Ein dritter Anlauf sollte 1924 endlich den ersehnten Sieg bringen. Wieder dabei war der 38-jährige George Mallory, als Mitglied aller vorherigen Expeditionen schon ein "alter Hase" im Geschäft. Am 8. Juni schulterten Mallory und sein Partner, der 22-jährige Ingenieur Andrew Irvine, die schweren Sauerstoffgeräte. Bekleidet mit Tweedjacke, Wickelgamaschen und Nagelschuhen machte sich das Duo, beseelt von britischem Entdeckergeist, auf zum höchsten Punkt der Erde. Ein Kamerad erspähte die beiden noch etwa 250 Meter unterhalb des Gipfels. Dann zog eine Wolke auf. Es war das letzte Mal, dass Mallory und Irvine lebend gesehen wurden.
Vorlage für Legenden
Was war geschehen? Diese Frage treibt die Bergsteigerzunft bis heute um. Kein Unglück in der Geschichte des Alpinismus wurde so oft beschrieben wie das spurlose Verschwinden von Mallory und Irvine, bildet es doch die perfekte Vorlage für Legenden. Ihr Tod machte Mallory und Irvine zu unsterblichen Helden, zum Mythos; nicht zuletzt, da der Mount Everest sein Geheimnis nicht preisgibt: Erreichten die beiden vor ihrem Tod den Gipfel? Oder ereilte sie schon vorher das Schicksal? Weil der Berg die Antwort schuldig blieb, ging der Wettlauf weiter, wenn auch erst nach dem großen Sterben im Zweiten Weltkrieg. Mehr denn je lastete auf den Briten der Druck, den Mount Everest zu bezwingen, war eine schweizerische Expedition 1952 doch nur knapp gescheitert. Mit 350 Trägern ging es 1953 erneut zum Angriff auf den Gipfel. Am 29. Mai um 11.30 Uhr war es geschafft: Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay standen auf dem höchsten Punkt der Erde.
Nationaler Sieg
Für Großbritannien war die Erstbesteigung des Mount Everest - weltweit als "Eroberung des Dritten Pols" gefeiert - ein nationaler Sieg, der gerade rechtzeitig zur Krönung Elizabeths II. kam. In Würdigung ihrer herausragenden Leistung erhob die Queen Hillary in den Ritterstand, während Tenzing die George Medal bekam. Und dennoch hatte die "britische" Erstbesteigung einen Beigeschmack: Weniger, weil der Berg - beziehungsweise der nationale Ehrgeiz - mehrere Opfer gefordert hatte, sondern vielmehr, weil man den Sieg lieber Landsleuten gegönnt hätte. Freilich, Edmund Hillary und Tenzing Norgay gehörten einer britischen Expedition an, doch darf nicht vergessen werden, dass mit Hillary und Norgay ein Neuseeländer und ein Nepalese nachweislich als erste Menschen auf dem Mount Everest standen.
Glaube an den Erfolg
Vielleicht ist das ein zusätzlicher Grund, warum die Frage, ob Mallory und Irvine den Gipfel tatsächlich erreicht hatten, immer wieder die Gemüter bewegte. Nach wie vor möchte mancher gern weiter an den frühen, den eindeutig britischen Erfolg glauben. Der britische Expeditionsbericht von 1924 trägt sogar den Titel Die Besteigung, war die Vorstellung des Scheiterns doch nur schwer zu ertragen - besonders dann nicht, wenn die Helden für den Sieg ihr Leben geben.
Grausige Entdeckung
Neue Nahrung fand die Hoffnung auf einen rein britischen Gipfelsieg 75 Jahre nach Mallorys und Irvines Verschwinden: 1999 entdeckten Bergsteiger einen Leichnam; tiefgefroren, mit marmorweißer Haut und zerschmettertem Schienbein - George Mallory. Klarheit brachte die grausige Entdeckung nicht. Stattdessen heizte sie den Mythos weiter an. Seitdem konzentriert sich die Suche auf die Kamera, welche die beiden Bergsteiger mit sich geführt haben. Was, wenn nicht ein Foto, könnte das letzte große Geheimnis um den Mount Everest lüften und zeigen, wer in Wahrheit Sieger des Wettlaufs zum Gipfel war?
Yvonne Schmidt (15.05.2008)
Vorlage für Legenden
Was war geschehen? Diese Frage treibt die Bergsteigerzunft bis heute um. Kein Unglück in der Geschichte des Alpinismus wurde so oft beschrieben wie das spurlose Verschwinden von Mallory und Irvine, bildet es doch die perfekte Vorlage für Legenden. Ihr Tod machte Mallory und Irvine zu unsterblichen Helden, zum Mythos; nicht zuletzt, da der Mount Everest sein Geheimnis nicht preisgibt: Erreichten die beiden vor ihrem Tod den Gipfel? Oder ereilte sie schon vorher das Schicksal? Weil der Berg die Antwort schuldig blieb, ging der Wettlauf weiter, wenn auch erst nach dem großen Sterben im Zweiten Weltkrieg. Mehr denn je lastete auf den Briten der Druck, den Mount Everest zu bezwingen, war eine schweizerische Expedition 1952 doch nur knapp gescheitert. Mit 350 Trägern ging es 1953 erneut zum Angriff auf den Gipfel. Am 29. Mai um 11.30 Uhr war es geschafft: Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay standen auf dem höchsten Punkt der Erde.
Nationaler Sieg
Für Großbritannien war die Erstbesteigung des Mount Everest - weltweit als "Eroberung des Dritten Pols" gefeiert - ein nationaler Sieg, der gerade rechtzeitig zur Krönung Elizabeths II. kam. In Würdigung ihrer herausragenden Leistung erhob die Queen Hillary in den Ritterstand, während Tenzing die George Medal bekam. Und dennoch hatte die "britische" Erstbesteigung einen Beigeschmack: Weniger, weil der Berg - beziehungsweise der nationale Ehrgeiz - mehrere Opfer gefordert hatte, sondern vielmehr, weil man den Sieg lieber Landsleuten gegönnt hätte. Freilich, Edmund Hillary und Tenzing Norgay gehörten einer britischen Expedition an, doch darf nicht vergessen werden, dass mit Hillary und Norgay ein Neuseeländer und ein Nepalese nachweislich als erste Menschen auf dem Mount Everest standen.
Sherpas begleiteten Expeditionen von Anfang an als Träger - viele bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben.
Vielleicht ist das ein zusätzlicher Grund, warum die Frage, ob Mallory und Irvine den Gipfel tatsächlich erreicht hatten, immer wieder die Gemüter bewegte. Nach wie vor möchte mancher gern weiter an den frühen, den eindeutig britischen Erfolg glauben. Der britische Expeditionsbericht von 1924 trägt sogar den Titel Die Besteigung, war die Vorstellung des Scheiterns doch nur schwer zu ertragen - besonders dann nicht, wenn die Helden für den Sieg ihr Leben geben.
Grausige Entdeckung
Neue Nahrung fand die Hoffnung auf einen rein britischen Gipfelsieg 75 Jahre nach Mallorys und Irvines Verschwinden: 1999 entdeckten Bergsteiger einen Leichnam; tiefgefroren, mit marmorweißer Haut und zerschmettertem Schienbein - George Mallory. Klarheit brachte die grausige Entdeckung nicht. Stattdessen heizte sie den Mythos weiter an. Seitdem konzentriert sich die Suche auf die Kamera, welche die beiden Bergsteiger mit sich geführt haben. Was, wenn nicht ein Foto, könnte das letzte große Geheimnis um den Mount Everest lüften und zeigen, wer in Wahrheit Sieger des Wettlaufs zum Gipfel war?
Yvonne Schmidt (15.05.2008)
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Seit es den Alpinismus gibt, diskutieren Bergsteiger die Frage, ob das Mitführen von Sauerstoffgeräten legitim sei oder ob es die Bergsteigerei verfälsche. In großen Höhen vorherrschender Sauerstoffmangel kann schwere körperliche Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Atemnot, Benommenheit, Schwindel und Ödeme hervorrufen, sogar zum Tod führen. Wenn die Zeit zur Akklimatisierung nicht ausreicht, soll zusätzlicher Sauerstoff helfen. Jahrzehntelang hat keine Expedition zum Gipfel des Mount Everest auf den Einsatz von Sauerstoff verzichtet. Erst 1978 bewiesen Reinhold Messner und Peter Habeler, dass der höchste Berg der Erde auch ohne Sauerstoffmasken bestiegen werden kann.



