Modell Natur
Warum aufgestylte Models oder abstrakte Gegenstände ablichten, wenn die Schönheit vor der Haustür liegt? Und nicht nur in der Fotografie ist die Landschaft ein begehrtes Motiv.Bis heute gilt der Amerikaner Ansel Adams als ein Pionier der Landschaftsfotografie: Dieses Foto von 1942 zeigt den McDonald Lake im Glacier National Park.
Illusion von Raum und Weite
Um die richtig in Szene zu setzen, bedarf es einiger Tricks und Hilfsmittel: mit verschiedenen Objektiven, Filtern und Entwicklungsverfahren lassen Landschaftsfotografien die Illusion von Raum, Weite und Tiefe entstehen. Dabei geht es Fotografen nicht immer nur um die Schönheit unberührter Natur. Auch die menschliche Intervention in die Landschaft, vom Krieg oder von Umweltkatastrophen zerstörte Szenerien, sind oft als Bildthema zu finden.
Vom Rand in die Mitte
Landschaftsfotografie ist kein modernes Metier. Schon im 19. Jahrhundert begannen einzelne Fotografen, die möglichst naturgetreue Abbildung der Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit zu machen. "Gesellschaftsfähig" aber wurde die Landschaftsfotografie erst durch den US-Amerikaner Ansel Adams (1902 bis 1984). Schon zu Lebzeiten fanden seine in Nationalparks geschossenen Landschafts- und Naturbilder große Bewunderung. In einem Nachruf auf Adams schrieb der Spiegel ihm 1984 sogar das Verdienst zu, die Fotografie als eigenständige Kunstform etabliert zu haben.
Gemälde von Pieter Breughel, Der Sturz des Ikarus, 1558: Niederländische Maler waren Meister der Landschaftsmalerei.
Was Landschaftsfotografen mit der Kamera einzufangen versuchen, hielten Maler jahrhundertelang mit Pinsel und Farbe fest, denn schon immer stand die Natur Modell für die Kunst. Bereits in der römischen Antike gab es in den Villen reicher Großgrundbesitzer Wandmalereien mit Säulenhallen, Hügeln und Hainen als Symbol für die idyllische Heimstatt von Göttern. Im Mittelalter hingegen trat die Landschaftsdarstellung zugunsten biblischer Szenen in den Hintergrund. Das zentrale Thema waren Christus und die mit ihm verbundene Heilserwartung. Naturausschnitte dienten allenfalls als Bedeutungsträger für das Paradies.
Für Körper, Geist und Image
Mit der Renaissance änderte sich der ästhetische Blick auf die Landschaft. Naturmotive wurden en vogue, Käufer legten zunehmend Wert auf deren detaillierte Ausgestaltung. Die Oberschicht Venedigs etwa dekorierte ihre Villen aber nicht nur der Schönheit wegen mit Landschaftsbildern, sondern weil gemalte Brunnen, Flüsse und fließende Bäche beruhigend auf Körper und Geist wirken sollten. Obendrein hatten die Malereien eine imagefördernde Funktion, indem sie auf den Landbesitz und damit auf die gesellschaftliche Stellung ihrer Besitzer verwiesen...
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Infobox
Einem begehbaren Landschaftsgemälde...
glichen die im 18. Jahrhundert entstandenen Englischen Landschaftsgärten. In Kontrast zu den bis dato dominierenden französischen Barockgärten mit ihren geometrisch exakten Formen gibt es in den klassischen englischen Landschaftsparks weder Blühpflanzen, Blumenbeete noch beschnittene Hecken. Ziel der neuen Gartenkunst war die Orientierung an einer natürlichen Landschaft.
Um das Auge des Betrachters zu erfreuen, integrierten Gartenarchitekten antike Tempel, chinesische Pagoden, künstliche Ruinen und Grotten in die Landschaft. Bis heute präsentieren sich englische Gärten mit weiten Rasenflächen, sich durch die Landschaft schlängelnden Wegen und Flüssen sowie kleineren Wäldern. Berühmte Beispiele derartiger Parks sind der Englische Garten in München, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.
glichen die im 18. Jahrhundert entstandenen Englischen Landschaftsgärten. In Kontrast zu den bis dato dominierenden französischen Barockgärten mit ihren geometrisch exakten Formen gibt es in den klassischen englischen Landschaftsparks weder Blühpflanzen, Blumenbeete noch beschnittene Hecken. Ziel der neuen Gartenkunst war die Orientierung an einer natürlichen Landschaft.
Um das Auge des Betrachters zu erfreuen, integrierten Gartenarchitekten antike Tempel, chinesische Pagoden, künstliche Ruinen und Grotten in die Landschaft. Bis heute präsentieren sich englische Gärten mit weiten Rasenflächen, sich durch die Landschaft schlängelnden Wegen und Flüssen sowie kleineren Wäldern. Berühmte Beispiele derartiger Parks sind der Englische Garten in München, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.


