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Mumie

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Die Handwerkskunst der Ägypter
Über Jahrhunderte erprobten und verbesserten die Ägypter das Wissen um die Mumifizierung Toter: Das Handwerk der Balsamierer wanderte von Vater zu Sohn, von Generation zu Generation. Ab etwa 1550 v. Chr., am Beginn des Neuen Reiches, gelangte die Kunst der Mumifizierung zur Blüte.

Am Beginn der "Behandlung" eines Toten stand das Waschen mit duftendem Palmöl, Wacholder- oder Kampferöl. Dann schnitten die Balsamierer die linke Flanke des Körpers auf und entnahmen der Leiche die inneren Organe. Entwässert, getrocknet und verschnürt, wurden die Organe in Eingeweidekrügen - so genannte Kanopen - verpackt oder zurück in die Bauchhöhle des Toten gelegt.

Nach der Entnahme der Innereien wurde der Körper haltbar gemacht: Ein mehrwöchiges Bad in Natronsalz entzog dem Gewebe alles Wasser; die letzte Feuchtigkeit verschwand mit der Nachtrocknung über dem Feuer oder in der Sonne.

Anschließend wusch man die Leiche erneut und rieb sie mit parfümierten Ölen und Baumharzen ein. Der griechische Historiker Herodot berichtet, dass Balsamierer unter anderem Myrrhe, Palmwein und Zedernöl verwendeten. Auch Aloe Vera kannten die alten Ägypter schon. Die leere Bauchhöhle wurde mit Leinen, Sägemehl oder Kräutern ausgestopft.

Der letzte Schritt schließlich war das Bandagieren: Ein Priester hatte die Aufsicht bei diesem nach strengen Regeln ablaufendem Ritual; bis zu 15 Tage konnte die Prozedur dauern. Sorgfältig wurden zunächst einzeln Kopf, Gliedmaßen und Körper umwickelt, schließlich die Leiche im Ganzen. Mehrere hundert Quadratmeter Leinentücher und -binden verbrauchten die Balsamierer mitunter für bis zu zwanzig Schichten Stoff.

Zwischen die Schichten legte man Schmuckstücke, persönliche Gegenstände des Toten und Glück verheißende Amulette. Den Abschluss bildete eine Schicht aus Lehm, Harz oder Wachs, die das Eindringen von Luft in den Körper verhinderte und die Tücher und Binden fixierte. Dann, mehr als zwei Monate waren seit dem Sterbetag vergangen, wurde der Körper schließlich begraben.

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Natürliche Konservierung
Ötzi, Ritter Kalebuz und eine Vielzahl von Moorleichen zeigen, dass es auch ohne menschliches Zutun Mumifizierungen gibt. Voraussetzung sind Temperaturen und Lagerungsbedingungen, die den Verfallsprozess im Körper des Toten aufhalten.

So konservierten Hitze und Trockenheit die ägyptischen Wüstenleichen des Altertums, Kälte und Luftabschluss den Jungsteinzeitmenschen Ötzi - erst nach fünf Jahrtausenden gab ihn ein Gletscher wieder frei.

Bei Moorleichen wie dem Mann von Tollund verhinderte eine isolierende Humusschicht, dass der Leichnam von Bakterien zersetzt wurde. Im Falle des Ritter Kalebuz, der seit 1783 in seinem Sarg gut erhalten blieb, ist die Ursache der Mumifizierung bis heute ungeklärt.