Verklärter Blick: Romantiker entdeckten im 19. Jahrhundert die Rudelsburg oberhalb der Saale als Ausflugsziel. (Bild um 1870)
Auf Zeitreise
"An der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn…", beginnt ein bekanntes deutsches Volkslied. Es entstand 1826, als der junge Berliner Student Franz Kugler auf der Rudelsburg, oberhalb der Stadt Bad Kösen, Rast machte und seine Begeisterung ob der "schönsten aller Saaleburgen" in Worte fasste.Ruine mit Anziehungskraft
Zu dieser Zeit war die Burg, einst gebaut zum Schutz des Flusstals und wichtiger Verkehrswege wie der Via Regia, längst eine Ruine. Allerdings eine Ruine mit außerordentlicher Anziehungskraft: Im Zuge der Burgenromantik des frühen 19. Jahrhunderts entdeckten nostalgisch gesinnte Wanderer, vor allem Studenten der nahe gelegenen Universitäten Jena, Leipzig und Halle, die Rudelsburg als Ausflugsziel.
Land der Burgen
Wer in die deutsche Vergangenheit reisen will, kommt an der bekanntesten Burg der Saalelandschaft nicht vorbei. Und sie ist nur ein Höhepunkt dieses geschichtsträchtigen Landstrichs im südlichen Sachsen-Anhalt.
Thüringens Heilige Elisabeth machte hier bereits Station: die Neuenburg über der Weinstadt Freyburg.
Schwester der Wartburg
So thront hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg die um das Jahr 1090 vom Thüringer Grafen Ludwig dem Springer gegründete sagenumwobene Neuenburg. Das einstige Zentrum mittelalterlich-höfischer Kultur zählt wie die Schwesternburg - die weitaus bekanntere Wartburg - zu den historischen Lebensstationen der heiligen Elisabeth von Thüringen. Nur wenige Kilometer trennen die Burg vom Besuchermagneten an der Straße der Romanik: Der weltbekannte Naumburger Dom ist jedes Jahr Ziel zehntausender Menschen aus der ganzen Welt.
Naumburger Schätze
Angelockt werden sie unter anderem vom einzigartigen romanischen Domschatzgewölbe, das sakrale Kunstwerke des Mittelalters und der Renaissance beherbergt. In ihren Bann zieht die Besucher aber vor allem Uta, berühmteste der zwölf Stifterfiguren im Westchor des Doms. Auch ein Ausflug vor die Tore der Stadt lohnt sich: Unweit Naumburgs gründeten Zisterziensermönche 1137 das Kloster St. Marien zur Pforte. Mitte des 16. Jahrhunderts richtete der sächsische Kurfürst dort eine Landesschule ein. Unter dem Namen Schulpforta beherbergt sie noch heute ein renommiertes Internat...
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Steckbrief Burgenlandkreis
Ganz im Süden Sachsen-Anhalts, an der Grenze zum Freistaat Thüringen, liegt der 1994 geschaffene Burgenlandkreis. Der Name wurde bewusst gewählt, prägen das rund 1.400 Quadratkilometer große Kreisgebiet doch zahlreiche mittelalterliche Wehranlagen. Knapp 200.000 Menschen leben in den 120 Städten und Gemeinden des Landkreises.
Durch die Autobahnen A 9 und A 38, mehrere Bundesstraßen und den Flughafen Halle/Leipzig ist der Burgenlandkreis optimal mit den Wirtschaftszentren des Großraumes Halle-Leipzig verbunden. Die gute Infrastruktur sowie die Nähe zu den Chemiestandorten Buna und Leuna geben wichtige wirtschaftliche Impulse. Einer der Schwerpunkte ist daher der Bereich Logistik.
Vor allem mittelständische Unternehmen prägen die Region, wobei die Lebensmittelindustrie einen besonderen Stellenwert besitzt. So hat sich die Freyburger Sektkellerei zu einem Marktführer in Deutschland entwickelt. Mittelpunkt des nördlichsten deutschen Weinanbaugebietes Saale-Unstrut ist die ehemalige Bischofsstadt Naumburg.
Die an Baudenkmälern des Mittelalters und der Renaissance reiche Stadt ist Verwaltungszentrum des Burgenlandreises. Neben dem berühmten Dom hat Naumburg auch weniger bekannte Attraktionen zu bieten: So verkehrt hier auf einer etwa 2,5 Kilometer langen Strecke der, nach eigenen Angaben, "kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands".
Durch die Autobahnen A 9 und A 38, mehrere Bundesstraßen und den Flughafen Halle/Leipzig ist der Burgenlandkreis optimal mit den Wirtschaftszentren des Großraumes Halle-Leipzig verbunden. Die gute Infrastruktur sowie die Nähe zu den Chemiestandorten Buna und Leuna geben wichtige wirtschaftliche Impulse. Einer der Schwerpunkte ist daher der Bereich Logistik.
Vor allem mittelständische Unternehmen prägen die Region, wobei die Lebensmittelindustrie einen besonderen Stellenwert besitzt. So hat sich die Freyburger Sektkellerei zu einem Marktführer in Deutschland entwickelt. Mittelpunkt des nördlichsten deutschen Weinanbaugebietes Saale-Unstrut ist die ehemalige Bischofsstadt Naumburg.
Die an Baudenkmälern des Mittelalters und der Renaissance reiche Stadt ist Verwaltungszentrum des Burgenlandreises. Neben dem berühmten Dom hat Naumburg auch weniger bekannte Attraktionen zu bieten: So verkehrt hier auf einer etwa 2,5 Kilometer langen Strecke der, nach eigenen Angaben, "kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands".




