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FKK

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Geschichte der Freikörperkultur
Mehr als zwölf Millionen Deutsche lassen sich jährlich im Urlaub nahtlos bräunen, rund 60.000 Menschen sind in Deutschland in FKK-Vereinen organisiert. Entstanden ist die Freikörperkultur um 1900 im Kontext der Lebensreformbewegung: Sie strebte eine Erneuerung der gesamten Lebensführung an. Dazu gehörte auch die Wiederentdeckung des nackten Körpers als "natürlichster Ausdruck der Körperlichkeit".

Die Verfechter der Nacktkultur verstanden ihre Bewegung als umfassendes gesellschaftspolitisches Konzept, wollten sich und die Gesellschaft durch "Selbstreform" aus bürgerlichen Zwängen befreien. Erste Vereine unterschiedlicher politischer Strömungen und Richtungen entstanden und folgten jeweils bürgerlich-mondänen, links-proletarischen, naturromantischen oder völkisch-nationalen Ideologien.

Zur Zeit der Weimarer Republik stieg die Zahl der Vereine sprunghaft an, konnten die FKK-Anhänger doch nun offensiver agieren als unter dem weit prüderen Kaiserreich. Die Vereine spiegelten das gesamte politische Spektrum der Weimarer Republik wider und verfolgten unterschiedliche Konzeptionen von FKK. Die Freikörperkultur wurde zu einer Massenbewegung, die am Ende der Republik rund 100.000 organisierte Anhänger zählte.

Nach der Machtübernahme der Nazis wurde die FKK-Bewegung zunächst verboten. Davon betroffen waren vor allem proletarische FKK-Vereine, die bürgerlichen und völkischen FKK-Anhänger passten sich dagegen schnell an. Ihre Vereine wählten den Weg der freiwilligen Selbstgleichschaltung: Nach Ausschluss jüdischer und anderer unerwünschter Mitglieder fanden sie sich im Bund für Leibeszucht zusammen. Wegen ihres "besonderen Beitrags für die rassische, gesundheitliche und sittliche Hebung der Volkskraft" wurde den FKKlern 1942 das Nacktbaden, "abseits von Unbeteiligten", wieder gestattet.

Auch nach dem Ende des Krieges spürten die FKK-Anhänger immer wieder Gegenwind. Zwar wurden nach dem Verbot des Bundes für Leibeszucht durch die Alliierten ab 1946 FKK-Vereine in den westlichen Besatzungszonen nach und nach wieder genehmigt. Doch die Prüderie der Adenauer-Ära äußerte sich unter anderem im rigorosen Kampf gegen "Schmutz und Schund" und jede Form von Nacktheit. In der DDR wurden FKK-Vereine gar nicht erst zugelassen - beim "wilden" Nacktbaden jedoch drückte die SED-Regierung, wenn auch widerwillig, ein Auge zu.

Gegen alle politischen Widerstände, bedingt auch durch einen fundamentalen Wandel im Umgang mit Nacktheit seit Ende der 1960er Jahre, erfuhr die FKK-Bewegung auf beiden Seiten der Grenze einen neuen Aufschwung: im Westen zumeist im geschlossenen Vereinsgelände, im Osten als unorganisierte Selbstverständlichkeit an den Stränden von Ostsee, Müritz und Co. Heute präsentiert sich an den meisten Badestellen des Landes ein buntes Durcheinander: Jeder badet nach seiner Fasson, nackt oder bekleidet.