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Fußball

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Kleine Momente
Es gibt Augenblicke im Fußball, die im kollektiven Gedächtnis hängen bleiben und sogar späteren Generationen ein Begriff sind: das Wembley-Tor 1966 zum Beispiel, die "Hand Gottes" des Diego Maradona 1986, das "Lama" Frank Rijkaard 1990, Zinedine Zidanes Kopfstoß 2006. Oft sind es die ganz Großen, die Stars, die solche Momente bestimmen. Den Reiz des Sports - und des Zuschauens am Fernsehbildschirm - machen indes vor allem kleine Momente aus, Geschichten von Außenseitern, denen für einen Augenblick die ganze Fußballwelt zu Füßen liegt. Hier eine kleine Auswahl.

Tanz den Makossa: Zum zweiten Mal ist Kamerun 1990 bei einer WM, und schlägt im Auftaktmatch in Rom Titelverteidiger Argentinien mit 1:0. Mit erfrischendem Angriffsfußball spielen sich die "Löwen" in die Herzen der Fans und ins Viertelfinale. Überragender Mann: der aus dem Ruhestand reaktivierte Roger Milla, 38 Jahre jung. Jeden seiner insgesamt vier Treffer feiert der Star mit einer Tanzeinlage an der Eckfahne, dem Makossa.

5 in einem Spiel: Einmal schon hat der russische Nationalspieler Oleg Salenko während der WM getroffen, als er am 28. Juni 1994 in San Francisco (USA) den Rasen betritt. Vier Schüsse aus kurzer Distanz und einen Elfmeter später hat Salenko einen Rekord aufgestellt: Kein anderer Spieler erzielte je fünf Tore in einem WM-Spiel. Trotz des 6:1-Siegs gegen Kamerun ist für die russische Mannschaft nach der Vorrunde schon Endstation.

Außenseiter im Viertelfinale: Mit einem Weiterkommen der Mannschaft aus dem Senegal rechnet 2002 wohl niemand, zumal der Gegner im ersten Spiel amtierender Weltmeister ist und Frankreich heißt. Dank des überragenden Stürmers El Hadji Diouf gelingt den Afrikanern ein 1:0-Sieg. Im Achtelfinale setzt sich Senegal noch gegen Schweden durch; erst im Viertelfinale ist Schluss gegen die Türkei. Auch die Mannschaft vom Bosporus präsentiert sich während des Turniers stärker als von Experten vorhergesehen und belegt am Ende Platz 3.

Party statt Treffer: Kein Tor, nur 1 Punkt, das ist die Bilanz der ersten WM-Teilnahme der Mannschaft aus Trinidad und Tobago, 2006 in Deutschland. Dafür feierten die Fans aus der Karibik die buntesten und ausgelassensten Partys in den Stadien. Taktgeber war eine Musik namens Soca, eine Mischung aus Calypso und indischen Rhythmen. Trinidad und Tobago (rund 1,3 Millionen Einwohner) ist übrigens das kleinste Land, das je an einer WM teilgenommen hat. Das ist in etwa so, als würde die Stadt München eine Mannschaft schicken.