Vom Stiefkind zum Vorzeigeprojekt
Belächelt, verspottet, verboten - Frauenfußball hatte in Deutschland lange Zeit einen schweren Stand. Doch mit den Erfolgen der Nationalmannschaft wuchs auch die Anerkennung des Frauenfußballs hierzulande.Der British Ladies' Football Club, 1895: In England spielten Damen bereits Ende des 19. Jahrhunderts Fußball.
"Die deutsche Frau spielt keinen Fußball"
Während Frauen in anderen europäischen Staaten bereits zur Zeit des Ersten Weltkrieges Fußball spielten, gründete sich in Deutschland erst 1930 der Erste Deutsche Damenfußballclub in Frankfurt. Der einzige deutsche Frauenverein konnte allerdings wegen mangelnder weiblicher Konkurrenz nur gegen Herrenmannschaften antreten.
Nach zum Teil heftigen Protesten gegen die "Mannsweiber" löste sich der Verein nach nur einem Jahr wieder auf. "Die Männer haben sogar Steine nach uns geworfen", erzählte Lotte Specht, Gründerin der Mannschaft, später. "Damals wehte bereits der braune Wind: Die deutsche Frau raucht nicht und die deutsche Frau spielt auch keinen Fußball." Während der NS-Zeit blieb Fußball für Frauen somit ein Tabu.
Gegen "Schicklichkeit und Anstand"
Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg verbesserte sich die Situation für Fußballerinnen zumindest offiziell nicht. Als nach dem Gewinn der FIFA Fußballweltmeisterschaft 1954™ die ersten Mädchen von den Bolzplätzen in die Fußballvereine wechseln wollten, verbot der DFB ein Jahr später seinen Clubs, eigene Damenmannschaften zu gründen. "Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut. Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zuschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand", begründete der DFB damals seine Entscheidung.
In Schönheit verlieren: Die Presse richtet ihr Augenmerk beim Frauenfußball oft auf Äußerlichkeiten - das ist bis heute so. (Quelle: Münchener Abendzeitung vom 9. Juli 1970)
In den folgenden Jahren gründeten sich Frauenfußballverbände auf regionaler Ebene, darunter der Westdeutsche Frauenfußballverband (WDFV) und der Deutsche Damen-Fußball-Bund (DDFB). Zu den erfolgreichsten Damen-Fußballvereinen gehörten in den 1960er Jahren unter anderem Fortuna Dortmund und Rhenania Essen.
Doch auch in zahlreichen DFB-Vereinen gab es immer mehr inoffizielle Frauen-Teams, in denen mittlerweile Zehntausende von Spielerinnen kickten. Wegen des offiziellen Verbots führten manche DFB-Vereine ihre Damenmannschaften als "Alte Herren".
Die "schwächere Natur"
Durch die Gründung eines europäischen Frauenfußballverbandes 1969 und die erste inoffizielle Frauenweltmeisterschaft in Italien geriet der DFB immer mehr unter Druck. Um der Gründung eines überregionalen deutschen Frauenverbandes zuvorzukommen, hob der DFB 1970 sein Verbot von Frauenteams schließlich auf. Allerdings hatten die Frauen zunächst mit vielen Einschränkungen zu kämpfen. So mussten sie mit einem Jugendball spielen, durften keine Stollenschuhe tragen und die Halbzeiten wurden vom DFB auf jeweils 30 Minuten verkürzt, um die Frauen wegen "ihrer schwächeren Natur" zu schonen...
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Infobox
WM in Deutschland
Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™ wird vom 26. Juni bis zum 17. Juli 2011 in Deutschland ausgetragen. Zur Qualifikation für die 16 Starterplätze hatten sich 41 Nationalmannschaften angemeldet. Gastgeber und Titelverteidiger Deutschland spielt in der Vorrunde gegen die Teams aus Kanada, Nigeria und Frankreich.
Austragungsorte des Turniers sind Augsburg, Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt am Main, Leverkusen, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg. Tickets werden seit dem 29. Oktober 2009 über ein Internetportal angeboten und kosten zwischen 10 und 200 Euro.
Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™ wird vom 26. Juni bis zum 17. Juli 2011 in Deutschland ausgetragen. Zur Qualifikation für die 16 Starterplätze hatten sich 41 Nationalmannschaften angemeldet. Gastgeber und Titelverteidiger Deutschland spielt in der Vorrunde gegen die Teams aus Kanada, Nigeria und Frankreich.
Austragungsorte des Turniers sind Augsburg, Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt am Main, Leverkusen, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg. Tickets werden seit dem 29. Oktober 2009 über ein Internetportal angeboten und kosten zwischen 10 und 200 Euro.
Infobox
Fiasko in Berlin
Bereits 1957 wurde eine inoffizielle Frauenfußball-Europameisterschaft in Berlin abgehalten - allerdings mit nur vier Mannschaften. Der DFB drohte Berlin daraufhin, die Stadt bei der Vergabe von Länderspielen nicht mehr zu berücksichtigen.
Organisatorisch und finanziell endete das Turnier in einem Fiasko. Die deutsche Damenmannschaft ging im Finale gegen England sang- und klanglos 0:4 unter. Dennoch trug das Turnier zur Akzeptanz des Frauenfußballs bei. So stellte die Berliner Tageszeitung Der Tag am 5. November 1957 fest: "Die Frauen bemühen sich um Sport und erregen keinen Anstoß."
Bereits 1957 wurde eine inoffizielle Frauenfußball-Europameisterschaft in Berlin abgehalten - allerdings mit nur vier Mannschaften. Der DFB drohte Berlin daraufhin, die Stadt bei der Vergabe von Länderspielen nicht mehr zu berücksichtigen.
Organisatorisch und finanziell endete das Turnier in einem Fiasko. Die deutsche Damenmannschaft ging im Finale gegen England sang- und klanglos 0:4 unter. Dennoch trug das Turnier zur Akzeptanz des Frauenfußballs bei. So stellte die Berliner Tageszeitung Der Tag am 5. November 1957 fest: "Die Frauen bemühen sich um Sport und erregen keinen Anstoß."




