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Afghanistan

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The Great Game
- so heißt der Interessenkonflikt im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zwischen Großbritannien und dem zaristischen Russland um die Vorherrschaft in Zentralasien. "Angreifer" im weitesten Sinn war dabei Russland, dessen machtpolitische Ambitionen auf eine Südexpansion zielten, mit der Absicht, Positionen am Indischen Ozean zu gewinnen.

Russische Generäle und Politiker, die sich häufig bereits im Zuge der Eroberung islamischer Territorien wie Turkestan oder Kasachstan bewährt hatten, nahmen Einfluss auch auf die afghanische Politik. Großbritannien konnte derartige Interventionen nicht hinnehmen, da es insbesondere um die Sicherheit seiner Stellung in Indien besorgt war.

Zu einer Lösung des bis in die napoleonische Epoche zurückreichenden Gegensatzes kam es praktisch erst mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 - als Großbritannien und Russland gemeinsam in einer Koalition gegen Deutschland und Österreich standen.

Manche Historiker betrachten den sowjetischen Feldzug in Afghanistan von 1979 bis 1989 als eine Fortsetzung des Great Game unter anderen geopolitischen Voraussetzungen: Die einstige Funktion Großbritanniens hatten nun die USA übernommen, die ihrerseits afghanische Interessengruppen im Kampf gegen Russlands "Südexpansion" unterstützten.

Das Wort Great Game wurde vor allem durch den Schlusssatz in Rudyard Kiplings Roman Kim bekannt: "Now I shall go far and far into the North, playing the Great Game ..."