Eine Chance für Tiere
Das Zusammenleben von Mensch und Tier verläuft nicht immer problemlos - und so kommt es vor, dass sich Tierhalter von ihren Tieren trennen wollen oder müssen. Anlaufpunkt ist dann das Tierheim.Ungefähr 280.000 Haustiere werden jedes Jahr in Deutschland ausgesetzt.
LexiTV: Herr Dr. Harnisch, wie viele Tiere versorgen Sie im Moment?
Dr. Matthias Harnisch: Wir haben hier etwa einhundert Katzen und siebzig Kleintiere wie Vögel, Chinchillas, Meerschweine, Kaninchen und Ratten. Dazu kommen rund fünfzig Hunde an unserem zweiten Standort außerhalb der Stadt. Insgesamt sind es also etwa 220 Tiere.
LexiTV: Reichen die Kapazitäten dafür aus?
Dr. Harnisch: Also bei Katzen sind wir gerade etwas überfordert, denn im Sommer und Herbst bringen Leute oft kleine Katzen ins Tierheim, welche von frei lebenden Müttern geboren wurden. Bei Hunden und Kleintieren sind wir, was die Belegung angeht, in der Norm.
LexiTV: Wer kümmert sich um das Wohlergehen der Tiere?
Dr. Harnisch: Wir haben an unseren zwei Standorten vier Tierpfleger und den Tierheimleiter, der auch Tierarzt ist. Unterstützt werden wir noch von drei Lehrlingen. Nach Möglichkeit haben wir ein paar Ein-Euro-Jobber oder Leute, die Sozialstunden ableisten. Und eine Menge Ehrenamtliche, zum Beispiel vom Tierschutzverein und Tierheimverein. Zu tun gibt es immer genug, und ohne diese Hilfskräfte ginge es nicht.
LexiTV: Wie finanziert sich das Tierheim?
Dr. Harnisch: Finanziert wird das Tierheim erstens durch die Stadt Erfurt. Zweitens tragen Spenden zum Unterhalt bei. Drittens haben wir eigene Einnahmen, zum Beispiel Aufnahmegebühren, Vermittlungsgebühren oder Einnahmen durch den Tierfriedhof. Den Rest gibt die Stadtwirtschaft GmbH hinzu.
LexiTV: Wie wichtig sind Spenden für Sie?
Dr. Harnisch: Körbchen, Kratzbäume, Handtücher oder Hundedecken müssen wir eigentlich gar nicht kaufen, die erhalten wir als Spenden. Auch Futter wird viel gespendet: Immer mal wieder kommen Leute mit der Einkaufstasche vorbei und stellen ein paar Dosen auf den Tisch, und mehrere Verkaufsstellen haben am Ausgang Boxen für uns aufgestellt. Wir erhalten aber auch Geldspenden von größeren und kleineren Sponsoren.
LexiTV: Wie intensiv wird das Tierheim Erfurt denn so "besucht"?
Dr. Harnisch: Im Ganzen kommen und gehen pro Jahr rund 1.300 Tiere. Fundtiere machen den Großteil aus. Bei Katzen zum Beispiel ist es häufig so, dass sie einfach vor die Tür gesetzt werden. Oder Leute ziehen weg und lassen Tiere zurück. Nachbarn bringen sie dann ins Tierheim.
Kaninchen im Tierheim Erfurt: Rund einen Monat dauert es im Durchschnitt, bis für die Tiere ein neues Zuhause gefunden ist.
Dr. Harnisch: Wer sein eigenes Tier abgibt, muss eine Gebühr entrichten. Bei der Abgabe eines herrenlosen Tieres füllt man ein Fundprotokoll aus. Leider werden wir dabei häufig belogen: Manche Besitzer geben das eigene Tier als Fundtier ab oder bitten Freunde darum, um die Abgabegebühr zu sparen.
LexiTV: Lässt sich dagegen etwas tun?
Dr. Harnisch: Nicht viel. Wir weisen die Leute darauf hin, dass sie sich der Urkundenfälschung strafbar machen, wenn sie ein Fundprotokoll unterschreiben, obwohl sie den Besitzer des Tieres kennen. Das nützt mitunter und die Leute zahlen wenigstens die Abgabegebühr...
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Infobox
Tierheim Erfurt
Hinter der Rennbahn 14
99089 Erfurt
Tel. 0361/7462105
www.tierheim-erfurt.de
Spenden für das Tierheim nimmt der Tierheimverein Erfurt e.V. entgegen, Spendenkonto 469 994 400, Commerzbank Erfurt, BLZ 820 800 00.
Mehr Informationen gibt es unter:
www.tierheimverein-erfurt.de.
99089 Erfurt
Tel. 0361/7462105
www.tierheim-erfurt.de
Spenden für das Tierheim nimmt der Tierheimverein Erfurt e.V. entgegen, Spendenkonto 469 994 400, Commerzbank Erfurt, BLZ 820 800 00.
Mehr Informationen gibt es unter:
www.tierheimverein-erfurt.de.
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Tierheime in Deutschland
Wer ein Haustier sucht oder wer zwar keines halten, sich aber mit einem anfreunden möchte, kann über die Seite tierheimlinks.de mit Tierheimen in ganz Deutschland in Kontakt treten. Die meisten Tierheime freuen sich nicht nur über Sach- oder Futterspender, sondern auch über Menschen, die Hund, Katze und Co. Zeit und Aufmerksamkeit schenken.
Das größte Tierasyl Europas steht in Berlin-Lichtenberg: Bis zu zweitausend vierbeinige und geflügelte Hausgenossen werden hier jeden Tag von etwa hundert Mitarbeitern betreut. Träger des Großtierheims ist der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung e. V., bei dem rund 15.000 Mitglieder beschäftigt sind.
Wer ein Haustier sucht oder wer zwar keines halten, sich aber mit einem anfreunden möchte, kann über die Seite tierheimlinks.de mit Tierheimen in ganz Deutschland in Kontakt treten. Die meisten Tierheime freuen sich nicht nur über Sach- oder Futterspender, sondern auch über Menschen, die Hund, Katze und Co. Zeit und Aufmerksamkeit schenken.
Das größte Tierasyl Europas steht in Berlin-Lichtenberg: Bis zu zweitausend vierbeinige und geflügelte Hausgenossen werden hier jeden Tag von etwa hundert Mitarbeitern betreut. Träger des Großtierheims ist der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung e. V., bei dem rund 15.000 Mitglieder beschäftigt sind.




