Die magische Distanz
Der erste olympische Marathon führte 1896 über knapp vierzig Kilometer. 1908 wurde die Strecke verlängert - für die Royals: von Schloss Windsor bis zum Olympiastadion waren es genau 42,195 Kilometer.Herausforderung für Körper und Geist: Der Weg ist für die meisten Läufer schon das Ziel. (Bild: bytepark)
Freude und Leid
Außerdem hilft Laufen, Alltagsstress abzubauen, das Immunsystem zu stärken, Herz und Kreislauf in Schwung zu bringen. So weit, so gut. Was aber bringt immer mehr Menschen dazu, aus der reinen Freude an Bewegung in freier Natur eine mit Schmerzen verbundene Quälerei zu machen - sprich, sich die magische Distanz von 42,195 Kilometern vorzunehmen? Was ist das Faszinierende am Marathon?
Logische Konsequenz
Die Gründe, einen Marathon zu bestreiten, sind so vielfältig wie die Menschen, die dies tun, unterschiedlich sind. Für viele Läufer ist die Teilnahme logische Konsequenz ihrer Begeisterung für den Laufsport. "Wer rennt und immer wieder ein Stückchen weiter rennt, braucht irgendwann ein Ziel", schreibt der Journalist und begeisterte Langstreckenläufer Wolfgang Wissler. Nicht selten ist der anstrengende Weg zum Marathon schon das Ziel: den Körper darauf zu trainieren, am Tag X so fit zu sein, dass der Läufer die rund 42 Kilometer ohne Pause und ohne gesundheitliche Risiken übersteht. Marathon, das ist der Wille, dem eigenen Körper etwas abzufordern, die persönlichen Grenzen - physisch wie auch psychisch - zu überwinden.
Geschafft: Wer nach den aufreibenden 42,195 Kilometern im Ziel ankommt, kann sich als Sieger fühlen. (Bild: bytepark)
Dann ist da noch das unbeschreibliche Gefühl, wenn Tausende Zuschauer an der Strecke jubeln und den erschöpften Läufer weiter vorantreiben. Oder das so genannte Runner's High, das sich häufig dann einstellt, wenn der Körper, um Schmerzen zu mildern, vermehrt Endorphine produziert - die dann beim Läufer trotz aller Strapazen Glücksgefühle auslösen. Fernab jedes Wettbewerbsgedankens ist für viele Marathoni allein die Tatsache, die kräftezehrende Strecke bewältigt zu haben, schon ein Sieg - über den inneren Schweinehund und den eigenen Körper, der spätestens nach der Hälfte der 42 Kilometer signalisiert, dass er nicht mehr kann. Wer jemals einen Marathon gelaufen ist, weiß: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt.
Ulrike Wolf (14.09.2005)
Infobox
Gesundheit
"Es gibt nicht viel, das ungesünder als ein Marathon ist. Aber nichts ist gesünder, als die Vorbereitung auf einen Marathon." Diese Worte stammen von einem, der es wissen muss: Marathonläufer Manfred Steffny.
Wer läuft, tut seinem Körper etwas Gutes: Schon zwanzig Minuten Jogging am Tag bringen den Stoffwechsel in Schwung. Das Gehirn wird beim Laufen stärker durchblutet und somit besser mit Sauerstoff versorgt, damit steigt die Konzentration. Der Herzmuskel wird gestärkt, weil er beim Laufen mehr pumpen muss - im Endeffekt, das heißt nach langem, intensivem Training, wird er dann umso weniger belastet.
Im Blut verringert sich das so genannte LDL-Cholesterin - "böses" Blutfett, das als Risikofaktor für Gefäßerkrankungen gilt. Dadurch wird das Blut dünnflüssiger und der Blutdruck sinkt. Die Zahl der roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind, nimmt gleichzeitig zu.
Beim Laufen steigen Herz- und Atemfrequenz - um eine ausreichende Zufuhr mit Sauerstoff zu gewährleisten. Positiv: nach einer Erholungsphase bleibt die Leistungsfähigkeit auf erhöhtem Niveau, der Sauerstoffaustausch in der Lunge wird dadurch effektiver.
"Es gibt nicht viel, das ungesünder als ein Marathon ist. Aber nichts ist gesünder, als die Vorbereitung auf einen Marathon." Diese Worte stammen von einem, der es wissen muss: Marathonläufer Manfred Steffny.
Wer läuft, tut seinem Körper etwas Gutes: Schon zwanzig Minuten Jogging am Tag bringen den Stoffwechsel in Schwung. Das Gehirn wird beim Laufen stärker durchblutet und somit besser mit Sauerstoff versorgt, damit steigt die Konzentration. Der Herzmuskel wird gestärkt, weil er beim Laufen mehr pumpen muss - im Endeffekt, das heißt nach langem, intensivem Training, wird er dann umso weniger belastet.
Im Blut verringert sich das so genannte LDL-Cholesterin - "böses" Blutfett, das als Risikofaktor für Gefäßerkrankungen gilt. Dadurch wird das Blut dünnflüssiger und der Blutdruck sinkt. Die Zahl der roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind, nimmt gleichzeitig zu.
Beim Laufen steigen Herz- und Atemfrequenz - um eine ausreichende Zufuhr mit Sauerstoff zu gewährleisten. Positiv: nach einer Erholungsphase bleibt die Leistungsfähigkeit auf erhöhtem Niveau, der Sauerstoffaustausch in der Lunge wird dadurch effektiver.


