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Nationalparks

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Seit im Jahr 1872 im Nordwesten der USA der Yellowstone Nationalpark gegründet wurde, setzte sich die Idee, Naturlandschaften großflächig zu schützen, weltweit durch. Nun, nach Jahrzehnten des Raubbaus, zielten die Bestrebungen darauf, Naturschönheiten für künftige Generationen zu erhalten und vor jeglicher Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen zu bewahren. Kanada, Australien und Neuseeland erkannten bald die Chance, bisher ungestörte Gebiete von der Kultivierung auszunehmen und der Nachwelt zu erhalten.

Die ersten europäischen Nationalparks entstanden 1910 in Schweden. In den anderen Ländern des Kontinents etablierte sich der Nationalparkgedanke nach amerikanischem Vorbild erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute gibt es mehr als 2.200 Nationalparks in über 120 Ländern. Die Vielfalt ist groß und reicht von Meeres-, Küsten- und Waldgebieten über Gebirge bis zu Sumpf- und Moorlandschaften.

Zum ersten Nationalpark der BRD wurde 1970 der Bayerische Wald erklärt, 1978 folgte die Deklaration des Nationalparks Berchtesgaden. Seit 1985 sind fast alle Küstenbereiche des deutschen Wattenmeers (Nationalparke Niedersächsisches, Hamburgisches sowie Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) unter Schutz gestellt. Derzeit besitzt Deutschland 15 Nationalparks. Allein sieben davon findet man im Osten des Landes; neben dem Hainich sind dies die Nationalparks Jasmund, Vorpommersche Boddenlandschaft und Müritz, Harz, Unteres Odertal und der Nationalpark Sächsische Schweiz.

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"Nationalparks sind Landschaften, wo sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln kann. Nationalparks schützen Landschaften, indem sie die Eigengesetzlichkeit der Natur bewahren und Rückzugsgebiete für wildlebende, zum Teil bedrohte Pflanzen und Tiere schaffen. Daher sind sie unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde."

Dieses Leitbild mit dem Erholungsbedürfnis von Touristen in Einklang zu bringen, ist für die Nationalparks eine große Herausforderung. Der Schutz der Natur steht allerdings nicht zwangsläufig im Widerspruch zu deren öffentlicher Zugänglichkeit: Zum einen helfen Einnahmen aus Eintrittsgeldern, den Schutz für Tiere und Pflanzen zu finanzieren; zum anderen vermitteln Nationalparks einmalige Einsichten in natürliche Prozesse und können so den Respekt vor der Umwelt stärken und zu einem schonenderen Umgang mit der Natur beitragen. Sie bilden zudem unersetzliche Erfahrungsräume für wissenschaftliche Beobachtung und helfen so, die Eigengesetzlichkeiten der Natur zu verstehen und dieses Wissen an künftige Generationen weiterzugeben.