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Jagd

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Stark gefährdet - der Wisent
Ein enger Verwandter des amerikanischen Büffels ist der Wisent - Europas größtes und schwerstes Landsäugetier. Einst lebten Wisente in ganz Mittel-, West- und Südosteuropa. Seit der Eiszeit bewohnten die Wildrinder Grassteppen, Wiesen und Wälder des Kontinents, wo sie als Pflanzenfresser Laub, junge Triebe, Wurzeln und Baumrinde in Hülle und Fülle fanden. Doch ähnlich wie ihre amerikanischen Vettern fielen die Tiere menschlicher Rücksichtslosigkeit zum Opfer.

Das Aussterben der Wisente begann bereits im 8. Jahrhundert in Südeuropa und zog sich die folgenden Jahrhunderte über die restlichen Teile des Kontinents. Der Verlust und das Zerstückeln ihrer Lebensräume sowie uneingeschränkte Jagd und Wilderei brachten die Tiere an den Rand der Ausrottung.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert lebten nur noch einige hundert Wisente zurückgezogen in entlegenen Waldgebieten des Kaukasus und Polens. Hunger und Elend der Menschen während des Ersten Weltkriegs machten aber auch den letzten frei lebenden Exemplaren der Gattung den Garaus. Nur wenige Dutzend Tiere hatten in Gefangenschaft überlebt.

Unterstützt von zoologischen Gärten startete die Internationale Gemeinschaft zur Rettung des Wisents 1923 ein Zuchtprogramm, um die Art zu erhalten. 1952 wurde im Urwald von Bialowieza im polnisch-weißrussischen Grenzgebiet eine kleine Wisentherde ausgewildert. Sie entwickelte sich so prächtig, dass aus ihr weitere Herden hervorgingen, die heute in Weißrussland, Litauen, in der Ukraine und im Kaukasus leben.

Allein der Wald von Bialowieza, der 1979 von der UNESCO als Weltnaturerbe unter Schutz gestellt wurde, ist heute Heimat für 450 Wisente. Nach Angabe des World Wide Fund For Nature (WWF) lag der Gesamtbestand der reinrassigen europäischen Bisons im Jahr 2006 bei etwa 3.500 Individuen, inklusive der 1.800 wild und halbwild (in riesigen umzäunten Schutzgebieten) lebenden Tiere.

Doch der Bestand nimmt bereits wieder ab. Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Wisent deshalb als "stark gefährdet" eingestuft: Menschliche Eingriffe in die Natur, sprich die großflächige Umwandlung ursprünglicher weiter Waldökosysteme in Agrarland und Forstplantagen, beschränken den Lebensraum der Tiere.

Fragmentierung und Isolierung der noch vorhandenen Wisent-Reviere verhindern den genetischen Austausch zwischen den Herden. Ihr Genpool ist durch die Nachzucht bereits geschwächt, zudem leiden die Tiere unter Inzucht. Auch die Wilderei ist noch immer ein großes Problem, trotz strenger Schutzbestimmungen. All das erschwert die Etablierung überlebensfähiger Populationen in der Wildnis.