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Rom

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Mord und Totschlag...
waren am römischen Hof zu Ravenna Sitte: wenigstens griffen die Mächtigen damals noch selbst zum Schwert oder zum Dolch. Die Lebensgeschichte des Germanen Odoaker belegt das: Aufgewachsen im Umkreis des Hunnenkönigs Attila wurde der ruppige Heruler 470 n. Chr. Anführer der germanischen Hilfskontingente Westroms. Damit hatte der "Barbar" fast die ganze bewaffnete Streitkraft in Italien unter Kontrolle, schon weil es kaum noch reguläre weströmische Truppen gab.

Im Jahr 476 n. Chr. tötete Odoaker persönlich den Vertreter des Kaisers beim Heer, Orestes, weil der den Forderungen der germanischen Söldner nach Land und Reichtum entgegentrat. Nach jener Tat besetzte Odoaker den Palast und jagte Romulus Augustulus, den Sohn des Orestes, vom Thron. Der Kaiser Ostroms, Zenon, sah die neuen Machtverhältnisse realistisch und erkannte Odoaker als rex italiae an.

Ab 488 n. Chr. muss Odoaker selbst sich allerdings gegen die Ostgoten unter König Theoderich wehren, die von Ostrom aus nach Italien dringen. Theoderich ist es dann auch, der den Odoaker, wiederum am Hof zu Ravenna, 493 n. Chr. eigenhändig ums Leben bringt.