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Zirkus

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Die Klassiker kommen
Ein Vorhang öffnet sich und sie betreten die Manege. Gemessen schreitend, in Samt und Seide gewandet, das Gesicht weiß geschminkt der eine. Stolpernd, im sackartigen Kittel der andere. Weißclown und Dummer August - Zirkusclowns.

Ihre Neckereien machen den Reiz der Darbietung aus, wobei die meisten Zuschauer eher mit dem warmherzigen tölpelhaften August fühlen als mit dem besserwisserischen Weißen. Der Zirkusclown in seiner heutigen Form ist eine ziemlich junge Figur. Vorläufer hat er allerdings viele: die Hofnarren des Mittelalters, die Figuren der italienischen Commedia dell'arte, Till Eulenspiegel.

In der uns heute bekannten Form taucht er am Anfang des 19. Jahrhunderts in Frankreich auf. Sofort spaltet er die Narren-Zunft, denn die Stärken des Clowns liegen in Gestik und Mimik, nicht - wie sonst narrentypisch - in spitzer Zunge und Feder. Weißclown und Dummer August begeistern durch ihr Gezänk in der Manege.

Der Filmemacher Fellini brachte es auf den Punkt: "Es ist der Kampf zwischen dem stolzen Kult der Vernunft, der zum anmaßenden Kult des Ästhetizismus wird, und dem Instinkt, der Freiheit des Triebes." Jetzt also kennen wir endlich das Geheimnis.