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Zoo

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Der Zoo als Arche
Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wurde 1985 aufgelegt und ist ein zoo-übergreifendes Programm zur Zucht von Zootierarten. Sein Ziel ist, die genetische Vielfalt der Bestände sicher zu stellen. Ursprünglich wollte man Zoopopulationen erhalten, damit keine Wildfänge zugekauft werden müssen. In den 1990er Jahren verschob sich dann der Schwerpunkt in Richtung Artenschutz.

Mehr als 150 Tierarten werden über das EEP gemanagt. Für jede Tierart gibt es einen Koordinator: Der Koordinator behält den Überblick, in welchen Zoos "seine" Tiere leben, und macht Vorschläge, wer mit wem Nachwuchs zeugen soll. Dazu tauschen Zoos Tiere untereinander aus oder schicken Befruchtungskapseln über den Postweg.

Der Koordinator ist auch derjenige, der das Zuchtbuch führt: Es enthält die Abstammungsnachweise sämtlicher Zootiere der entsprechenden Art. Anhand dieser Informationen kann der Koordinator die Stabilität des Genpools einschätzen und Empfehlungen zur Verpaarung geben. Das weltweit umfangreichste Zuchtbuch, das Internationale Tiger-Zuchtbuch, verantwortet der Leipziger Zoo. Leipzig führt außerdem Zuchtbücher für den Anoa, das Stumpfkrokodil und den Mähnenwolf.

In manchen Fällen sind Zuchtprogramme so erfolgreich, dass Zoos Tiere auswildern können. Beim Wisent, dessen Zuchtbuch 1923 das erste für ein Wildtier war, gelang das. Weitere Beispiele für Tiere, die ohne Zuchtprogramm längst ausgestorben wären, sind das Przewalskipferd, die Mhorrgazelle, der Kalifornische Kondor, der Davidhirsch und die Oryxantilope.

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Giraffen im Zoo

Wenn sich die Giraffen recken,
Hochlaub sucht die spitze Zunge,
Das ihnen so schmeckt, wie junge
Frühkartoffeln mit Butter mir schmecken.

Hohe Hälse. Ihre Flecken
Sehen aus wie schön gerostet.
Ihre langsame und weiche
Rührend warme Schnauze kostet
Von dem Heu, das ich nun reiche.

Lauscht ihr Ohr nach allen Seiten,
Sucht nach wild vertrauten Tönen.

Da sie von uns weiter schreiten,
Träumt in ihren stillen, schönen
Augen etwas, was erschüttert,

Hoheit. So, als ob sie wüßten,
Daß nicht Menschen, sondern daß ein
Schicksal sie jetzt anders füttert.

(Joachim Ringelnatz (1883 bis 1934)
103 Gedichte, 1. Auflage 1933)