen für das Fahren in Küstengewässern und auf den Weltmeeren enthält die Verordnung über den Erwerb von Sportsee- und Sporthochseeschifferscheinen und die Besetzung von Traditionsschiffen. Anträge sowie nähere Informationen zum Erwerb der Führerscheine sind auf der Website des Deutschen Segler-Verbands (DSV) erhältlich. Qualifizierte Ausbildungsstätten finden Interessierte über die Website des Verbandes Deutscher Sportbootschulen.
Infobox
Weitere Fakten und technische Angaben zur Ixylon-Klasse gibt es auf den Seiten der Ixylon-Klassenvereinigung. Dazu gehören auch die Daten und Meldelisten aktueller Regatten und ein Forum.



