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Neandertaler

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Neandertaler (Homo neanderthalensis) heißt eine Gattung Mensch, die etwa von vor 160.000 bis vor 30.000 Jahren existierte. Ihr Lebensraum reichte von Südwesteuropa über den Nahen Osten bis in den Nordirak. Der Neandertaler ging aus dem Homo heidelbergensis hervor. Sein Schädel war flach, das Gehirn größer als das des modernen Menschen. Die Statur des Neandertalers dürfte der eines Gewichthebers von heute entsprochen haben.

Aus Schädelform und Hirnstruktur schließen Wissenschaftler, dass der Neandertaler ausgezeichnete Augen und ein scharfes Gehör hatte. Wahrscheinlich verwendete er seine starken, hervorstehenden Kiefer als eine Art "dritte Hand", um Dinge wie mit einem Schraubstock festzuhalten. Das Feuermachen war ihm ebenso vertraut wie das Herstellen von Klingen durch Aneinanderschlagen von Steinen. Auch legte der Neandertaler bereits Gräber an.

Das Bild vom primitiven Waldbewohner ist heute weitgehend widerlegt. Funde deuten daraufhin, dass der Frühmensch bereits Birkenpech verwendete, um bei der Speerherstellung Schaft und Spitze zu verbinden. Das würde bedeuten, dass der Neandertaler im Lehmboden Gruben anlegte und darin bei konstant hoher Temperatur aus Birkenrinde Pech destillierte.

Ins Wanken gerät auch die Vorstellung vom kulturlosen Rohling: Elfenbeinschnitzereien, Flötenknochen und Höhlenmalereien, die Forscher lange dem Homo sapiens zuschrieben, könnten vom Neandertaler stammen. Wissenschaftler schließen daraus, dass der Frühmensch bereits die Fähigkeit zum symbolischen Denken und zum künstlerischen Ausdruck hatte - Hinweise auf einen "modernen" Intellekt.