Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Weltenbummler

Infobox

Jugend auf Reisen
"Hundert Jahre sind ein guter Anfang" - unter diesem Motto feiert das Deutsche Jugendherbergswerk 2009 die Gründung der ersten Jugendherberge im Jahr 1909. Die Gründungsidee stammte von dem Lehrer Richard Schirrmann: Auf einer Wandertour waren er und seine Schüler in ein Unwetter gekommen und erst nach stundenlanger Suche, und Begegnungen mit unfreundlichen Bauern, in einem Schulhaus untergekommen.

Für solche Fälle, dachte sich Schirrmann, müsste es günstige Unterkünfte für junge Menschen auf Wanderschaft geben. Noch im gleichen Jahr richtete er die erste Jugendherberge in Altena (Nordrhein-Westfalen) ein. Im Zuge der Jugendbewegung fand die Idee schnell Mitstreiter: 1911 gab es schon 17, 1928 rund 2.200 Jugendherbergen in Deutschland.

Als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, wurde der Jugendherbergsverband in die Hitler-Jugend integriert. Erst 1945 gab es wieder unabhängige Orts- und Landesverbände; 1949 gründete sich das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) neu. Seitdem haben Generationen von Schülern in den Häusern des DJH übernachtet, knarzende Etagenbetten im Schlafsaal und Massenabfertigung mit Makkaroni und Tomatensoße sowie Hagebuttentee inklusive.

Heute lässt es sich in der Jugendherberge durchaus angenehm übernachten: Es gibt zum Beispiel Familienzimmer mit eigenem Bad, hauseigene Bistros und Konferenzräume. Mehr als zehn Millionen Übernachtungen verzeichneten die 536 Herbergen, die im DJH organisiert sind, im Jahr 2010.

Obwohl inzwischen alle Altersgruppen und auch Familien willkommen sind, führen Schulklassen nach wie vor die Besucherliste an. Und das ist Teil des inzwischen hundertjährigen Anspruchs: Im Unterschied zu Hostels etwa engagieren sich Jugendherbergen in der Jugendarbeit und warten mit erlebnis- und freizeitpädagogischen Angeboten auf.