Worin nur könnte die Attraktivität des sich Alle Jahre wieder-holenden Budenzaubers liegen? Was bringt die Menschen dazu, es sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu Hause gemütlich zu machen, sondern trotz Dunst und Kälte über den Weihnachtsmarkt zu schlendern? Gibt es vielleicht einen unsichtbaren Mechanismus, der die Besinnlichkeits-Maschinerie am Laufen hält?
Mit allen Sinnen
Besinnlichkeit - ein gutes Stichwort: Besucher von Weihnachtsmärkten müssen bereit sein, sich auf deren besondere Atmosphäre einzulassen - mit allen Sinnen. Das Leuchten hunderter Lämpchen, jener typische Geruch nach Süßem, Deftigem und Tannengrün, der schon am Eingang in die Nase kriecht, die Top Ten der Weihnachtsevergreens als Hintergrundbeschallung und das Sich-treiben-lassen im Gedränge der Menschen - all das wirkt wie ein unsichtbarer Magnet, der die Individuen zu einer scheinbar homogenen Masse vereint und in eine gleichförmige Bewegung versetzt.
Im Gleichklang
Irgendetwas geschieht beim Betreten des Weihnachtsmarktes mit dem Besucher. Ob er will oder nicht, er bewegt sich mit in jenem merkwürdigen Kreislauf, der wie von unsichtbarer Hand in Schwung gehalten wird. Nicht kreuz und quer geht es über den Weihnachtsmarkt - im Gleichklang mit den anderen wird zwischen den Reihen gewandelt, geschaut, gerochen, geschmeckt und gefühlt.
Eine spezielle Atmosphäre
Nun, rationell betrachtet bieten Weihnachtsmärkte keinen wirklich greifbaren Grund für den Menschenfluss zwischen den Buden. Viele Stände haben ein ziemlich konventionelles Warenangebot, das man so - meist sogar noch billiger - auch in normalen Geschäften findet. Die spezielle Atmosphäre des einstigen Lichterfestes aber bringt die Menschen zueinander, macht sie empfänglich für das Besondere im Gewöhnlichen.
Magische Strahlung
Vielleicht funktioniert das ganze ja so ähnlich wie die Lichtmühlen genannten Glaskugeln mit den sich drehenden Flügelrädchen in der Bude des Glasbläsers. Das Licht setzt die Bewegung der Flügel in Gang: die Ursache ist nicht sichtbar, das Ergebnis umso beeindruckender. Auch Weihnachtsmärkte sind erfüllt von einer unsichtbaren, magischen Strahlung, bringen Licht in das Dunkel der Welt. Und tatsächlich wird der Mensch hier in Bewegung, ja, zum Drehen gebracht - nicht nur auf Riesenrad oder Kinderkarussell.
Ulrike Wolf (04.12.2006/aktualisiert 01.12.2009)
Mit allen Sinnen
Besinnlichkeit - ein gutes Stichwort: Besucher von Weihnachtsmärkten müssen bereit sein, sich auf deren besondere Atmosphäre einzulassen - mit allen Sinnen. Das Leuchten hunderter Lämpchen, jener typische Geruch nach Süßem, Deftigem und Tannengrün, der schon am Eingang in die Nase kriecht, die Top Ten der Weihnachtsevergreens als Hintergrundbeschallung und das Sich-treiben-lassen im Gedränge der Menschen - all das wirkt wie ein unsichtbarer Magnet, der die Individuen zu einer scheinbar homogenen Masse vereint und in eine gleichförmige Bewegung versetzt.
Im Gleichklang
Irgendetwas geschieht beim Betreten des Weihnachtsmarktes mit dem Besucher. Ob er will oder nicht, er bewegt sich mit in jenem merkwürdigen Kreislauf, der wie von unsichtbarer Hand in Schwung gehalten wird. Nicht kreuz und quer geht es über den Weihnachtsmarkt - im Gleichklang mit den anderen wird zwischen den Reihen gewandelt, geschaut, gerochen, geschmeckt und gefühlt.
Glasbläser bei der Arbeit: Die Lichtmühlen im Hintergrund faszinieren Groß und Klein. Worin nur liegt ihr Geheimnis?
Nun, rationell betrachtet bieten Weihnachtsmärkte keinen wirklich greifbaren Grund für den Menschenfluss zwischen den Buden. Viele Stände haben ein ziemlich konventionelles Warenangebot, das man so - meist sogar noch billiger - auch in normalen Geschäften findet. Die spezielle Atmosphäre des einstigen Lichterfestes aber bringt die Menschen zueinander, macht sie empfänglich für das Besondere im Gewöhnlichen.
Magische Strahlung
Vielleicht funktioniert das ganze ja so ähnlich wie die Lichtmühlen genannten Glaskugeln mit den sich drehenden Flügelrädchen in der Bude des Glasbläsers. Das Licht setzt die Bewegung der Flügel in Gang: die Ursache ist nicht sichtbar, das Ergebnis umso beeindruckender. Auch Weihnachtsmärkte sind erfüllt von einer unsichtbaren, magischen Strahlung, bringen Licht in das Dunkel der Welt. Und tatsächlich wird der Mensch hier in Bewegung, ja, zum Drehen gebracht - nicht nur auf Riesenrad oder Kinderkarussell.
Ulrike Wolf (04.12.2006/aktualisiert 01.12.2009)
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Nürnberger Exportschlager
Seit 1995 weht in der Adventszeit der Duft von Zimt und Glühwein durch die Hochhausschluchten von Chicago. Ein deutscher Weihnachtsmarkt nach Nürnberger Vorbild begeistert Bewohner und Gäste der Millionenmetropole am Michigansee. Ort des Geschehens ist die Daley Plaza - wo normalerweise eine Skulptur von Pablo Picasso Touristen anlockt, reihen sich in der Zeit zwischen Thanksgiving und Heiligabend festlich geschmückte Holzbuden.
Auf dem Chicago Christkindelmarket bieten deutsche Händler und Handwerker ihre Waren an: traditionellen Christbaumschmuck, Lichterketten, Nussknacker und Räuchermännchen. Holzschnitzer aus dem Erzgebirge und Glasbläser aus dem Bayrischen Wald zeigen ihre Kunst. Nicht weniger verlockend sind Stände mit kulinarischen Spezialitäten wie Lebkuchen, geröstete Mandeln, Brezeln und Bratwurst. Dazwischen lassen Blaskapellen weihnachtliche Musik erklingen, Kinderchöre stimmen mit Weihnachtsliedern auf das Fest der Feste ein.
Eröffnet wird der von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer initiierte Weihnachtsmarkt vom Chicagoer Bürgermeister und dem "original" Nürnberger Christkind, das in Begleitung einer Nürnberger Delegation extra aus Deutschland anreist. Mittlerweile hat er sich zu einem Besuchermagneten entwickelt: Konnte der Christkindlmarket im ersten Jahr bereits rund 300.000 Gäste anlocken, kamen in den vergangenen Jahren jeweils mehr als eine Million Besucher zum größten und berühmtesten Weihnachtsmarkt der USA.




