Gärten fürs Volk
Schrebergärten sind weltweit bekannt. Die Idee des Arztes Schreber aber waren sie nicht. Der Naturheilkundler aus Sachsen schrieb zwar Texte über Gesundheitspflege und über Gymnastik, doch nie über Gartenkultur.Um das Jahr 1869 entstanden in Leipzig die ersten Schrebergärten.
"Bedauernswerte Kinder"
Auch der eigentliche Schulverein aus Eltern und Pädagogen, der ein Jahr vor der Anlage des Platzes gegründet worden war, nannte sich Schreberverein. Ziel der Mitglieder war es, die Leipziger Jungen und Mädchen von der Straße zu holen, weil - wie es im Gründungsaufruf hieß - "die bedauernswerten Kinder mit ihren Spielen auf das Gefahr bringende Straßenpflaster und auf feuchte Höfe angewiesen sind". Neben der Spielwiese wollte man auch in "einem Winkel einen bescheidenen, botanischen Garten anlegen".
Verwahrloste Flächen
Den Schaugarten pflanzte der Lehrer Heinrich Karl Gesell dann doch nicht am Schreberplatz. Er wollte lieber in selbst zu pflegenden Gärten den Kindern die Natur näher bringen. Jedoch verloren die Kleinen schnell das Interesse und ihre Eltern legten selbst Hand an die verwahrlosten Flächen. Aus den Kinderbeeten am Rand der Spielwiese entstanden daher ab 1869 Familienbeete. Ein Jahr später gab es bereits 100 parzellierte und umzäunte Flächen, die von da an Schrebergärten genannt wurden.
Eine beispiellose Erfolgsgeschichte nahm nun ihren Lauf. Die gärtnernden Schrebervereine verbreiteten sich zunächst über Sachsen und dann über das ganze Land. Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts schon einmal ein Versuch, Kleingärten zu etablieren, gescheitert war, eroberten Gartenkolonien nun städtische Brachen und die Herzen der Arbeiter.
Gärten statt Geld
Im Mutterland der Industrialisierung hatte die englische Regierung bereits 1819 ein Gesetz erlassen, dass die Verpachtung von Land an Erwerbslose und Ortsarme regelte. In den wuchernden Städten wurde billig Land vergeben, um dadurch Bedürftigen Möglichkeiten zur Erholung und Eigenversorgung zu bieten.
Die Armengärten machten auch in Dänemark und Deutschland Schule. Wohlmeinende Landesherren wie der Landgraf Carl von Hessen, der in Kappeln an der Schlei bereits 1806 parzellierte Gärten hatte anlegen lassen, Wohlfahrtsorganisationen, Fabrikherren und Stadtverwaltungen gründeten Armengärten. Die Bereitstellung von Gartenland war für Landbesitzer und Städte günstiger, als Geld an Arme zu zahlen. Außerdem wurden Geldzuwendungen und Müßiggang damals als demoralisierend angesehen. Eine patriarchalische Haltung, die den Bedürftigen dennoch zu Gute kam...
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Schrebergärten...
sind Pachtgärten, die in einer Anlage liegen. Die einzelnen Parzellen sind in der Regel 200 bis 400 Quadratmeter groß. Sie dienen zum Anbau von Obst und Gemüse und zur Erholung. Jeder Garten besitzt eine Laube für Gerätschaften, oft mit kleinem Wohnraum. Viele Parzellen verfügen auch über Strom.
Die Kosten für einen Kleingarten setzen sich aus Pacht, Beitrag für den Verein und Nebenkosten zusammen, das können im Jahr 150 bis 175 Euro sein, ganz abhängig von der Größe. Was richtig viel Geld kostet, ist die Übernahme der bestehenden Parzelle eines Vorpächters - denn deren Preis ist Verhandlungssache.
In einer Kleingartenanlage, die durch einen Verein verwaltet wird, gibt es zwischen zwanzig und einhundert Parzellen. Geselligkeit und Feste gehören zum Leben der Pächter.
sind Pachtgärten, die in einer Anlage liegen. Die einzelnen Parzellen sind in der Regel 200 bis 400 Quadratmeter groß. Sie dienen zum Anbau von Obst und Gemüse und zur Erholung. Jeder Garten besitzt eine Laube für Gerätschaften, oft mit kleinem Wohnraum. Viele Parzellen verfügen auch über Strom.
Die Kosten für einen Kleingarten setzen sich aus Pacht, Beitrag für den Verein und Nebenkosten zusammen, das können im Jahr 150 bis 175 Euro sein, ganz abhängig von der Größe. Was richtig viel Geld kostet, ist die Übernahme der bestehenden Parzelle eines Vorpächters - denn deren Preis ist Verhandlungssache.
In einer Kleingartenanlage, die durch einen Verein verwaltet wird, gibt es zwischen zwanzig und einhundert Parzellen. Geselligkeit und Feste gehören zum Leben der Pächter.



