Der Weg in die Tiefe
Die ersten Menschen, die sich ins Meer hinab wagten, taten das nicht bloß zum Spaß. Und es vergingen Jahrtausende, bis Taucher sich frei wie Fische im Wasser bewegen konnten.Faszination Tauchen: Bereits Alexander den Großen (356 bis 323 v. Chr.) zog es in einer Taucherglocke in die Tiefe.
Vom Hunger getrieben
Erster Zweck des Tauchens war demnach die Beschaffung von Nahrung. An verschiedenen Küsten fanden Wissenschaftler Reste über sechstausend Jahre alter Tiefseemuscheln. Die wahrscheinlichste Erklärung, wie sie aus den Tiefen des Ozeans an Land kamen: sie wurden von Menschen herauf geholt. Beim Öffnen der Beute entdeckten einige unserer Vorfahren dann Perlen und verwendeten sie als Schmuck. Aus den Schalen der Tiere fertigten sie Muschelanhänger.
Auf Schatzsuche
Mit Nahrung und Schmuck aus dem Meer ließ sich Handel treiben, das Tauchen wurde zum einträglichen Geschäft. Auch die Suche nach verlorener Fracht und versunkenen Schätzen zog Menschen auf den Grund der Ozeane. Herodot erzählt beispielsweise von Scyllias, einem Schatztaucher, der um 500 v. Chr. dem persischen König Xerxes diente. Doch auch Armeen setzten Taucher ein, etwa zum Brechen von Seeblockaden, wie Plinius der Ältere (24 bis 79 n. Chr.) berichtet.
Ohne Hilfsmittel
Die ersten Tauchgänge fanden wohl ohne Hilfsmittel statt. Dementsprechend kurz war die Zeit zum Jagen, Schatzsuchen, Schiffereparieren oder -versenken. Bald suchte man deshalb nach Möglichkeiten, die Tauchzeiten zu verlängern. Die ältesten Überlieferungen berichten jedoch von wenig praktikablen Lösungen, um diesem Ziel näher zu kommen: Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) beschreibt einen Taucher, der seinen Luftvorrat mit Hilfe eines über den Kopf gestülpten Topfes zu vergrößern suchte.
Dornen gegen Seemonster
Illustrationen aus dem 16. Jahrhundert bezeugen die ungebrochene Beschäftigung mit der Frage, wie der Mensch für längere Zeit unter Wasser bleiben kann. Auch Leonardo da Vinci befasste sich damit: Er entwarf einen ledernen Tauchhelm mit Sichtfenster, der - zur Abwehr von Seemonstern - mit spitzen Dornen versehen war. Als Luftzufuhr diente ein langer Lederschlauch, dessen oberes Ende Kork oder Tierblasen über Wasser hielten.
Schläuche und Fässer
Im 18. Jahrhundert schließlich erfand der britische Astronom Edmund Halley die erste brauchbare Taucherglocke. Über Schläuche war dieses hölzerne Gerät mit Luftfässern verbunden, die ebenfalls ins Wasser gelassen wurden. Eindringendes Wasser drückte den zusätzlichen Luftvorrat allmählich aus den Fässern, über die Schläuche gelangte er ins Innere der Glocke. Diese Erfindung gab den Anstoß zur Entwicklung von transportablen Tauchkammern und schweren Helmtauchgeräten, die mittels Pumpe und Schlauch mit Luft von der Oberfläche versorgt wurden...
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