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Zoo

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Das Verhältnis des Menschen zum Tier
"Der kultivierte Mensch sucht das Wilde und braucht es unablässig", schreiben die beiden Autoren Eric Baratay und Elisabeth Hardouin-Fugier in ihrer Geschichte des Zoos Von der Menagerie zum Tierpark.

Das wilde Tier eröffne dem Menschen ein fremdes Universum an Lebensformen, es konfrontiere uns mit uns selbst und unserer Umwelt, befrage die Identität, erschüttere oder festige Gewissheit.

Das Ausstellen der ungezähmten Kreatur in Gesellschaften, die sich als zivilisiert betrachten, sei eine Konstante der Menschheitsgeschichte, die uns helfe, uns selbst einzuordnen.

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Hagenbecks Thierpark
Den Anfang machten sechs Seehunde in Waschbottichen. Fischer hatten sie 1848 aus der Nordsee gezogen, und der Hamburger Fischhändler Gottfried Hagenbeck stellte sie auf einem Spielbudenplatz aus.

Da war sein Sohn Carl gerade einmal vier Jahre alt. Fünfzehn Jahre später eröffnete Carl Hagenbeck eine "Handlungs-Menagerie", in der er Tiere zum Verkauf anbot. Zu seinen bekanntesten Kunden gehörten der US-amerikanische Zirkus-König Phineas T. Barnum und der Zoologe Alfred Brehm.

Das Geschäft blühte und Carl Hagenbeck erweiterte sein Unternehmen zu einem der weltweit größten Tierhandelshäuser. Weitere Standbeine sicherten ihm auch in schlechten Zeiten die Existenz: Im Jahr 1874 öffnete Hagenbecks Thierpark am Neuen Pferdemarkt seine Pforten. Später veranstaltete Hagenbeck "Völkerschauen" mit Eskimos und Nubiern, ging mit einem Zirkus auf Tour, reiste mit einem transportablen Freigehege herum.

Höhepunkt von Hagenbecks Schaffen war die Eröffnung seines Tierparks am 7. Mai 1907 in Hamburg-Stellingen. Carl Hagenbecks Zoo war absolut revolutionär, denn er zeigte Zebras und Löwen in gitterlosen, natürlich aussehenden Lebensräumen, so genannten Panoramas. 1913 starb Carl Hagenbeck in Hamburg.

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Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

(Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris)