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Sommerzeit

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Mediziner vergleichen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Zuge der Zeitumstellung mit denen eines Mini-Jetlags. Der Jetlag entsteht beim Überschreiten verschiedener Zeitzonen (etwa bei einem Flug von Europa nach Amerika) und bringt die innere Uhr mächtig durcheinander: Die meisten biologischen und psychischen Vorgänge im Körper folgen nämlich einem natürlichen Rhythmus. Viele dieser Funktionen, zum Beispiel der Blutdruck, die Pulsfrequenz oder die Körpertemperatur, haben einen Zyklus von etwa einer Tageslänge und werden als zirkadiane Rhythmen bezeichnet.

Der Lauf der Sonne, also der Wechsel zwischen Tag und Nacht, steuert die innere Uhr. So beeinflusst der Hell-Dunkel-Rhythmus die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, das die Aktivität senkt und müde macht. Bei der Umstellung von der Normal- auf die Sommerzeit hängt die innere Uhr der Uhrzeit auf dem Wecker um eine Stunde hinterher; dort steht 7.00 Uhr aber eigentlich ist es erst um sechs.

Der Hormonhaushalt kann sich nicht so schnell umstellen; auch Blutdruck und Pulsfrequenz sind noch in der Dunkel-Phase. Dementsprechend müde ist der Mensch, unkonzentriert und gereizt. Dagegen fühlt er sich um zehn Uhr abends noch fit, obwohl er zu dieser Zeit normalerweise ins Bett geht. Die innere Uhr weiß es besser - es ist erst um neun.

Bis sich innere Uhr und äußerer Tagesablauf wieder aufeinander einpendeln, können bis zu zwei Wochen vergehen. In den Tagen nach der Zeitumstellung sollten Betroffene auf ihren Mittagsschlaf, nervenaufreibende TV-Thriller, späte Mahlzeiten, Nikotin, Alkohol und aufputschende Getränke verzichten. Bei Schlafstörungen helfen auch leichte körperliche Bewegung und Entspannungsübungen. Besondere Vorsicht gilt bei unfallgefährdeten Tätigkeiten.