Eine Wohlstandswende
Jahrtausende zogen Jäger und Sammler von Ort zu Ort, um Nahrung zu finden. Das änderte sich vor etwa zwölftausend Jahren - die gewaltigste Umwälzung in der Geschichte der Menschheit nahm ihren Lauf.Seit etwa zehntausend Jahren baut der Mensch Getreide an. Dank des Feldbaus bildeten sich bald frühe Hochkulturen.
Als eine der größten Umwälzungen ging die so genannte Neolithische Wende in die Menschheitsgeschichte ein. Denn mit diesem Entwicklungsschritt grenzte sich der Homo sapiens endgültig von allen anderen Lebewesen ab. Der australische Archäologe Vere Gordon Childe bezeichnete das folgenreiche Ereignis konsequenterweise als Neolithische Revolution.
Ende der Eiszeit
Warum begannen Menschen, die so lange vom Sammeln und Jagen lebten, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben? Gab es eine Katastrophe, etwa eine Hungersnot? Vermutlich nicht. Vor etwa zwölftausend Jahren endete die letzte Eiszeit. Das Wetter besserte sich. Da machten Noch-Nomaden eine wundersame Entdeckung: Auf feuchtem Boden gelagerte Körner fangen an zu keimen - Pflanzen wachsen heran. So reifte die Idee, selbstständig Körner auszusäen, den Boden für sich arbeiten zu lassen. Rund um den Globus entstand im Laufe einer längeren Zeitspanne der Ackerbau.
Vorreiter...
Die ersten Agrargebiete entwickelten sich im Nahen Osten: vom Persischen Golf über den Nordrand Syriens bis nach Ägypten. Schon vor zehntausend Jahren säten hier Menschen die Vorläufer von kultiviertem Weizen, von kultivierter Gerste und von Hülsenfrüchten aus. In trockeneren Gebieten, wo keine Saat gedieh, fingen Bauern wilde Ziegen und Schafe, die sie in Herden hielten. In China füllte vor allem das Fleisch der Schweine und Bankivahühner die Kochtöpfe. Dort gingen Reis- und Hirsesammler dazu über, wilde Körner anzubauen.
...und Nachzügler
In Europa und Südamerika sammelte und jagte man noch ein wenig länger, bis auch dort erste Bauern Getreide pflanzten. Die südamerikanischen Ackerbauern der Jungsteinzeit züchteten Mais, Tomaten, Bohnen und Kartoffeln. In Europa gediehen vor allem Brot-Zutaten wie Einkorn, Emmer, Weizen und Gerste. Ziegen und Schafe gehörten auch hier zu den ersten Nutztieren...
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Infobox
Vom Korn zur Pflanze
Vor allem Wasser und Wärme erwecken den im Boden ruhenden Getreidesamen zum Leben. Das Korn nimmt Wasser auf und quillt soweit auf, bis seine Schale springt. Die im Innern des Samens entstandene Keimwurzel wächst jetzt in den Boden. Dort bildet sie weitere Wurzelhaare aus, die sich im Erdreich verzweigen.
Mobilisierte die Keimpflanze vorerst eigene Reserven um zu wachsen, kann sie sich nun - fest verankert - mit Wasser und Nährstoffen aus dem Boden versorgen. Das Sprosssystem entwickelt sich, dessen Keimachse (Hypokotyl) Wurzeln und Keimblätter miteinander verbindet.
Bogenförmig durchbricht die Keimachse die Erdoberfläche. Erste, bereits im Samen entwickelte Keimblätter (Kotyledonen), stoßen nach oben und gelangen ans Tageslicht. Durch die Lichtaufnahme teilen sich die Zellen immer schneller. Blätter und weitere Organe, wie Halme, Ähren und Blüten, wachsen.
Jetzt ist die Entwicklung der Pflanze abgeschlossen. Sie ragt bis zu einem Meter in die Höhe. Erst danach entstehen per Selbstbefruchtung die Körner, das so genannte Erntegut des Getreides.
Vor allem Wasser und Wärme erwecken den im Boden ruhenden Getreidesamen zum Leben. Das Korn nimmt Wasser auf und quillt soweit auf, bis seine Schale springt. Die im Innern des Samens entstandene Keimwurzel wächst jetzt in den Boden. Dort bildet sie weitere Wurzelhaare aus, die sich im Erdreich verzweigen.
Mobilisierte die Keimpflanze vorerst eigene Reserven um zu wachsen, kann sie sich nun - fest verankert - mit Wasser und Nährstoffen aus dem Boden versorgen. Das Sprosssystem entwickelt sich, dessen Keimachse (Hypokotyl) Wurzeln und Keimblätter miteinander verbindet.
Bogenförmig durchbricht die Keimachse die Erdoberfläche. Erste, bereits im Samen entwickelte Keimblätter (Kotyledonen), stoßen nach oben und gelangen ans Tageslicht. Durch die Lichtaufnahme teilen sich die Zellen immer schneller. Blätter und weitere Organe, wie Halme, Ähren und Blüten, wachsen.
Jetzt ist die Entwicklung der Pflanze abgeschlossen. Sie ragt bis zu einem Meter in die Höhe. Erst danach entstehen per Selbstbefruchtung die Körner, das so genannte Erntegut des Getreides.
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Weizen
Das schmackhafte Weißbrot hat den Weizen etwa im 11. Jahrhundert populär gemacht - und das nicht nur bei den Franzosen. Die "moderne" Form des Weizens hat eine lange Geschichte: Bereits die Menschen der Jungsteinzeit bauten seine Vorgänger Einkorn und Emmer an.
Früheste Spuren von Weizen, aus der Zeit zwischen 7800 und 5200 v. Chr., wiesen Forscher im Raum westlich des Mittelmeers nach. Der heutige, kultivierte Saatweizen entstand aus einer Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten.
Das schmackhafte Weißbrot hat den Weizen etwa im 11. Jahrhundert populär gemacht - und das nicht nur bei den Franzosen. Die "moderne" Form des Weizens hat eine lange Geschichte: Bereits die Menschen der Jungsteinzeit bauten seine Vorgänger Einkorn und Emmer an.
Früheste Spuren von Weizen, aus der Zeit zwischen 7800 und 5200 v. Chr., wiesen Forscher im Raum westlich des Mittelmeers nach. Der heutige, kultivierte Saatweizen entstand aus einer Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten.



