Geweih mit Motor
Sportwagen sind nur bedingt alltagstauglich, schlucken literweise Benzin, verpesten die Umwelt - und können ihre volle Kraft selten unter Beweis stellen. Doch Besitzern eines solchen Vehikels sind neidische Blicke sicher.Wer ist hier der Star? Sean Connery, der erste Darsteller des legendären James Bond, vor einem Aston Martin DB5.
Gefühl des Sieges
Ein unbezahlbarer Imagegewinn für den britischen Automobilhersteller, von dem die Marke noch heute zehrt. Namhafte Produzenten, wie Lotus, Ferrari, AMC, Toyota oder BMW, folgten dem Beispiel. Bis heute ist ein Sportwagenhersteller gut beraten, bei der Marktplatzierung eines neuen Modells einen James-Bond-Film auszustatten. Denn: Bei dieser Fahrzeugkategorie geht es hauptsächlich ums Image. Fast jeder größere Autokonzern hat heute eine Sportwagenlinie in der Modellpalette - und wer es sich leisten kann, engagiert sich mit teuren Fahrzeug- und Motorenentwicklungen im Motorsport. Siege in der Formel 1, bei Tourenwagenrennen oder Rallyes bringen technologische Erkenntnisgewinne und strahlen positiv ab auf die Serienmodelle - deren Käufer sich dann ein wenig wie die siegreichen Rennfahrer fühlen.
Kleinster gemeinsamer Nenner
Doch was ist eigentlich ein Sportwagen? Eine exakte Definition des Begriffs gibt es nicht, bestenfalls zahlreiche Erkennungsmerkmale, die sich auf einen kleinsten gemeinsamen - technischen - Nenner bringen lassen. Sportwagen sind eng, laut, hart gefedert, meist zweisitzig und vor allem - schnell. Dadurch unterscheiden sie sich "genetisch" von den größeren, viel vernünftigeren Geschwistern - den bequemen Limousinen, den geräumigen Transportern oder den familienfreundlichen Kombis.
Platz für eine Zahnbürste
Im Kofferraum eines Sportwagens ist bestenfalls Platz für Zahnbürste, Picknickkorb und einen Satz Golfschläger. Und auch sonst herrscht im Inneren ziemliche Enge. Doch um das Platzangebot geht es bei solch einem edel designten und technisch hoch gezüchteten Gefährt auch nicht. Fuhren doch schon früher in der Regel nur Menschen solche Vehikel, die es sich erlauben konnten, ihr Gepäck voraus zu schicken - vorzugsweise in ein Fünf-Sterne-Hotel. Vielleicht ist die Raumknappheit einer der Gründe, dass sich bis heute in dieser Fahrzeugklasse die Cabriolets - exklusive "oben ohne"-Modelle mit faltbarem Verdeck - so großer Beliebtheit erfreuen.
Klassisches Ferrari-Rot
Die Enge hat ihren Grund: Den Hauptplatz nehmen in der Regel nicht Fahrer und Beifahrer, sondern der hubraum- und leistungsstarke Sechs- bis Zwölfzylindermotor sowie das fein abstufbare Getriebe - meist mit sechs Gängen oder einer Schaltautomatik - ein. In älteren Sportwagenmodellen wurde der Motor vorn, meist längs liegend eingebaut, was bis in die 1960er Jahre zu einer markanten Gestaltung mit extrem langen, teilweise elegant geschwungenen Kotflügeln und Kühlerhauben führte. Nicht zu vergessen die unverwechselbaren, typischen Fahrzeugfarben, wie das British Racing Green, die einzigartige Aluminiumoptik der Mercedes-Silberpfeile oder das helle Ferrari- und das dunklere Alfa-Rot, die selbst zu Klassikern wurden...
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