Zuwider war den Malern der Romantik die Verwissenschaftlichung des Lebens. (Bild: Abtei im Eichwald , Caspar David Friedrich 1810)
Entzauberung der Natur
Die Maler der Romantik, allen voran Caspar David Friedrich, wendeten sich ab von der akademischen, rein auf die künstlerische Praxis fixierten Landschaftsmalerei. Empfindung wurde zur Grundlage ihres Schaffens. Obwohl die Romantiker die schwindende Abhängigkeit von den Launen der Natur infolge des Fortschritts priesen, betrauerten sie die Entzauberung der Natur durch die sich rasant ausbreitenden Naturwissenschaften. Mit der Darstellung von nebelverhangenen Wäldern, mittelalterlichen Klosterruinen und mystischen Bergwelten wollten die Maler der Romantik eine Gegenwelt zur vermeintlichen Ödnis reiner Vernunft erschaffen: eine Welt der Sehnsucht, des Gefühls und des Mysteriums.
Parallele Wirklichkeit
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte sich das Interesse vom Motiv auf die Malweise. Farben, Formen und Linien dominierten nun die Landschaftsmalerei, die eng mit den Namen van Goghs, Cezannes oder Monets verknüpft ist. "Diese raumbildenden Energien der Farbe zu finden, statt sich mit einem toten Helldunkel zufrieden zu geben, das ist unser schönstes Ziel", erklärte der deutsche Maler August Macke den Geist der Zeit. Das Landschaftsbild fungierte nicht länger als naturgetreue Abbildung der Welt, sondern als aus der Perspektive des Künstlers betrachtete parallele Wirklichkeit.
Surreal und expressionistisch
Die Vielfalt in der Malerei der Moderne spiegelt sich in der Fotografie der Gegenwart wider. Folgten die Pioniere der Landschaftsfotografie - wie zum Beispiel Ansel Adams in seinen Bildern von den Rocky Mountains oder vom Yosemite Nationalpark - noch der Tradition des Realismus, so verfremden viele zeitgenössische Fotografen die Realität zu surrealen, teilweise schon expressionistisch anmutenden Szenen. Landschaftsfotograf Tino hingegen gehört noch der alten Schule an, Verfremdungen überlässt er den anderen, denn sein Arbeitscredo ist es, die Landschaft in ihrer reinen, natürlichen Schönheit abzubilden.
Yvonne Schmidt (16.10.2008)
Seite
1
| 2
Infobox
Kartografie
Landschaftsgemälde waren nicht die einzige Möglichkeit, Fortschritte in Geografie und Wissenschaft in der frühen Neuzeit bildlich darzustellen. Parallel dazu nahm die Kartografie einen immer größeren Raum ein. Wegweisend war die 1507 von Martin Waldseemüller zusammen mit Matthias Ringmann herausgegebene Weltkarte, die als Novum den Kontinent Amerika verzeichnete.
Auf der Grundlage zunehmender geografischer Kenntnisse von der Welt und der Entstehung des Buchdrucks wurde die Herstellung von Karten und Atlanten schon bald zu einem eigenständigen Gewerbe. Auch hier waren die Niederländer, wie schon in der Malerei, wegweisend.
Es dauerte nicht lange, bis Stadtansichten und -pläne hinzukamen und den Bedürfnissen umherreisender Kaufleute Rechnung trugen. Die große Zeit der Landvermesser und Kartografen war allerdings das 19. Jahrhundert, als erstmals genaue topografische Landesaufnahmen im modernen Sinn entstanden.
Landschaftsgemälde waren nicht die einzige Möglichkeit, Fortschritte in Geografie und Wissenschaft in der frühen Neuzeit bildlich darzustellen. Parallel dazu nahm die Kartografie einen immer größeren Raum ein. Wegweisend war die 1507 von Martin Waldseemüller zusammen mit Matthias Ringmann herausgegebene Weltkarte, die als Novum den Kontinent Amerika verzeichnete.
Auf der Grundlage zunehmender geografischer Kenntnisse von der Welt und der Entstehung des Buchdrucks wurde die Herstellung von Karten und Atlanten schon bald zu einem eigenständigen Gewerbe. Auch hier waren die Niederländer, wie schon in der Malerei, wegweisend.
Es dauerte nicht lange, bis Stadtansichten und -pläne hinzukamen und den Bedürfnissen umherreisender Kaufleute Rechnung trugen. Die große Zeit der Landvermesser und Kartografen war allerdings das 19. Jahrhundert, als erstmals genaue topografische Landesaufnahmen im modernen Sinn entstanden.


