Freiheit im Gepäck
1907 erfand der Architekturstudent Alfred Heurich das Faltboot. Millionen Wasserwanderer begeisterte während der folgenden Jahrzehnte die Freiheit im Gepäck.Das Faltboot begeistert seine Anhänger seit mehr als einhundert Jahren. Klein und leicht ist es in jedem Urlaub schnell parat.
Generation Faltboot
Seine hohe Zeit erlebte der Faltbootsport dann in den 1920er und 1930er Jahren: Auch weniger betuchte Großstädter wollten ihre Sonntage nicht länger in rauchverhangenen Städten und dunklen Hinterhöfen verbringen, sondern in der freien Natur. Schnell bildeten sich Faltbootvereine, deren Mitglieder am Wochenende Flüsse und Seen befuhren. Die Deutsche Reichsbahn musste gar Sonderzüge für die agilen Wasserwanderer einsetzen: Faltbootfahren hatte sich als Volkssport etabliert.
Eine deutsche Tibet-Expedition 1938. Bis heute schätzen Abenteuerer das faltbare Boot. (Foto: Ernst Krause, Bundesarchiv, Lizenz: Creative Commons)
Zahlreiche Höhepunkte des Wassersports stehen in der Folgezeit mit dem Faltboot in Verbindung: so fuhr der Deutsche Oskar Speck 1932 bis 1939 mit seinem Paddelboot von Ulm aus nach Australien. So oft es ging, paddelte er in Küstennähe, um im Notfall schnell an Land gehen zu können. 1936 nahmen Faltbootteams an den Olympischen Spielen teil. 1956 überquerte der deutsche Arzt Hannes Lindemann im Klepper-Faltboot in 72 Tagen den Atlantik.
Während der 1950er Jahre dämpfte die einsetzende Motorisierung den Siegeszug des Faltboots: da nun auch steife, nicht zerlegbare Kajaks auf Autodächern transportiert werden konnten, kamen die faltbaren Boote - zumindest in Westdeutschland - aus der Mode. In der DDR hingegen blieb diese Art des Wasserwanderns stets populär.
Wieder aktuell
Heute sind Faltboote - auch wenn sie sich seit 1905 kaum veränderten - wieder aktuell. Wie schon in den Zwanzigern und Dreißigern suchen Städter heute Ruhe und Abgeschiedenheit jenseits des durchgeplanten Tourismus. Für 30 Mark ist der faltbare Spaß allerdings nicht mehr zu haben: selbst für ein gebrauchtes Faltboot zahlt der moderne Wasserwanderer wenigstens tausend Euro.
Kathleen Niebl (02.01.2006/aktualisiert 13.05.2009)
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Schnell erkannten Entdecker und Abenteurer die Vorteile der rüstigen Faltboote: sie sind leicht und können im Rucksack transportiert werden. So steht für alle Unwägbarkeiten immer ein Boot zur Verfügung. Selbst kleine Segel lassen sich schnell montieren. So wundert es nicht, dass sogar große Expeditionen mit den kleinen Lumpenkreuzern ausgerüstet waren. Eine Auswahl:
1926 hat Roald Amundsen bei seinem Nordpol-Überflug ein Faltboot dabei.
1928 überfliegt Richard E. Byrd den Südpol mit einem Faltboot an Bord.
1927-1933 reist Sven Hedin quer durch Asien, ein Faltboot immer dabei.
1935 erforscht Ernst Sorge Spitzbergen, im Gepäck ein Faltboot.
1954 erpaddelt Herbert Rittlinger mit einem Faltboot das Schwarze Meer und den Nil.
1978 umfährt Konrad Gallei in einem Faltboot die Ostküste Grönlands.
1985 erreicht Arved Fuchs den magnetischen Nordpol - mit einem Faltboot.
1926 hat Roald Amundsen bei seinem Nordpol-Überflug ein Faltboot dabei.
1928 überfliegt Richard E. Byrd den Südpol mit einem Faltboot an Bord.
1927-1933 reist Sven Hedin quer durch Asien, ein Faltboot immer dabei.
1935 erforscht Ernst Sorge Spitzbergen, im Gepäck ein Faltboot.
1954 erpaddelt Herbert Rittlinger mit einem Faltboot das Schwarze Meer und den Nil.
1978 umfährt Konrad Gallei in einem Faltboot die Ostküste Grönlands.
1985 erreicht Arved Fuchs den magnetischen Nordpol - mit einem Faltboot.



