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Fernsehen

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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter (ÖRR) haben den staatlichen Auftrag der "Grundversorgung" mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung. Sie sind selbstständige, staatsunabhängige, gemeinnützige Anstalten in der Rechtsform des öffentlichen Rechts.

Zum ÖRR gehören die Landesrundfunkanstalten der ARD und das bundesweit sendende ZDF. Während die seit 1984 existierenden privat-kommerziellen Sender, die keinen speziellen Programmauftrag verfolgen, werbefinanziert sind, werden die Öffentlich-Rechtlichen größtenteils durch Rundfunkgebühren finanziert.

Die Organisation öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten ist grundlegend dezentral und spiegelt sich in allen Funktionseinheiten wider. Wichtige Personal-, Struktur- und Programmentscheidungen werden vom so genannten Exekutivorgan - je nach Anstalt ein Intendant oder ein mehrköpfiges Gremium - getroffen. Der Rundfunkrat (beim ZDF der Fernsehrat) kontrolliert die Entscheidungen der Exekutive, berät bei wichtigen Entscheidungen und gibt den Rahmen für das Programm vor.

Die Mitglieder des Rundfunkrates vertreten verschiedene gesellschaftliche Gruppen, etwa Gewerkschaften, Kirchen, künstlerische und wirtschaftliche Verbände. Darüber hinaus besitzen einige Anstalten einen Verwaltungsrat, der organisatorische Entscheidungen trifft, die weder von der Leitung der Anstalt allein noch vom Rundfunkrat getroffen werden.

Die Landesmediengesetze der Länder sind die rechtliche Grundlage für alle Rundfunkveranstalter. Zur Vereinheitlichung der Gesetzgebung und zur Einrichtung bundesweiter Programme vereinbaren die Länder in Staatsverträgen, beispielsweise dem Rundfunkstaatsvertrag, gemeinsame Regelungen zur Rundfunkordnung.

Im Juni 2009 trat der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag in Kraft, in dem ein so genannter "Drei-Stufen-Test" für öffentlich-rechtliche Online-Angebote beschlossen wurde. Er soll prüfen, ob auch sie dem am Gemeinwohl orientierten Programmauftrag entsprechen.

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Digitales Fernsehen
Während in Fernsehstudios und Schnitträumen die Herstellung und Verarbeitung von Ton- und Bildsignalen längst in digitaler Form geschieht, erfolgte die Übertragung bis vor kurzem größtenteils noch analog. Das heißt, die Rundfunksignale wurden als kontinuierlich verlaufende Schwingungen übertragen.

In Schallwellen gewandelt, nimmt sie das menschliche Ohr dann als Töne wahr. Und Bilder werden - in Punkte und Zeilen zerlegt - mit Hilfe elektrischer Impulse am Bildschirm sichtbar gemacht.

Um das Analogsignal zu digitalisieren, wird die zu übertragende Schwingung in gleichmäßige Intervalle eingeteilt und abgetastet. Jedem Abtastzeitpunkt ist ein Wert zugeordnet, den die Welle an eben jenem Punkt gerade angenommen hat. Zahlenketten aus 0 und 1 - so genannte Bits - stellen diesen Wert dar.

Im Unterschied zum analogen Signal, das unendlich viele Ausprägungen annehmen kann, haben diese Bits den Vorteil, dass sie diskret (im Sinne von unterscheidbar, trennbar) codiert sind. Dadurch können digitale Signale einfach komprimiert sowie ohne Qualitätsverlust aufgezeichnet, beliebig oft kopiert und übertragen werden.

Digitales Fernsehen kann per Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S) oder Antenne (DVB-T) empfangen werden. Ein neues Fernsehgerät ist zwar keine Voraussetzung für den Empfang des digitalen Fernsehens, benötigt wird jedoch ein Empfänger, der die digitalen Daten in analoge Signale rückverwandelt.

Ein solcher Digital Receiver wird zwischen TV-Gerät und Kabel oder Satellit angeschlossen. Neuere Fernsehgeräte verfügen in der Regel bereits über ein integriertes Empfangsmodul.

Schon in naher Zukunft werden digitale Übertragungsverfahren das analoge Fernsehen völlig ersetzen, versprechen sich die Sender doch einige Vorteile davon: die geringen Verbreitungskosten über Satellit oder Kabel (ein digitales Fernsehprogramm benötigt lediglich ein Zehntel bis ein Fünftel der Datenrate eines analogen Kanals) erlauben es auch kleineren Anbietern, ihre Programme überregional zu verbreiten. Außerdem können große Fernsehanstalten ihr Angebot kostengünstig um zahlreiche Zusatzkanäle erweitern.