Klöster, Kirchen, Kathedralen
In eine längst vergangene Epoche können Besucher in Sachsen-Anhalt eintauchen: auf der Straße der Romanik. Mittelalterliche Relikte in 65 Orten sind ihr Wahrzeichen.In 65 Orten Sachsen-Anhalts, wie hier in Groß Ammensleben, gibt es historische Denkmäler aus der Zeit der Romanik.
Der Romanik auf der Spur
Nicht nur Magdeburg, ganz Sachsen-Anhalt ist reich an kulturellen Schätzen und historischen Denkmälern. Für die Landesväter war das Anlass genug, im Jahr 1993 die Straße der Romanik ins Leben zu rufen. Seitdem können Besucher in landesweit 65 Orten die romanische Vergangenheit erleben: Von Magdeburg über die Altmark bis in den Harz stehen genau 80 rund eintausend Jahre alte Dome, Burgen, Pfalzen, Klöster, Kirchen und Kathedralen auf dem Besichtigungsprogramm.
Aushängeschild der Region
Die etwa eintausend Kilometer lange Straße der Romanik ist das Aushängeschild Sachsen-Anhalts. Durchschnittlich 1,3 Millionen Urlauber statten der "mittelalterlichen Schatzkammer" jährlich einen Besuch ab. Mittlerweile gehört die Strecke zu den zehn beliebtesten Ferienstraßen in Deutschland. Etwa 150.000 Menschen besichtigen jedes Jahr allein den Naumburger Dom, 100.000 die Stiftskirche in Quedlinburg.
Überregionale Kulturstraße
Romanische Bauwerke in Hülle und Fülle gibt es aber nicht nur in Sachsen-Anhalt, schließlich strahlte die um etwa 950 einsetzende Romanik als erste einheitliche Kunstepoche des Mittelalters auch auf andere Regionen aus. Sachsen-Anhalts Politiker hatten daher die Idee, europäische Denkmäler durch eine überregionale Kulturstraße miteinander zu verbinden - es war die Geburtstunde der Transromanica.
Imaginäre Route
Den Grundstein für die unlängst zur Europäischen Kulturstraße erklärten Transromanica legten 2003 Sachsen-Anhalt, Thüringen, die norditalienische Provinz Modena, Kärnten und Slowenien. Anders als der Jakobsweg, der den gleichen Titel trägt, ist die Transromanica allerdings eine imaginäre Route - gebildet durch gemeinsame Wurzeln. Um die zu stärken, sollen jetzt einzelne Zonen miteinander verbunden werden. So ist beispielsweise ein Romanik-Radweg geplant, der von Regensburg aus durch Österreich führt.
Die Vergangenheit als Zukunft
Indem die Transromanica das Bewusstsein für ein gemeinsames europäisches Erbe fördert, trägt sie wesentlich zur touristischen Entwicklung der einzelnen Regionen bei, zu denen mittlerweile auch Spanien, Burgund und Serbien gehören. Fast noch wichtiger aber ist die Bedeutung der Transromanica als Baustein für die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt europäischer Staaten im 21. Jahrhundert.
Yvonne Schmidt (07.10.2008)
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Traumstraßen | ![]() |
Infobox
Die Romanik...
war die erste große europäische Kunst- und Geistesrichtung nach dem Untergang des Römischen Reiches. Überall in Europa entstanden ab ungefähr 950 bis etwa 1250 Klöster, Kirchen und Kathedralen, deren typische bauliche Merkmale Rundbögen und dicke Mauern mit kleinen Fenstern sind. Fantasievolle Skulpturen, wie Heilige, Teufel, Bestien oder Mischwesen, symbolisieren die Spiritualität der Zeit, geistige Verzückung und Sinnlichkeit.
Die Epoche der Romanik war eine Welt des Glaubens, sakrale Bauwerke waren Mittelpunkt des Lebens. Ihre Größe sollte die Allmacht Gottes und die Stärke des Christentums verdeutlichen. Vor allem die prächtigen Kathedralen vermittelten den Gläubigen das Gefühl, in der Höhe, am Horizont, würde das Irdische mit dem Göttlichen, die Endlichkeit mit der Unendlichkeit verschmelzen. Seit etwa der Mitte des 12. Jahrhunderts begann dann die Gotik die Romanik zu überlagern und allmählich abzulösen.
war die erste große europäische Kunst- und Geistesrichtung nach dem Untergang des Römischen Reiches. Überall in Europa entstanden ab ungefähr 950 bis etwa 1250 Klöster, Kirchen und Kathedralen, deren typische bauliche Merkmale Rundbögen und dicke Mauern mit kleinen Fenstern sind. Fantasievolle Skulpturen, wie Heilige, Teufel, Bestien oder Mischwesen, symbolisieren die Spiritualität der Zeit, geistige Verzückung und Sinnlichkeit.
Die Epoche der Romanik war eine Welt des Glaubens, sakrale Bauwerke waren Mittelpunkt des Lebens. Ihre Größe sollte die Allmacht Gottes und die Stärke des Christentums verdeutlichen. Vor allem die prächtigen Kathedralen vermittelten den Gläubigen das Gefühl, in der Höhe, am Horizont, würde das Irdische mit dem Göttlichen, die Endlichkeit mit der Unendlichkeit verschmelzen. Seit etwa der Mitte des 12. Jahrhunderts begann dann die Gotik die Romanik zu überlagern und allmählich abzulösen.



