Naturgewalt Gott?
Wasser wird zu Blut, Hagelsturm wütet, Heuschrecken fressen die Ernte: Was war da los? Der Herr, so sagt es die Bibel, bestrafte die Ägypter. Er schickte ihnen zehn Plagen, um das Volk der Israeliten zu befreien.So ließ der Herr Hagel auf das Land Ägypten regnen. (...) Und der Hagel schlug im ganzen Land Ägypten alles, was auf dem Feld war, vom Menschen bis zum Vieh; auch alles Gewächs des Feldes zerschlug der Hagel, und alle Bäume des Feldes zerbrach er. (Zweites Buch Mose, Vers 9, 23-25)
Gott als Naturgewalt? Trotz moderner wissenschaftlicher Forschungsmethoden neigen auch heute noch viele Menschen dazu, Naturereignisse und -katastrophen als göttliche Zeichen zu sehen. Warum? Entbindet uns das Wissen um eine höhere Gewalt aus der eigenen Verantwortung? Fällt es uns leichter, derartige Vorgänge durch die Einmischung Gottes zu begründen? Oder liefert der Glaube daran einfach nur Trost?
Strafender Gott
Die Bibel zeichnet das Bild eines zornigen, strafenden Gottes, der Naturkatastrophen über die Menschheit kommen lässt: Gott macht schlechtes Wetter, schickt Frösche und Heuschreckenschwärme oder lässt Feuer und Schwefel regnen. Sodom und Gomorrha, die Sintflut und Erdbeben lassen sich anführen. Derartige Phänomene sollten den Menschen in seine Schranken weisen und ihm verdeutlichen, dass es Größeres und Gewaltigeres gibt als ihn.
Die ägyptischen Plagen
Bestes Beispiel: Die zehn ägyptischen Plagen, die auch im Koran Erwähnung finden. Durch sie will Gott die Israeliten, sein auserwähltes Volk, aus ägyptischer Gefangenschaft befreien. Sein Werkzeug: Ein achtzigjähriger Mann mit einem Stab - Moses. Der soll dem Pharao der Ägypter die Forderung überbringen: "Jahwe, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. So lass uns nun drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen, damit wir Jahwe, unserm Gott, opfern!" (3, 18)
Blut, Frösche und Mücken
Moses Rede erzielt allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Der Pharao zeigt sich uneinsichtig und überheblich - "Wer ist der Herr, dass ich auf seine Stimme hören sollte?" (5, 1) - und erhöht die Repressionen gegen die israelitischen Sklaven, statt ihnen diesen eher geringen Wunsch zu gewähren: Urlaub für eine dreitägige Pilgerreise in die Wüste. Es beginnt harmlos, wenn auch äußerst unangenehm: Das Wasser im Nil und in allen Gefäßen wird zu Blut. Frösche, Mücken und Stechfliegen kommen über das Land. Eine Tierseuche rafft das Vieh dahin, Blattern befallen das ägyptische Volk...
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Infobox
Die ägyptischen Plagen...
sind im Exodus ("Auszug"), dem zweiten Buch Mose, Absatz fünf bis elf, im Alten Testament beschrieben. Es ist als Geschichtswerk konzipiert und erzählt den Auszug der Israeliten und ihre Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens.
Gott schickte über das ägyptische Volk zehn Plagen, um dem Pharao seine Macht zu demonstrieren, und erreichte so das Zugeständnis, die Israeliten ziehen zu lassen: Wasser wurde zu Blut, Frösche, Mücken und Stechfliegen plagten Mensch und Tier, das Vieh starb, die Blattern brachen aus, ein Hagelsturm wütete, Heuschrecken fraßen das Land kahl, drei Tage herrschte völlige Finsternis, schließlich starben alle männlichen Erstgeborenen der Ägypter.
Die Plagen befielen nur die ägyptische Bevölkerung. Bei der letzten Plage sollten die Israeliten mit dem Blut frisch geschlachteter Lämmer ihre Türen markieren, damit Gott an ihren Häusern vorübergeht und ihre Söhne verschont bleiben. Hier liegt die Tradition des jüdischen Passa-Festes ("Vorübergang") begründet.
sind im Exodus ("Auszug"), dem zweiten Buch Mose, Absatz fünf bis elf, im Alten Testament beschrieben. Es ist als Geschichtswerk konzipiert und erzählt den Auszug der Israeliten und ihre Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens.
Gott schickte über das ägyptische Volk zehn Plagen, um dem Pharao seine Macht zu demonstrieren, und erreichte so das Zugeständnis, die Israeliten ziehen zu lassen: Wasser wurde zu Blut, Frösche, Mücken und Stechfliegen plagten Mensch und Tier, das Vieh starb, die Blattern brachen aus, ein Hagelsturm wütete, Heuschrecken fraßen das Land kahl, drei Tage herrschte völlige Finsternis, schließlich starben alle männlichen Erstgeborenen der Ägypter.
Die Plagen befielen nur die ägyptische Bevölkerung. Bei der letzten Plage sollten die Israeliten mit dem Blut frisch geschlachteter Lämmer ihre Türen markieren, damit Gott an ihren Häusern vorübergeht und ihre Söhne verschont bleiben. Hier liegt die Tradition des jüdischen Passa-Festes ("Vorübergang") begründet.


