Tierische Leidenschaft
Mini-Schweine, Pythonschlangen, sogar Krokodile liegen im Trend. Dabei sind viele Besitzer "normaler" Haustiere schon hoffnungslos überfordert, unterschätzen sie doch die natürlichen Bedürfnisse ihrer Lieblinge.Für ältere Menschen ist das Haustier oft Ersatz für den fehlenden Partner.
Wellness für Miezi und Rex
Für ihre tierischen Lieblinge scheint den Deutschen nichts zu teuer. Und da sie sich selbst verstärkt um eine Verbesserung ihres Allgemeinzustandes bemühen - mittels gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung oder Wellness-Anwendungen -, achten sie auch mehr auf das Wohlbefinden ihrer Haustiere. Neben der obligatorischen Fürsorge und Pflege liegen Wellness-Produkte für Tiere voll im Trend.
Gelenkschonende Kissen
Das Tierfutter ist jetzt zu 100 Prozent "Bio" und auch beim Zubehör macht sich der Trend bemerkbar: So gibt es für Miezi und Rex gelenkschonende Kissen sowie dick gepolsterte Komfortsofas oder -betten. Außerdem sollen diverse Wippen, Schaukeln und Spielsachen die Vierbeiner zu mehr Bewegung animieren.
Kein Lärm, kaum Dreck - so pflegeleicht, wie viele glauben, sind Schildkröten nicht.
Für ihre Haustiere empfinden die meisten Deutschen wahrlich eine Leidenschaft - welche jedoch nicht selten tatsächlich Leiden schafft. Denn der schönste Käfig, das teuerste Zubehör oder das beste Futter bestärken letztlich vor allem den Tierhalter in seinem Glauben, alles fürs Tier getan zu haben. Ob das Tier selbst jedoch Freude daran hat, ein Haus- oder genauer gesagt ein Heimtier zu sein, ist fraglich.
Kriterium Formschönheit
Viele Besitzer eines Heimtiers sind nicht oder nur unzureichend über natürliche Verhaltensweisen und artgerechte Haltungsbedingungen informiert. Häufig achten sie mehr auf die Formschönheit des Käfigs oder bezahlen viel Geld für modisches Zubehör. Dabei sind den Tieren elementare Dinge wichtiger: Sie brauchen Artgenossen, um nicht zu vereinsamen und um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können. Außerdem sollte man ihnen die Möglichkeit geben, sich zurückzuziehen.
Verschiedene Sprachen
Die Beschäftigung mit Frauchen oder Herrchen kann zwar eine nette Abwechslung sein, ist aber keinesfalls eine Lebensgrundlage für das Tier. Der Mensch ist kein vollwertiger "Ersatzpartner", auch wenn er das nur zu gerne in seinem tierischen Begleiter sieht. Er spricht eben nicht dieselbe Sprache, darüber hinaus interpretiert er auch noch viele Gesten völlig falsch: Ein einsames Kaninchen, das seine Sehnsucht nach etwas Gesellschaft durch Kuscheln an den Fressnapf demonstriert oder ein Wellensittich, der sein eigenes Spiegelbild füttert, amüsiert schon mal den selbsternannten Tierliebhaber.
Alter Trugschluss: Papageien plappern, weil sie sich langweilen - und nicht, um sich mit Menschen zu unterhalten.
Dass es sich dabei jedoch um einen vergeblichen Hilfeschrei seines Tieres handelt, erkennt er nicht. Dabei müsste es doch für jeden Besitzer eines Hamsters, eines Meerschweinchens oder eines Kanarienvogels eine wahre Horrorvorstellung sein, selbst in einem Mini-Lebensraum von der Größe eines Gästeklos im eigenen Mief und ohne Beschäftigung dahin zu vegetieren.
Statusobjekt Tier?
Purer Egoismus kommt häufig als Tierliebe verpackt daher. Ein Tier ist aber kein Statusobjekt, Modetrend, Partnerersatz oder Spielzeug. Nur wird es oft als solches wahrgenommen und nicht als eigenständiges Lebewesen. Eine "Vermenschlichung" des Tieres geht oft völlig an dessen Bedürfnissen vorbei. Viele Menschen sehen in ihrem tierischen Partner nur das, was sie sehen wollen, ihre eigenen Bedürfnisse stellen sie über die des Tieres. Und an dessen Zuneigung sind nun mal praktischerweise keine Bedingungen geknüpft.
Unbewusste Tierquälerei
Das fehlende Wissen über die Eigenarten, Vorlieben und Bedürfnisse des Tieres ist es, was dessen Leben als Heimtier zur Qual machen kann. Bei Tierquälerei handelt es sich - glücklicherweise - in den seltensten Fällen um bewusst grausame Handlungen. Aber Tiere leiden eben genauso, wenn sie aus Unwissen, aus Unachtsamkeit oder auch aus Unfähigkeit falsch behandelt werden.
Ulrike Wolf (09.06.2004/akt. 25.03.2010)
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Urlaubszeit - Reisezeit! Was muss beachtet werden, wenn zur erholungswilligen Familie auch ein Haustier gehört? Sie können es mitnehmen; im Ausland sind dann allerdings die jeweiligen Einreisebedingungen zu erfüllen. Oder Sie finden einen "Pflegedienst". Oder Sie buchen ihrem Vierbeiner ebenfalls einen Urlaubsplatz.
Über Tierpensionen, tierfreundliche Urlaubsziele und Vorkehrungen für die Reise ins Ausland informieren die Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbundes. Von Mai bis Mitte September ist das Urlaubsberatungstelefon wochentags von 10 bis 18 Uhr geschaltet: (0228) 6 04 96 27.
Über Tierpensionen, tierfreundliche Urlaubsziele und Vorkehrungen für die Reise ins Ausland informieren die Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbundes. Von Mai bis Mitte September ist das Urlaubsberatungstelefon wochentags von 10 bis 18 Uhr geschaltet: (0228) 6 04 96 27.
Infobox
Allergische Reaktionen sind kein Grund, generell auf Haustiere zu verzichten. Häufig müssen Kinder und Erwachsene dann jedoch mit weniger kuscheligen Freunden Vorlieb nehmen. Dabei sind die Haare von Hund und Katze eigentlich unproblematisch, denn die Allergene stammen aus Speichel, Urin, Talg oder Hautschuppen der Tiere.
Im Prinzip kann man auf jedes Haustier empfindlich reagieren, häufig sind es jedoch Katzen; deren Allergene gelten als extrem aggressiv. Acht Prozent aller bekannten Allergien sind auf Tierkontakte zurückzuführen, bei Kindern sogar bis zu fünfzig Prozent. Hyposensibilisierungen werden nur bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen durchgeführt und sind darüber hinaus nicht immer erfolgreich.
Im Prinzip kann man auf jedes Haustier empfindlich reagieren, häufig sind es jedoch Katzen; deren Allergene gelten als extrem aggressiv. Acht Prozent aller bekannten Allergien sind auf Tierkontakte zurückzuführen, bei Kindern sogar bis zu fünfzig Prozent. Hyposensibilisierungen werden nur bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen durchgeführt und sind darüber hinaus nicht immer erfolgreich.



