Form und Inhalt
Moderne Formen von Kampfstilen gingen aus jahrhundertealten Kampfkünsten hervor. Deren vordergründiger Zweck war einst nicht das Kämpfen - es ging darum, Körper und Geist des Menschen zu vollenden.Shaolinmönche üben ihre Kampfkünste. Traditionell dienen die Techniken dazu, Geist und Körper zu formen. (Historische Abbildung am Shaolintempel)
Gefürchtete Mönche
Aus diesen Anfängen, so die Legende, entwickelten sich über Jahrhunderte die chinesischen Kampfkünste des Wushu (in der westlichen Sphäre häufig Kung Fu genannt). Als deren Inbegriff gilt noch heute der Name des Klosters, in das Bodhidharma einst eintrat: Shaolin. Hier übten und perfektionierten Mönche Techniken wie Tritte, Schläge, Griffe und Würfe, von denen viele das Potential hatten, Gegner zu verletzen und sogar zu töten. Shaolinmönche, die mit vollem Almosenbeutel durch die Lande zogen, sollen nie behelligt worden sein - Räuber nahmen es lieber mit eskortierten und bewaffneten Kaufmannskarawanen auf, heißt es.
Kampftechniken in Friedenszeiten
Selbstverteidigung war jedoch kein vordergründiger Zweck der Körperertüchtigung: weder des Wushu noch - tausende Kilometer weiter im Osten - des Budo, der japanischen Kampfkünste, die während der relativ friedlichen Edo-Periode (1603 bis 1868) aus früheren Nahkampfformen entstanden. In jenen Tagen hatten die Samurai keine Schlachten zu schlagen und widmeten ihre Zeit dem Üben von Kampftechniken - Budo diente als Methode zur Selbstkontrolle und Selbstverwirklichung.
Meister der Kampfkünste in Japan waren die Samurai. Sie beherrschten mehrere Waffen ebenso wie waffenlose Formen. (Nachgestellte Szene vom Ende des 19. Jahrhundert)
"Kampfkunst, als Waffe der Zerstörung", schreibt der Philosoph Robert Hammer, "war für seine Schöpfer ein Mittel der Kreativität, des Erschaffens des eigentlichen Menschen, seines Körpers und seines Geistes, seiner Form und auch seines Inhalts." Diesem traditionellen Verständnis der Kampfkunst liegt eine ganzheitliche Sichtweise zugrunde: Oberstes Ziel ist die Gesundheit an Körper, Geist und Seele; es geht darum, Anstand zu erwerben, Geduld und Ausdauer zu üben. Das Kämpfen steht an letzter Stelle.
Der Weg
In diesem Verständnis ist Kampfkunst eine Philosophie, ein Weg zur Erkenntnis der Wahrheit - der Wahrheit über sich selbst. Gegner auf dem Weg sind nicht solche, auf die man im Zweikampf trifft. Sie gelten vielmehr als Freunde, die die eigenen Schwächen aufzeigen und mit deren Hilfe man Fähigkeiten erprobt. Die wahren Feinde, die es zu besiegen gilt, sind die im Innern: Angst, Feigheit, Zweifel und Selbstüberschätzung...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Kampfsport | ![]() |
Infobox
Der Weg
Wichtigster Begriff fernöstlicher Kampfkünste ist das Do. Es bedeutet soviel wie "Weg" oder "Pfad": im Judo (sanfter Weg), im Aikido (Weg zur Harmonie der Kräfte), im Karate-Do (Weg der leeren Hand) und auch im Dojo (Haus des Do). Der "Weg des Kriegers" heißt im Japanischen Bushido, gemeint ist damit der Weg zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle.
Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Bushido auch den Verhaltenskodex der Samurai und umfasst Tugenden wie Treue, Höflichkeit, Bescheidenheit, Tapferkeit, Ehrgefühl, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Als historische Quelle taugt der Kodex jedoch wenig: Verrat, Bestechung und Meuchelmord waren auch den Samurai keineswegs fremd.
Wichtigster Begriff fernöstlicher Kampfkünste ist das Do. Es bedeutet soviel wie "Weg" oder "Pfad": im Judo (sanfter Weg), im Aikido (Weg zur Harmonie der Kräfte), im Karate-Do (Weg der leeren Hand) und auch im Dojo (Haus des Do). Der "Weg des Kriegers" heißt im Japanischen Bushido, gemeint ist damit der Weg zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle.
Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Bushido auch den Verhaltenskodex der Samurai und umfasst Tugenden wie Treue, Höflichkeit, Bescheidenheit, Tapferkeit, Ehrgefühl, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Als historische Quelle taugt der Kodex jedoch wenig: Verrat, Bestechung und Meuchelmord waren auch den Samurai keineswegs fremd.



