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Saurier
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Funde in Mitteldeutschland
Dreißig Zentimeter lang und etwa 290 Millionen Jahre alt - hinter diesen Daten verbirgt sich ein "Sensationsfund": ein kleiner eidechsenähnlicher Ur-Saurier. Wissenschaftler entdeckten seine Überreste, in Lavagestein eingeschlossen, im Herbst 2009 bei Ausgrabungen im sächsischen Chemnitz.

Bislang seien in ganz Europa nur zwei oder drei ähnliche Funde gemacht worden, erklärte der Paläontologe Jörg Schneider von der Technischen Universität Freiberg. Das sächsische Fossil sei aber besonders gut erhalten. Bei seinem Tod im Ascheregen des Zeisigwald-Vulkans - Sachsen war einst eine Vulkanlandschaft - seien Extremitäten, Wirbelsäule, Rippen, Schädelfragmente und Schuppenpanzer des grazilen Reptils konserviert worden.

Um welche Saurierart genau es sich handelt, wird derzeit noch untersucht. Der Saurier wurde vom  Chemnitzer Naturkundemuseum an das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg in Schleusingen geschickt. Dort arbeiten Experten für Präparation und wissenschaftliche Bearbeitung an dem Fund. Das Skelett muss präpariert und das noch verborgene Handskelett freigelegt werden. Anschließend wird der Chemnitzer mit ähnlichen Funden weltweit verglichen. Dann wird sich auch zeigen, ob es sich vielleicht um eine ganz neue Saurierart handelt.

Da ist man in Thüringen schon ein Stück weiter: Im so genannten Bromacker bei Tambach-Dietharz haben Forscher bisher mehr als 40 Skelette von 13 Saurierarten entdeckt, zuletzt im Juli 2009. Seit mehr als dreißig Jahren graben Paläontologen wie Dr. Thomas Martens vom Gothaer Museum der Natur in der fast dreihundert Millionen Jahre alten Gesteinsschicht nach den ältesten Landwirbeltieren der Erde. Der Bromacker zählt zu den bedeutendsten und ergiebigsten Fundstätten weltweit.

Prominentestes Fundstück ist Eudibamus cursoris, ein 26 Zentimeter kleines, auf zwei Beinen laufendes Landwirbeltier, das vor etwa 290 Millionen Jahren nahe dem heutigen Rennsteig lebte. Aus den Skelettmerkmalen des hervorragend erhaltenen Fossils schließen die Forscher, dass sich das Tier in aufrechter Körperhaltung auf den Zehen fortbewegte. Sein extrem langer Schwanz diente dem Pflanzenfresser vermutlich als eine Art Steuer bei schnellerer Gangart. Das Skelett des kleinen Ur-Sauriers gehört zur Sammlung des Museums der Natur in Gotha und ist dort zusammen mit den anderen Thüringer Fossilienfunden Teil einer Dauerausstellung.