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Jagd

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"Jagd ohne Hund ist Schund"
Diesem Motto folgt heute ein Großteil der deutschen Jägerschaft. Als Gehilfe vor und nach dem Schuss ist der Hund für den Jäger unverzichtbar. Vor allem aber bei der Suche nach angeschossenem oder verunglücktem Wild offenbart sich die wichtige Funktion des Hundes für die waidgerechte Jagd. Das Führen eines "brauchbaren", geprüften Jagdhundes ist für bestimmte Jagdformen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Zum Nachweis ihrer Tauglichkeit müssen sich die Tiere einer so genannten Brauchbarkeitsprüfung unterziehen. Die Anforderungen sind hoch: Jagdhunde sollten sich durch dosierte Wildschärfe (Angriffslust oder mutiges Verhalten gegenüber dem Wild), Schussfestigkeit (Gleichgültigkeit gegenüber Schüssen aus nächster Nähe), Kraft, Ausdauer, Ruhe, Arbeitsfreude, gute Führigkeit sowie Verträglichkeit mit Artgenossen auszeichnen.

Je nach Einsatzgebiet werden Jagdhunde in Stöberhunde, Vorstehhunde, Apportierhunde, SchweißhundeErdhunde und jagende Hunde unterschieden:

Stöberhunde helfen dem Jäger vor dem Schuss. Bei so genannten Bewegungsjagden (Treibjagd, Beunruhigungsjagd) machen sie das Wild flüchtig und bringen es dazu, regelmäßig genutzte Aufenthaltsorte und Deckungen zu verlassen. Die Hunde suchen selbstständig nach der Beute und treiben sie vor das Gewehr des Jägers.

Im Unterschied zu den "aufregenden" Bewegungsjagden, die sich vor allem für bewaldetes Gelände eignen, bedarf es für die Jagd auf offenem Feld Hunde mit einem eher ruhigen Wesen und ausgeprägtem Geruchssinn.

Mit der Nase sucht der Vorstehhund die weiträumigen Flächen ab. Sobald er Witterung aufgenommen hat, erstarrt der Hund in der Bewegung und verharrt angespannt. Bewegt sich das Beutetier vom Hund weg, verfolgt er es vorsichtig. Erst auf Kommando des schussbereiten Jägers scheucht der Vorstehhund die Beute auf. Dieses "Vorstehen" genannte Verhalten ist eine genetisch verankerte Beutegreifhemmung des Hundes.

Für das Apportieren, also das Aufnehmen erlegter Beute und Herantragen an den Jäger, wurden spezielle Hunderassen gezüchtet: Seine Funktion gab dem Retriever den Namen, das englische retrieve heißt übersetzt "wiederfinden".

Auch Schweißhunde kommen erst nach dem Schuss zum Einsatz. Sie suchen verletztes, blutendes (schweißendes) Schalenwild und zeigen ihren Fund durch Bellen oder auffälliges Verhalten, etwa das Bringen von Gegenständen, an.

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Geschichtliches
Einst versorgte die Jagd die Menschen mit dem Lebensnotwendigen; erlegte Tiere lieferten Fleisch, Fell und Knochen. Doch mit der Etablierung des Feudalwesens im Fränkischen Reich etwa ab dem 9. Jahrhundert wurde die Jagd zu einer exklusiv dem Adel vorbehaltenen Veranstaltung. Sie war fester Bestandteil der mittelalterlichen und neuzeitlichen Hofkultur: vornehmer Zeitvertreib und Ausdruck elitären Selbstverständnisses.

Das Jagdprivileg trennte die Führungsschicht vom gemeinen Volk. Die Jagdlust des Adels ging bisweilen so weit, dass er den Bauern untersagte, äsendes Wild von den Feldern zu verscheuchen; wer wilderte, musste mit der Todesstrafe rechnen.

Das aristokratische Vorrecht, bei der niederen Landbevölkerung verhasst, entwickelte sich zur steten Quelle sozialen Unmuts, zumal höfische Jagdgesellschaften zu Pferde oft rücksichtslos die Äcker ihrer Untertanen zertrampelten. Doch erst mit der Revolution von 1848 kam der Wandel: Seitdem ist das Jagdrecht ans Grundeigentum geknüpft, ganz gleich, ob der Besitzer Bauer, Bürger oder Aristokrat ist.